Insel Poel - Naturparadies vor den Toren Wismars

Sa., 16. Oktober 2021, 5. Reisetag / 23 Tageskilometer / vom Wohnmobilstellplatz Wismar zum Wohnmobilstellplatz "Timmendorf Strand", Insel Poel, 10 € / 24 Std. plus 2,50 € Kurtaxe pro Person, Strom 1 € pro 1 KWh / Koordinaten:   53.9932701,11.3709612

Leuchtturm der Insel Poel in Timmendorf Strand
Leuchtturm der Insel Poel in Timmendorf Strand

Um acht Uhr sind wir schon wach, wirklich früh für unsere Verhältnisse...

Der Morgen dämmert gerade mit einem roten Himmel und frischen 9° Celsius.
Dementsprechend früh sind wir schon auf Achse, um halb zehn Uhr rollen die Räder (allerdings ohne V+E) gen Insel Poel. Nach zweimaliger Stadt- bzw. Schlossbesichtigung ist nun Natur (fast) pur angesagt.

Die Insel ist nur 37 Quadratkilometer groß. Landwirtschaft und Fischerei prägen das Bild der Landschaft, aber auch der Ausflugstourismus aus der nahegelegenen Stadt Wismar ist (zumindest am Wochenende) zu spüren. Dennoch ist es hier sehr still und ruhig.
Schon eine knappe halbe Stunde später sind wir an unserem zuvor ausgesuchten Ziel, dem Womo-Stellplatz am Forellenhof in Kirchdorf.

 

Hier stehen zwei Wohnmobile direkt am Hafengelände, eine irgendwie geartete Ordnung ist nicht zu erkennen und es sieht ziemlich verlassen aus. Es gibt nur dieses eine Fischrestaurant, aber ansonsten nicht viel mehr. Wir suchten uns diesen Stellplatz aus, weil wir im Zentralort Kirchdorf stehen wollten, falls das Wetter nicht ganz mitspielt und wir nicht unbedingt auf die Räder angewiesen sein wollten.

Aber eigentlich gefällt es uns hier nicht so gut und Kirchdorf liegt auch auf der anderen Seite der Bucht, die die Insel so tief einschneidet, dass Kirchdorf, obwohl mittig gelegen, auch über einen kleinen Hafen verfügt.

 

Brücke zur Insel Poel und Stellplatz "Am Forellenhof" gegenüber des Zentralorts Kirchdorf

 

Timmendorf-Strand - "touristisches Zentrum" der Insel Poel

 

Also fahren wir weiter zur Alternative: dem Wohnmobilstellplatz "Timmendorf" im gleichnamigen Ort ganz im Westen der Insel (ja, auch in der ehemaligen DDR gibt es einen Timmendorfer Strand... 😉). Hier ist auch gleichzeitig das touristische Zentrum der Insel mit seinem Hafen und dem aktiven Leuchtturm. Außerdem locken ein herrlicher weißer Sandstrand (macht seinem westdeutschen Namensvetter durchaus Konkurrenz) nordöstlich von Timmendorf und ein sehenswertes Kliff am Westufer, das direkt in Timmendorf beginnt.

Um kurz nach zehn Uhr morgens erreichen wir den Stellplatz neben einem riesigen Campingplatz.
Die Gebühr für den Platz wird per Karte an der Schranke berechnet und bei Abfahrt am Automaten entrichtet.

Hier ist es viel schöner und großzügiger als am Forellenhof. Viele Plätze sind noch frei, so dass wir die "Qual der Wahl" haben. Unterwegs hat es noch ein paar Tropfen geregnet, aber jetzt ist es sogar stellenweise sonnig, etwas windig und so um die 10 bis 11° Celsius "warm".


Ein älterer Womo-Fahrer sieht uns ankommen, schlurft an uns vorbei mit seiner Brötchentüte unter'm Arm und ist erstaunt über unsere frühe Ankunft. Er sei noch gar nicht richtig wach und spreche mit seinen Brötchen, damit er munter werde, erzählte er uns... 😂

Jetzt gibt es auch bei uns - wie immer - erstmal wieder ein ausgiebiges Frühstück mit lecker Brötchen und Frühstücksei.

 

 

Erkundung von Timmendorf: Hafen, Strand und Kliff

 

Um kurz vor halb eins gehen wir zu Fuß los, da der Hafen mit dem Leuchtturm quasi "um die Ecke" liegt. Auf dem Weg dahin zahlen wir unsere Kurtaxe im nahegelegenen Souvenirshop, erhalten dafür unsere Kurkarten und legen die verlangten Corona-Impfnachweise vor. 

 

Bevor wir die kurze, promenadenähnliche Straße "Tau'n Lüchttorm", die direkt zum Leuchtturm und Hafen führt, entlanggehen, schauen wir uns kurz in der "Gegenrichtung" um.

 

 

 

Jetzt geht es aber zum nett angelegten Hafen. Einige kleine Restaurants, Cafés oder Fischbuden gibt es in der näheren Umgebung, dazu ein bis zwei Souvenirläden, das war's eigentlich auch schon. Aber alles in allem schön anzusehen, wenn auch nicht allzu viel los ist hier, selbst am heutigen Samstag nicht.

 

Leuchtturmansichten...

Hafen von Timmendorf auf der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern
Hafen von Timmendorf auf der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern

 

Im Süden wird der Himmel immer dunkler, da braut sich ganz schön was zusammen über dem Festland Richtung Wismar. Wir bleiben angesichts des Wetters erstmal in der schützenden Umgebung des Hafens, um im "Fall der Fälle" schnell irgendwo Unterschlupf finden oder den kurzen Weg zurück zum Womo einschlagen zu können.

 

 

Doch das Wetter auf der Insel hält sich. Kein einziger Regentropfen fällt und in nordöstlicher Richtung, da, wo der weiße Sandstrand verläuft, ist es hell, klar und teilweise richtig sonnig. Der Wind pfeift uns jetzt zwar ganz schön um die Ohren, aber das ist uns allemal lieber als Regen.

 

 

Wir schlendern eine Weile direkt an der Wasserlinie entlang, bevor wir dann einen kleinen Weg direkt hinter den Dünen entdecken und dort weiter entlangmarschieren.

 

 

Die nun überall auftauchenden Hagebutten und verdorrten Früchte an buntbelaubten Sträuchern in und an den Dünen verleihen der Ostsee nun einen gänzlich anderen, eben herbstlichen Charakter. Im Unterschied von vor ungefähr zwei Monaten, als wir im Sommer nicht weit von hier entfernt ebenfalls an der Ostsee, aber etwas weiter westlich, weilten.

 

Herbststimmung an der Ostsee auf der Insel Poel
Herbststimmung an der Ostsee auf der Insel Poel

 

Das westliche Kliff der Insel Poel

 

Langsam gehen wir wieder zurück Richtung Hafen. Wir würden uns gerne noch die Steilklippen weiter westlich ansehen, wenn das Wetter mitspielt. Auch wenn es stellenweise wieder sehr dunkel am Horizont wird, wagen wir die Wanderung unterhalb des Kliffs.

 

Dunkel wird's über dem Leuchtturm von Timmendorf... aber es bleibt trocken!
Dunkel wird's über dem Leuchtturm von Timmendorf... aber es bleibt trocken!

 

Das Kliff ist eine sehr "bewegte", circa anderthalb Kilometer lange Steilküste und man betritt sie nur auf eigene Gefahr. Immer - aber natürlich besonders nach Stürmen, bei Sturmfluten oder im Frühjahr bei auftauenden Temperaturen - ist die Gefahr des Abrutsches gegeben. Ein recht aufwändiger Earthcache "Das Westkliff von Poel", der auch Zeichnungen der verschiedenen Schichten des Kliffs verlangt, ist uns zusätzliche Motivation, uns dort einmal umzuschauen.

 

Das Westkliff bei Timmendorf auf der Insel Poel
Das Westkliff bei Timmendorf auf der Insel Poel

 

Bäume, entweder schon lange tot oder kurz vorm Abrutsch...

Man hat stellenweise schon ein mulmiges Gefühl im Magen, wenn man unter den praktisch freiliegenden Wurzeln entlanggeht...

 

Wieder zurück am Hafen möchten wir uns eigentlich ein Fischbrötchen gönnen, direkt vom Kutter, der mittags noch im Hafen liegend frischen Fisch verkauft hat. Doch als wir um Viertel nach vier Uhr dort ankommen, ist der Kutter zwar noch da, hat aber keinen Fisch mehr. Na toll! Also machen wir uns auf die Suche nach einer anderen "Nahrungsquelle" und werden in einem der kleinen Cafés / Restaurants (oder so eine Mischung aus beiden) fündig. Also doch noch Fisch am heutigen Tag!


Zum "Nachtisch" nehmen wir uns aus der benachbarten Konditorei noch ein paar Stück Kuchen mit, die wir dann um Viertel vor fünf Uhr im Womo mit lecker Teechen dazu futtern.

Etwas mehr als neun Kilometer sind wir heute hier in Timmendorf am Hafen, Strand und Kliff hin- und hergelaufen. Das macht hungrig!

Abends gegen acht Uhr gehen wir erneut zum Hafen, um den Leuchtturm "in Aktion" zu sehen, immerhin muss er zuverlässig jede Nacht seinen Dienst verrichten und der Schifffahrt in der Wismarer Bucht den richtigen Weg weisen.

 

Leuchtturm von Poel in Aktion
Leuchtturm von Poel in Aktion

Schon vom Womo aus ist der stimmgewaltige Alleinunterhalter einer geschlossenen Gesellschaft am Hafen zu hören. Er beschallt die gesamte Gegend, ansonsten ist hier abends aber absolut "tote Hose", selbst am heutigen Samstag.

Da sonst hier nicht mehr allzu viel los ist, wagen wir zum Abschluss unseres kleinen Spaziergangs vorm Womo im Licht unserer Außenleuchte ein kleines Tänzchen im Takt der Musik, die der Wind herüberträgt. Dann machen wir eben unsere eigene kleine "Party"!

Danach gibt's (zugegebenermaßen nicht gerade gesunde) "kalte Küche" im Womo, weil wir den Tag über ja schon genügend gefuttert haben.

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Vantourer 600 L Cargo Line

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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