"Haarnadelkurven-Kamikaze" im Triglav-Nationalpark

Mo., 4. Juli 2022, 3. Reisetag / 52 Tageskilometer / von Dovje, "Camping Kamne" nach Trenta, "Kamp Triglav" im Soča-Tal des Triglav-Nationalparks (33 € / Nacht incl. Touristenabgabe ohne Strom [autark gestanden]), Koordinaten: 46.3741767,13.7400304 

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Pause nach einer der insgesamt 50 Haarnadelkurven
Pause nach einer der insgesamt 50 Haarnadelkurven

In einem unserer papiernen Reiseführer ist eine Route durch die Alpen dieser Gegend vorgeschlagen, der wir heute ein wenig mit dem Womo folgen wollen. Dazu gehören auch die 50 durchnummerierten Haarnadelkurven des Vršič-Passes im Triglav-Nationalpark mit teilweise 14 % Steigung und dementsprechendem Gefälle. Mal sehen, wie unser Womo das meistert.

Aber bevor es so weit ist, wollen wir zunächst noch ins Naturreservat Zelenci in Podkoren in der Nähe des Campingplatzes fahren. Dort soll uns ein kleiner, glasklarer Teich mit verschiedenen Quellen und Aussichtsplattformen erwarten.

Obwohl es heute Nacht ein wenig geregnet und gewittert hat, ist es beim Aufbruch um Viertel vor zwölf Uhr wieder 31° Celsius warm und sonnig. 

 

 

Bei der Fahrt durchs Tal von Kranjska Gora meint man, man könne ebenso in Österreich sein. Eifrig sammeln wir weitere Eindrücke des Landes, in dem wir zum ersten Mal sind.

 

 

 

Zwischenstopp im Naturreservat Zelenci

 

Nach einer halben Stunde Fahrt auf der Landstraße 202 sind wir am Parkplatz des Naturreservats und von dort aus führt ein etwa 1 km langer Waldweg zum Gewässer.

Schön ist es hier! Und gar nicht mal so überlaufen! Neben der attraktiven "Nah-Gegend" kann man in der Ferne auch von hier wieder den Triglav sehen. Eine gute Dreiviertelstunde halten wir uns hier auf.

 

Naturreservat Zelenci in Podkoren
Naturreservat Zelenci in Podkoren

 

Weiterfahrt zum nächsten Zwischenstopp: Jezero-See und der Fluss Pišnica

 

Um kurz nach ein Uhr fahren wir weiter zum nächsten Zwischenstopp vor der "Haarnadelkurven-Tour". Dazu müssen wir die Strecke ein klein wenig zurückfahren und in Kranjska Gora rechts abbiegen, der kleinen Landstraße 206 hoch folgend, um zum Jezero-See mitten im Skigebiet von Kranjska Gora zu landen. Hier ist es etwas touristischer, doch immer noch recht ruhig im Vergleich zu vielen anderen Orten in den Sommermonaten.

Bis zu den Knien sind wir im See; mehr wollen wir ehrlich gesagt heute nicht. Außerdem ist er eiskalt, aber dafür wieder glasklar, wunderbar!

 

 

 

"Nebenan" fließt in unmittelbarer Nähe der Gebirgsbach Pišnica, in dessen sehr ausgetrocknetem Flussbett wir ebenfalls eine Weile herumlaufen und von dort haben wir einen schönen Blick auf den Razor, ebenfalls ein recht hoher Berg in Slowenien.

 

Der Fluss Pišnica mit dem Berg Razor im Hintergrund
Der Fluss Pišnica mit dem Berg Razor im Hintergrund

 

Jetzt im Sommer kann man ganz gut im Flussbett umherlaufen, ohne vom (natürlich) eiskalten Wasser umgerissen zu werden. Wenn man an gleicher Stelle im Frühjahr steht, mag die Sache schon anders aussehen... Auf jeden Fall ist es ein kleines Erlebnis.

 

Nächste Etappe: 50 durchnummerierte Haarnadelkurven - der Vršič-Pass

 

Um kurz nach zwei Uhr, nach einer guten halben Stunde Aufenthalt an See und Fluss, folgen wir weiter der Landstraße 206, nehmen nun die 50 Haarnadelkurven in Angriff und schrauben uns allmählich die Julischen Alpen hinauf.

Der Vršič-Pass: 14% Steigung nach oben, 50 durchnummerierte Haarnadelkurven, 25 km Strecke, 750 m hoch, 990 m wieder runter, 1750 m Höhenunterschied.

 

Obwohl es auch hier nicht allzu voll ist, können wir doch nicht an jedem der an der Straße liegenden kleinen Parkplätze anhalten, um die Aussicht zu genießen und dem Womo (und Fahrer) eine Pause zu gönnen. Dazu sind dann doch manchmal zu viele andere Autos in den Parkbuchten.

Erstaunlicherweise sind wir auf einem recht großen Plateau ziemlich weit oben allerdings mutterseelenallein, so dass hier erstmal ausgiebig Fotostopp gemacht wird.

Die Strecke nach oben meistert unser Womo ( und natürlich auch Herr Fernschreiber als Fahrer!) mit Bravour, trotz Fahrrädern hinten drauf. Aber unter der Haube sind ja auch 160 PS...

 

 

Pause mit grandioser Aussicht knapp unterhalb der höchsten Stelle des Vršič-Passes
Pause mit grandioser Aussicht knapp unterhalb der höchsten Stelle des Vršič-Passes

 

Den Bremsen "riecht" man die Bergabfahrt an...

 

Nach der Bergabfahrt allerdings stinken die Bremsen doch ganz schön "verschröggelt", da machen wir vor der 49. Kurve erstmal eine fast dreiviertelstündige Pause, bevor uns die Reise zum Campingplatz "Camp Triglav" im Soča-Tal in Trenta führt. Der ist nicht mehr so weit entfernt und wir entdecken ihn zufällig circa 10 min nach unserer Pause, als wir die Straße entlangfahren (am "Camping Trenta" ein paar Kilometer zuvor "rauschen" wir noch vorbei). Wir bekommen auch hier ohne Reservierung um kurz nach vier Uhr einen schönen Platz - haben sogar die Auswahl zwischen mehreren schönen - und machen für heute Schluss. Wir wollen ja nicht gleich zu Anfang unseres Urlaubs die Bremsen aufs Äußerste belasten. Später am Abend werden wir allerdings sehen, dass sich der Campingplatz ziemlich füllt... fast nur mit Kastenwagen oder Zeltern. Glück gehabt!

Hier bleiben wir auch gleich für zwei Nächte, da wir morgen ein wenig dem Alpe-Adria-Trail folgen möchten, der direkt am Campingplatz vorbeiführt.

 

Unser Stellplatz auf dem Campingplatz "Camp Triglav" im Soča-Tal in Trenta
Unser Stellplatz auf dem Campingplatz "Camp Triglav" im Soča-Tal in Trenta

 

Unser Womo darf sich jetzt für zwei Tage von der anstrengenden Bergtour ausruhen. Wir selbst machen am Abend noch einen kleinen Spaziergang zur nahegelegenen Soča, die unmittelbar am Campingplatz vorbeiführt. Und natürlich: Die Beine müssen ins Wasser!

 

 

Und abschließend zu diesem Tag ein kleines Video von der wunderbaren, kristallklaren Soča: 

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Vantourer 600 L Cargo Line

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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