"Osterurlaub" im Lippetal

Samstag, 16. April / Ostersonntag 17. April 2022, von Soest ins Lippetal, ca. 20-25 km entfernt, Stellplatz "Landhof und 'Der Saloon' Kesseler", Koordinaten: 51.6628174,8.1077032

Stellplatz "Landhof Kesseler" in Lippetal-Kesseler
Stellplatz "Landhof Kesseler" in Lippetal-Kesseler

Vorgeschichte:

Zwei Wochen Osterferien für Frau Fernschreiberin, eine Woche Urlaub für Herrn Fernschreiber - und wo verbringen wir zum überwiegenden Teil unsere arbeitsfreie Zeit? (Mal wieder) im schönen fränkischen Bamberg.
Erneut sind wir beschäftigt mit dem Umzug einer unserer Töchter, die sich seit dem Sommer 2020 nach ihrem FSJ mal mehr, mal weniger in Bamberg aufhält und nach einem Vierteljahr "Stippvisite" im heimischen Soest nun doch ein Studium in Oberfranken zum Sommersemester 2022 aufnimmt. Corona ist kein ganz so großes Thema mehr, so dass das Studium jetzt in Präsenz stattfinden kann. Wie schön!

Dieses Mal ist ihre Bleibe keine WG mehr, sondern eine kleine 1-Zimmer-Wohnung in einem 9-Parteien-Haus. Pünktlich zum Start des Sommersemesters am 19. April hatten wir das große Glück, diese kleine Wohnung für Mitte April gefunden zu haben und so ziehen wir am Sonntag, 10. April und mit Beginn der Osterferien in NRW mit unserem Womo gen Bamberg. Vollbepackt bis unter die Dachkante mit Möbeln und weiteren Utensilien ist gerade noch genug Platz, damit wir Eltern auch noch die nächsten Tage im Womo übernachten können, während der Umzug über die Bühne geht.
Unsere Tochter ist schon seit Januar 2022 in Bamberg, wo sie wieder bei verschiedenen Theateraufführungen die Regieassistenz übernimmt. Das wird sie nun auch während ihres Studiums nebenbei weitermachen und sich so ein Teil ihres Studiums finanzieren.

 

Vier Tage bauen wir Möbel auf, durchforsten Möbelläden und Baumärkte und tausend Dinge wollen noch erledigt sein, bis die Wohnung einigermaßen eingerichtet ist. Und doch ist klar: Wir brauchen noch eine zweite Fuhre mit persönlichen Dingen aus Soest, die wir bei der ersten Fahrt nicht mehr haben unterbringen können. So "schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe": Über die Osterfeiertage nehmen wir unsere Tochter im Womo mit zurück nach Soest, denn dort ist noch Großes geplant: Während dieser viertägigen "Umzugszeit" in Bamberg werden unsere Zwillingstöchter 20 Jahre alt. In diesem Jahr sind wir Eltern gerade passend in Bamberg, während die andere Tochter im Studium in Paderborn weilt.
Mittwochs ist "das Gröbste" erledigt, so dass wir wieder nach Soest fahren, Karfreitag mit der Familie feiern und einen Tag später soll die große gemeinsame Party mit vielen Freunden stattfinden - endlich mal wieder eine größere Sause nach zwei Jahren "Corona-Mini-Feiern"! Ostermontag wird dann der zweite Teil des Umzugs erfolgen: Wieder ein volles Womo, wieder nach Bamberg, Tochter und Möbel "abladen" und am selben Tag wieder zurück... Herrn Fernschreibers Urlaub neigt sich leider dem Ende zu...

 

"Flucht" vor der Geburtstagsparty im Freundeskreis unserer Töchter

 

Und warum jetzt im Lippetal zum "24-Stunden-Urlaub?" Ganz einfach: Wir Fernschreiber-Eltern "entfliehen" der Geburtstagsparty am Samstag in unserem Haus... 😅 Dort stören wir ja doch nur, sollen die "jungen Leute" ruhig unter sich feiern und "wir Alten" hoffen, dass "die Bude noch steht", wenn wir Ostersonntag irgendwann am Nachmittag wieder nach Hause kommen... (Nachtrag: Ja, das Haus stand noch... aufgeräumt und geputzt! 👍).

Da wir ja Ostermontag schon wieder umzugstechnisch die 2 x 350 km nach Bamberg und zurück vor uns haben, haben wir keine große Lust, wer weiß wo hinzufahren. In der Nähe von Soest gibt es auch schöne Ecken! So entschließen wir uns für das nahegelegene Lippetal mit seinen Naturschutzgebieten "Ahsewiesen". In der Gegend waren wir zwar schon ein paar Mal mit dem Fahrrad oder auf Geocaching-Tour, aber wirklich alles hat man ja doch noch nicht gesehen.

 

Kleine Wanderung zum Aussichtsturm "Ahsewiesen" Krewinkel-Wiltrop

 

Am Nachmittag geht's los. Erste Station im Lippetal: Der Parkplatz des Sportvereins Schwarz-Weiß-Hultrop, direkt gegenüber von "Sändkers Mühle" (auch schön!), um von dort aus zum Aussichtsturm Ahsewiesen zu wandern. An diesem Aussichtsturm (einer von vielen in den verschiedenen Abschnitten der Ahsewiesen rund um den Fluss Lippe) waren wir tatsächlich noch nicht. Gute Gelegenheit! Das Wetter spielt super mit, sehr sonnig, wenn auch noch nicht so ganz warm, so um die 16/17° Celsius. Kaum ziehen wir los, sehen wir schon drei Rehe übers Feld huschen, später gesellen sich noch Feldhasen dazu, Kanadagänse schnattern aufgeregt herum und vom Aussichtsturm aus können wir die Störche in ihrem Nest brüten sehen.

 

Eine kleine Runde von sieben Kilometer wandern wir um den Turm herum, bis wir gegen halb sieben am Abend wieder am Womo ankommen. Jetzt knurrt der Magen. Was essen? Wäre nicht schlecht. Wir haben zwar Fertiggerichte dabei, doch nach Essen gehen steht uns mehr der Sinn. Nur wo? Und übernachten müssen wir ja auch noch irgendwo. Da haben wir nur ganz grob geplant, sind da immer sehr spontan...

 

Essen gehen im Landgasthof und 'Saloon' Kesseler

 

Da wir uns ja in der Gegend auskennen, entscheiden wir uns erstmal zum Essen für den recht nahegelegenen "Landhof und Saloon Kesseler". Dort kann man mit dem Womo gut parken und das Essen ist schmackhaft, ländlich-rustikal. Wo wir dann genau übernachten, werden wir mal schauen...

Die wenigen Kilometer sind schnell zurückgelegt. Beim Einbiegen in die Einfahrt zum Landgasthof sehen wir schon: uiii, ziemlich voll! Aber Herr Fernschreiber entdeckt noch ein kleines blaues Schild: Wohnmobilstellplatz! Direkt hier am Gasthof! Super! Was ein Zufall! Um nicht zu sagen: Glücksfall! Und der Platz ist auch gar nicht voll, nur ein weiteres Wohnmobil steht dort.
Beim Blick in die verschiedenen Stellplatz-Apps, die wir auf dem Smartphone haben, fällt auf, dass dieser Stellplatz nirgends verzeichnet ist. Kein Wunder, das dort kaum ein Womo steht. Und das trotz langem Osterwochenende, schöner Gegend und obwohl es auf der Stellplatzwiese hinter dem Gasthaus vier Stromanschlüsse, Frischwasser und Entsorgungsmöglichkeit gibt. Auch die Toiletten des Gasthofes sind außerhalb der Öffnungszeiten des Restaurants für Wohnmobilisten von außen zu betreten. Was will man mehr?

 

 

Der Pächter des Gasthofes kommt kurz nach unserer Ankunft zum Platz und fragt, ob wir übernachten wollten, erklärt uns alles, ist sehr nett. Auf unsere Frage, was die Übernachtung denn koste, winkt er ab, fragt seinerseits, ob wir im Gasthof essen wollen ("Ja, unbedingt! Deswegen sind wir ja hier!"). Damit ist der Platz quasi "bezahlt". Auch Strom und Wasser wären kostenfrei gewesen, brauchen wir aber nicht. Sind ja autark.

Das Wetter ist so schön und warm in der Sonne, dass wir draußen essen können, im Angesicht der Pferde und Esel, die sich direkt auf der Weide zwischen Gasthof und Stellplatz auf der Weide tummeln. Richtiges Urlaubsfeeling, und das nur wenige Kilometer von zu Hause entfernt. "Manchmal liegt das Gute doch so nah!"

 

 

 

Nach dem Essen drehen wir noch eine kleine Runde zur Lippe und genießen auf der einen Seite des kleinen Flusses den Sonnenuntergang, auf der anderen Seite den Vollmondaufgang. Herrlich!

Die Nacht ist leise in dieser ländlichen Gegend - zu Hause ist es jetzt mit Sicherheit sehr viel lauter...

 

 

Ostersonntagsfrühstück im Womo

 

Da sich das Wachwerden, Aufräumen und Putzen nach einer "durchtanzten Nacht" garantiert bis in die Mittagsstunden hinziehen wird, sind wir Eltern uns mit den Töchtern einig, dass wir - obwohl Ostern - getrennt frühstücken werden. Bei wiederum schönsten Frühlingswetter genießen wir also unser kleines Ostermahl, nun ganz allein auf weiter Flur, denn das andere Wohnmobil ist heute Morgen abgereist.
Leider bietet der Gasthof kein Frühstück an, aber das ist zu verschmerzen. Wir haben ja alles dabei. Nach dem Frühstück melde ich erstmal - in der Sonne sitzend und dabei die Esel und Pferde beobachtend - den neuen Stellplatz bei promobil. Zwischenzeitlich haben wir erfahren, dass es den Platz erst seit einem knappen halben Jahr gibt und er noch nicht so bekannt ist.

 

 

 

Um die Mittagszeit genehmigen wir uns noch einen kleinen Umtrunk auf der großen Terrasse des Gasthofes, bevor wir gegen halb drei Uhr wieder in Soest eintreffen.

 

 

Unser kleiner "24 Stunden-Urlaub" ist damit auch schon wieder vorbei und wir richten das Womo wieder als Umzugswagen her...

Unerwartet schön war's!

 

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Vantourer 600 L Cargo Line

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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