Von der größten in die zweitgrößte Stadt Sloweniens: Maribor

So., 10. Juli 2022, 9. Reisetag / 124 Tageskilometer / von Ljubljana, Campingplatz "Camping Resort" nach Maribor, Stellplatz am Drava Center, Limbuš, Nähe Maribor an der Drau (10 € incl. Strom, aber sonst nichts weiter vorhanden an V+E), Koordinaten: 46.564578,15.5839859 

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Zentraler Platz mit Engelsstatue und Rathaus
Zentraler Platz mit Engelsstatue und Rathaus

Der nächste Tag begrüßt uns hier in Ljubljana mit bewölktem Himmel und 19° Celsius um halb zehn Uhr. Am früheren Morgen hat es auch mal wieder ganz kurz geregnet.

Beim Zusammenpacken um elf Uhr herum öffnet der Himmel wieder seine Schleusen und Ver- und Entsorgung können wir nur im strömenden Regen erledigen. Na toll...

Gegen halb zwölf Uhr setzen wir uns schließlich Richtung Maribor in Bewegung, der nach Ljubljana zweitgrößten Stadt Sloweniens und weiter östlich gelegen.

Wir wählen nun die Autobahn, um nach Tagen des "Stillstands" in Ljubljana jetzt "Kilometer zu machen". Und zwischenzeitlich wird auch das Wetter wieder besser.

Viele Tunnel durchqueren wir, die Ausläufer der Julischen Alpen lassen grüßen.

Auch in Slowenien scheint es ein Sonntagsfahrverbot für LKW zu geben, zumindest sehen wir keine fahrenden Lastwagen. Die Autobahn ist generell recht leer. Richtung Osten nimmt auch der Touristenverkehr ab, wir sehen kaum noch ausländische Nummernschilder. Hier bewahrheitet sich mal wieder, dass das schöne, kleine Slowenien zumeist als "Transitland" nach Kroatien genutzt wird und der fahrende Tourismus daher eher auf der südwestlichen Seites des Landes zu finden ist.

 

In Ljubljana regnet's noch in Strömen, Richtung Osten wird's besser

 

Um Viertel vor eins verlassen wir kurz vor Maribor mal die Autobahn, um für 1,80 €/l zu tanken. Das ist für derzeitige Verhältnisse sogar recht günstig...

 

Ankunft am Stellplatz direkt an der Drau

 

Knapp eine halbe Stunde später kommen wir am kleinen Stellplatz, mitten im Wald und an der Drau gelegen, an. Vier bis acht Mobile sollen hier Platz finden, doch wir sind hier um diese Zeit ganz alleine. Eine Schranke zwischen Stell- und Parkplatz trennt den Sonntags-Ausflugsverkehr - von dem ziemlich viel vorhanden ist - vom Übernachtungswunsch der Wohnmobilisten. Die Gebühr von 10 € inkl. Strom bezahlen wir im benachbarten Restaurant. Das Wassersportzentrum hier ist wohl ein beliebtes Ausflugsziel fürs Wochenende, auch wenn wir kaum Wassersportler auf dem Fluss sehen, dafür umso mehr Gäste im Restaurant und in der angrenzenden Schokoladenmanufaktur "Teta Frida", die hier "in der Walachei" eine ihrer Filialen hat.

 

Circa vier Kilometer sind wir vom Zentrum Maribors entfernt. Wir wollten nach dem Besuch von Ljubljana nicht schon wieder direkt in einer Stadt stehen und dieses Mal wieder ein wenig mehr Natur genießen. Ein Radweg führt direkt am Fluss entlang, was wir schon vorher ausgekundschaftet haben. So können wir ziemlich bequem den Stadtbesuch mit einer kleinen Fahrradtour verbinden.

 

Stellplatz am Drava Center

 

Schokoladenmanufaktur "Teta Frida"

 

Gegen zwei Uhr schauen wir uns zunächst die unmittelbare Umgebung an. Wir müssen doch wissen, wo wir hier gelandet sind...

Dabei führt uns unser Gang auch in die Schokoladenmanufaktur beziehungsweise in deren Laden. Führungen und Workshops kann man auch buchen, aber nur zu bestimmten Terminen, von denen keiner in unser Zeitfenster passt. Wir sind ja auch nur bis morgen hier.

So belassen wir es bei einer ausgiebigen Besichtigung der vielen Schokoladenerzeugnisse und das ein oder andere wandert als Mitbringsel und Souvenir ins Wohnmobil, auch wenn die Sachen nicht ganz billig sind.

 

 

Wieder an der sonnigen, 23° Celsius warmen Luft entdecken wir eine "Glamping-Anlage" unmittelbar am Wasser, auch als Teil des Wassersportzentrums. Ein Privatpool sorgt auch außerhalb der Draufluten für angenehme Abkühlung, aber im Moment ist hier alles ziemlich leer. Stelzenhäuser mit teilweise unverstelltem Blick aufs Wasser vom Bett aus sorgen für die richtige Glamour-Atmosphäre - auch wenn die Umgebung nicht gerade glamourös erscheint...

 

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Kleine Radtour nach Maribor

 

Um kurz vor halb vier schwingen wir uns nun auf unsere Räder, um die vier bis fünf Kilometer bis nach Maribor zurückzulegen. Teilweise führt der Weg ganz schön eng und abschüssig durch den Wald am Flussufer entlang und schon auf dem Hinweg wird klar, dass wir tunlichst nicht in der Dunkelheit den gleichen Weg zurück fahren sollten.
Fünfundzwanzig Minuten später sind wir im Zentrum der zweitgrößten Stadt Sloweniens. Da wir immer am Ufer entlanggefahren sind, ersparen wir uns so den nicht gerade ansehnlichen "Speckgürtel" der Stadt, wie wir ihn am nächsten Tag bei der Weiterfahrt noch zu sehen bekommen werden.


Ehrlicherweise haben wir uns von der Stadt etwas mehr versprochen. Aber vielleicht liegt das ja auch am heutigen Sonntag. Alle Läden und die meisten Gastronomien haben verständlicherweise geschlossen. So touristisch ist Maribor nicht, als dass die Stadt auch sonntags zumindest teilweise solche Angebote vorhält, obwohl ja eigentlich Hochsaison ist...

Wie ausgestorben wirkt die Stadt teilweise. Wir schlendern vom Ufer hoch in die Altstadt und verweilen ein klein wenig auf dem großen Hauptplatz. Aber auch hier ist kaum eine Menschenseele zu sehen.

 

Der Hauptplatz in der Altstadt von Maribor mit Rathaus und Pestsäule
Der Hauptplatz in der Altstadt von Maribor mit Rathaus und Pestsäule

 

In der ebenfalls menschenleeren Fußgängerzone ist noch das Interessanteste die Schaufensterdekoration eines heimischen Radiosenders.

 

 

Hier stehen neben verschiedenen Grammophonen auch mehrere kleinere und größere "Volksempfänger" aus der NS-Zeit: "Hitlerjev Radio". Vermutlich wird man das in Deutschland kaum ausstellen dürfen.

Aber auch die "Urform" des Tesla ist zu sehen: Nein, kein Auto, sondern ebenfalls ein Radio. Von Nikola Tesla, dem Namensgeber des ultramodernen E-Autos, 1955 entworfen.

 

Am Ende der Fußgängerzone erwartet uns nach Ljubljana ein weiteres "Wasserspiel" zur allgemeinen Erfrischung der Bevölkerung bei sommerlichen Hitzegraden (die wir aber im Moment eigentlich gar nicht haben). Die "Wasserversorgung Maribor" bietet "Erfrischung pur" durch ein blaues Tor mit feinem Wassersprühnebel. Dank Google-Übersetzer sind die "slowenischen Hieroglyphen" über dem Tor schnell entschlüsselt. 

Aber auch hier sind wir im Moment die einzigen, die diese Abkühlung mal kurz ausprobieren. Auch im gegenüberliegenden Restaurant auf dem Platz ist nicht viel los. Also machen wir langsam wieder kehrt und gehen zum Fluss zurück.

 

 

Beim Gang über eine Brücke hat man rückblickend einen recht schönen Blick auf die Altstadt von Maribor.

 

Altstadt von Maribor (zu deutsch: Marburg) an der Drau
Altstadt von Maribor (zu deutsch: Marburg) an der Drau

 

Eigentlich wollten wir hier am Abend irgendwo essen gehen. Aber da in der Stadt so wenig los ist und wir jetzt am Nachmittag noch keinen großen Hunger haben, treten wir gegen Viertel nach fünf die Heimfahrt zum Womo an und wollen im dortigen Restaurant essen.

 

Eine halbe Stunde später sind wir wieder am Drava Center, doch der Plan, dort im relativ exklusiven Lokal zu essen, schlägt fehl, denn alles ist ausgebucht. Verrückt... in Maribor selbst ist nichts los und hier "knubbelt" sich alles... Tagesausflügler eben.

Am Drava Center gibt es allerdings noch ein zweites Lokal, nicht ganz so gediegen, eher Pizzeria, dafür preiswerter und mit sonnigen Plätzen draußen direkt am Wasser. Auch schön. Hier sind noch ein paar Plätze frei und die Pizza ist unser...

 

Am Womo-Stellplatz Drava Center vier Kilometer vor den Toren Maribors
Am Womo-Stellplatz Drava Center vier Kilometer vor den Toren Maribors

 

Gegen Abend leert sich das Wassersportareal. Doch ganz allein bleiben wir über Nacht nicht: gegen Viertel vor neun am Abend kommt noch ein Wohnmobil angefahren, eine fünfköpfige polnische Familie wird hier ebenfalls die Nacht verbringen.

Irgendwie beruhigend, dass man nicht so ganz alleine im Wald am Flussufer steht und Gleichgesinnte neben sich weiß. So verbringen wir eine ausgesprochen ruhige Nacht hier.

 

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Vantourer 600 L Cargo Line

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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