Heute ganz in den Südosten Rügens: ins Naturschutzgebiet Mönchgut

Di., 11. Oktober 2022, 7. Reisetag / 63 Tageskilometer mit Womo / Rügen, Prora, Campingplatz Prora

Im Naturschutzgebiet Mönchgut
Im Naturschutzgebiet Mönchgut

Schön, dass es, wenn es seltenerweise in diesem Urlaub überhaupt mal regnet, dies auch noch praktisch ausschließlich nachts geschieht, so auch vergangene Nacht gegen 23 Uhr.

Heute Morgen gegen acht Uhr ist es fast noch dämmrig und auch nur um die 8° Celsius "warm". In der Tagesspitze soll es circa 13° Celsius werden, Oktober eben. Aber wettermäßig brauchen wir uns wirklich nicht zu beklagen in diesem Urlaub. Nachts haben wir nie die Heizung an und tagsüber nur kurz morgens, wenn das Womo von der Nacht ziemlich ausgekühlt ist.

Um halb neun wird es sonnig, wir haben praktisch wolkenfreien Himmel. Mal sehen, wie lange das so bleibt.

Ein mal wieder schöner Ausflugstag steht uns bevor. Dieses Mal soll es mit dem Womo ganz in den Südosten der Insel gehen, ins NSG der Halbinsel Mönchgut.

Fahrt in den Südosten Rügens - ins Naturschutzgebiet Mönchgut

 

Um zwanzig vor elf geht's los über Land auf kleinen, baumbestandenen Straßen Richtung Mönchgut. Wir wollen so weit es geht an die äußerste Spitze der Insel und versuchen, dort irgendwo zu parken.

 

 

 

 

Vierzig Minuten später stellen wir unser Womo auf einen kleinen, leeren Parkplatz ("Parkplatz am Deich") in der Gemeinde Thiessow ab. Obwohl wir hier quasi in der "Walachei" und dazu noch in der Nebensaison sind, müssen wir auch hier Parkgebühren berappen. Streng genommen gilt hier auch unsere Binzer Kurkarte nicht mehr, aber da lassen wir's jetzt drauf ankommen...

 

 

 

Um kurz vor halb zwölf schlagen wir zunächst die Richtung westlich zum "offenen" Meer ein. Hier befindet sich wohl das Surf- und Kitegebiet Rügens. Und es weht auch tatsächlich ein hübsches Windchen heute, vereinzelt sind daher auch Kiter auf den Wellen zu sehen.

 

 

Ganz schön ist es hier, als wir einem kleinen Pfad durch die Dünen direkt am Wasser entlang folgen. Hier kann man aus seinem Womo direkt am Meer auf einem Stellplatz sein "Wasser-Equipment" ausladen und einsetzen, sofern man will. Näher dran ans Meer kommt man am Stellplatz "Surf-Oase Mönchgut" nun wirklich nicht. Um diese Jahreszeit ist es hier ziemlich leer und man bekäme leicht einen Stellplatz. Im Sommer ist es hier wahrscheinlich rappelvoll.

 

 

 

Wir schlagen nun den Weg "landeinwärts" ein, der aber nach wenigen hundert Metern wieder ans Wasser grenzt: dieses Mal an den Bodden, der vom südlichsten Zipfel Rügens umschlossen wird. Hier ist es viel windstiller, Bläßhühner tummeln sich auf dem Bodden.

 

 

Bläßhühnerkolonie am Bodden des Naturschutzgebiets Mönchgut
Bläßhühnerkolonie am Bodden des Naturschutzgebiets Mönchgut

 

Kanäle mit (Brack?)wasser durchziehen die grasige Landschaft. Hier bleiben wir eine kleine Weile auf einer Bank sitzen und genießen die Landschaft. Auch hier ist kaum ein Mensch zu sehen.

 

 

 

Diese Ruhe und Beschaulichkeit ändert sich, als wir - über die Graslandschaft schlendernd - am Hafen von Thiessow ankommen. Hier findet, wie wohl jeden Dienstag (und Donnerstag, von Anfang Mai bis Ende Oktober), der "Rügenmarkt" statt, ein Kunsthandwerks - und Rügener Spezialitätenmarkt, der Menschen aus allen Gegenden der Insel anzieht. Zumindest haben wir kaum in unserem bisherigen Urlaub so "viele" Menschen auf einmal hier auf der Insel gesehen. Und wir sind heute, an diesem Dienstag, zufällig auch hier - wie schön! Später werden uns auch die Werbeplakate für diesen Markt auffallen, die überall an Laternen hängen. Da haben wir Ahnungslosen mal wieder Glück gehabt!

 

Direkt am Hafen dümpeln im Wasser in Ruhe ein paar Segelboote... wenn ich aber das fotografiert hätte, was sich hinter mir abspielt, so wäre das ein völlig überfüllter Parkplatz mit Einweisern gewesen, die versuchen, die Blechlawine einigermaßen in geordnete Bahnen zu lenken. Gut, dass wir zu Fuß hier sind und kaum zu glauben, dass wir noch vor gut einer halben Stunde praktisch allein auf dem etwas weiter entfernten Parkplatz am Deich standen. Aber von dort muss man ja auch eine ganze Weile laufen, bis man hier in Thiessow am Hafen ist... 

 

 

Am Hafen von Thiessow
Am Hafen von Thiessow

 

Natürlich schlendern nun auch wir über den Markt, kaufen die einen oder anderen Dinge, probieren, essen. Eine wirklich schöne, unerwartete Unterbrechung unserer kleinen Wanderung hier im Mönchgut.

 

 

 

Um Viertel nach eins sind wir wieder am Womo, essen noch ein paar von den eben erstandenen Fressalien und überlegen, was wir als Nächstes machen. Laufen wir hier noch eine Weile herum? Oder setzen wir das Womo um und gucken uns eine weitere schöne Gegend hier im NSG Mönchgut aus?

 

Kurze Weiterfahrt zum Ausflugsziel "Nonnenloch"

 

Wir entscheiden uns für Letzteres. Die Wahl fällt auf das etwas weiter nordwestlich gelegene sagenumwobene Ausflugsziel "Nonnenloch", wieder direkt am Meer, aber immer noch im Naturschutzgebiet gelegen, am äußersten Westende der Halbinsel Mönchgut.
Lustiger Name... doch die Sage dahinter ist gar nicht so lustig: Hier sollen in Zeiten, als es in Bergen noch ein katholisches Kloster gab, die unkeusch gewordenen Nonnen in eine tiefe Grube gestoßen worden sein (andernorts wurden sie lebendig eingemauert... auch nicht viel besser... gut, dass wir nicht katholisch sind...). Hier soll es nachts immer noch spuken...

 

 

(Kostenfreier!) Parkplatz ganz am Ende des winzigen, beschaulichen Dörfchens Groß Zicker am Rande des Naturschutzgebiets Mönchgut
(Kostenfreier!) Parkplatz ganz am Ende des winzigen, beschaulichen Dörfchens Groß Zicker am Rande des Naturschutzgebiets Mönchgut

 

Doch an diesem herrlichen Oktobertag ist von Spuken und unheimlichem Wehklagen nichts zu spüren (zumindest nicht tagsüber... 😉). 

Wir fahren frohgemut auf einen kleinen, sogar kostenfreien Parkplatz am Ende von Groß Zicker und marschieren gegen zwei Uhr am Nachmittag einen etwa zwei Kilometer langen Sandweg, der später in Gras übergeht, die "Berge" hinauf. Eine herrliche Rundumsicht auf fast das gesamte Mönchgut und den Bodden bietet sich uns hier!

 

 

 

Nachdem wir den "Berg" erklommen haben, geht es nun hinunter zum Nonnenloch, einer gewaltigen Erosionsrinne, in gerader Westlinie zum Steilufer. Durch einen kleinen Wald stapft man an der unheimlichen Grube vorbei, in die die Nonnen angeblich gestoßen wurden, die aber heute zugeschüttet ist.

 

 

Wäldchen am "Nonnenloch"
Wäldchen am "Nonnenloch"

 

Unvermittelt blinkt auf einmal das Meer durch das Blätterdach des Waldes und wir kommen am eigentlichen Ziel, dem "Nonnenloch" an. Eine recht steile Treppe führt über circa 60 Stufen hinab zum Meer.

 

 

Ziel erreicht: Abstieg zum "Nonnenloch"
Ziel erreicht: Abstieg zum "Nonnenloch"

 

Unten am schmalen Strand liegt ein großer Findling, ein rund 2 Milliarden Jahre alter Granitbrocken. Er wurde mit den Gletschern der letzten Eiszeit aus der Region Uppland in Mittelschweden bis hierher transportiert.

 

 

Zusammen mit seinen "Artgenossen" am Strand unmittelbar an der Wasserlinie bilden die Felsen eine schöne Kulisse für Fotomotive an dieser windigen westlichen Stelle des Meeres mit seiner so bedeutungsvollen Geschichte. 

 

 

 

Knapp eine halbe Stunde bleiben wir an diesem Fleckchen Erde, bevor wir langsam wieder den Rückweg zum Womo antreten. Unten am Wasser war es schon recht frisch und windig, aber beim wieder landeinwärts gelegenen "Aufstieg" auf den "Berg" kommt man jetzt, gegen halb vier Uhr, sogar ganz schön ins Schwitzen in den warmen Winterjacken.

 

 

Ein letzter Blick zum "Nonnenloch"
Ein letzter Blick von oben zum "Nonnenloch"

 

Um Viertel vor vier Uhr sind wir wieder am Womo. Hier haben sich die Reihen ganz schön gelichtet - obwohl es auch bei unserer Ankunft vor knapp zwei Stunden nicht wirklich voll war. Jetzt stehen wir hier fast wieder alleine. Wir genießen bei einem kleinen Picknick in der Sonne bei um die 15° Celsius noch ein wenig die ruhige Atmosphäre und kaufen im Anschluss an einem kleinen privaten Straßenverkauf noch ein schönes Glas Marmelade direkt von den Früchten des Mönchguts (hoffen wir wenigstens).

 

 

Schließlich starten wir um kurz nach vier Uhr den Motor und rollen durch das beschauliche Groß Zicker wieder gen Norden.

 

 

 

 

In Sellin legen wir gegen halb fünf Uhr noch einen kurzen Shopping-Zwischenstopp ein und um kurz vor halb sechs kommen wir wieder am Campingplatz in Prora an. Das sind ja alles keine riesigen Entfernungen hier auf der Insel, zumal mit einem motorisierten Untersatz.

 

Da wir morgen die schöne Insel verlassen und noch einen Tag nach Usedom fahren wollen, ver- und entsorgen wir heute Abend schon mal und bezahlen auch schon mal unseren Aufenthalt hier, bevor wir in der campingplatzeigenen Gaststätte "Zur Mücke" unseren letzten Abend auf Deutschlands größten Insel gemütlich und lecker ausklingen lassen.

Insgesamt über neun Kilometer sind wir heute wieder gelaufen. Da darf das Bierchen und Essen auch sein...

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Vantourer 600 L Cargo Line

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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