Auf nach Stade - in die schöne, alte Hansestadt

Fr., 30. Juli 2021, 10. Reisetag / 165 Tageskilometer mit Womo / von Neustadt-Pelzerhaken, Stellplatz "Ostsee" über Hamburg nach Stade, Wohnmobilstellplatz "Am Schiffertor" (15 €) / Koordinaten: 53.6025177,9.4636202

Alter Hafen der Hansestadt Stade
Alter Hansehafen von Stade

Um Viertel vor zehn Uhr verlassen wir bei sonnigem, windigem Wetter und 18° Celsius den Stellplatz in Pelzerhaken, nachdem wir dort nochmal V+E vorgenommen haben. Auf das Frühstück verzichten wir zugunsten einer etwas früheren Ankunft am neuen Zielort. Heute wollen wir schon mal ein kleines Stück gen Südwesten - Richtung Heimat - nach Stade. 

Unser Weg führt uns erneut durch Neustadt, das wir wegen des Wetters gar nicht näher besucht haben. Aber nun sehen wir es wenigstens kurz nochmal vom Womo aus und tanken dort für teure 1,40 €.

Auch ein Stück Autobahn als Versuchsstrecke mit Stromantrieb für LKW fahren wir entlang. Solche Strecken haben wir nun schon öfters gesehen, beispielsweise auch in Hessen.

Aber noch nie sahen wir einen LKW, der ähnlich wie eine Lok den Strom oben an der Stromleitung abgreift. Aber vielleicht sind die Leitungen ja noch gar nicht aktiv? Oder es gibt solche LKW noch nicht? Wer weiß...

 

 

Um Hamburg herum gegen halb elf Uhr ist es wettermäßig recht schön und das Thermometer klettert auf 21° Celsius, das soll für diesen Sommer schon was heißen!

 

Hafenansichten in Hamburg

 

Wir fahren nun Landstraße und kreuz und quer durch Hamburg, auch teilweise mehr oder weniger unfreiwillig, weil eine wichtige Brücke zurzeit gesperrt ist und wir Umwege fahren müssen. Aber so haben wir auch schöne Ausblicke auf die Hansestadt. Wir sehen Kreuzfahrtschiffe, die riesigen Kräne der Landungsbrücken zum Be- und Entladen der Container und auch die markante und unverwechselbare Silhouette der Elbphilharmonie erblicken wir vom Womo aus.

 

 

Es geht weiter über weiter über Landstraßen durchs "Alte Land" mit seinen Obstplantagen, bis wir um Viertel vor eins in Stade am Wohnmobilstellplatz "Am Schiffertor" ankommen.

 

Ankunft am Stellplatz "Am Schiffertor"

 

Sehr schön ist es hier und - vor allem! - es sind noch einige Plätze leer! Top!! Mit Hainbuchenhecken voneinander getrennt und teilweise recht groß muten sie schon fast wie Parzellen auf Campingplätzen an.  Auch die sanitären Anlagen sind super und reichen in der Ausstattung durchaus an Campingplätze heran. Und das alles für 15 €. Sehr schön!

 

 

Wir richten uns ein, erkunden die Lage ein wenig und frühstücken erstmal ausführlich.

 

Spaziergang zum alten Hansehafen - tolle Atmosphäre!

 

Um ziemlich genau drei Uhr am Nachmittag ziehen wir los Richtung Altstadt. Alle möchten natürlich zum alten Hansehafen, der nur fünf Gehminuten vom Stellplatz entfernt liegt. Also lassen wir die Fahrräder stehen.

Durch einsame, kleine Sträßchen schlendern wir zum alten Hafen, wo uns ein toller Ausblick im Sonnenschein erwartet!

Eingebettet in die alten Kaimauern fließt die Schwinge als tiedeführender Nebenfluss der Elbe gemächlich vor sich hin. Nach knapp fünf Kilometern mündet die Schwinge dann in die Elbe.

Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster und alte Speicherhäuser zaubern eine wunderschöne Atmopshäre rund um den alten Hafen. Kleine und größere Restaurants und Cafés säumen die Wege entlang des Flusses tief unten in seinem Bett.

 

Alte Kaimauer trifft auf lustige Cartoons

 

Was bald auffällt, ist der Humor der Stader: Auf dem Wasser findet sich ein großes Spiegelei als Kunstobjekt, eine Wasserröhre, die den Fischmarkt untertunnelt, wird selbstbewusst "Gotthardtunnel" (mit stolzen 16 942 m) genannt und zahlreiche mannshohe Cartoons mit mehr oder minder lustigen, auch bissigen Sprüchen sind an der Kaimauer über die ganze Länge bis zum neuen Hafen angebracht. Allein mit dem Erkunden und Lesen dieser Sprüche ist man schon eine Weile beschäftigt, so man denn will...

Diese Freiluft-Ausstellung ist erst seit Ende Juni 2021 fertiggestellt, ein Werk des Cartoonisten Tetsche, der mit dieser Aktion die Menschen in Corona-Zeiten zum Schmunzeln und auf andere Gedanken bringen will.

 

Der alte Hansehafen von Stade mit dem historischen Tretkran rechts im Bild
Der alte Hansehafen von Stade mit dem historischen Tretkran rechts im Bild

 

Zum moderneren Stadthafen von Stade

 

Am alten Hafen bleiben wir eine ganze Weile, bis wir am Schwedenspeicher als heutiges Museum weiterziehen zum moderneren Stadthafen von Stade, der allerdings auch nicht besonders groß ist. Hier finden sich - auch nicht gerade "modern" - neben einigen Motor- und Segelyachten das Museumsschiff MS Greundiek, das in kontrastreichem Rot-Grün im Hafen vertäut liegt, sowie der Traditionssegler Wilhelmine von Stade gegenüber, der jungen Menschen die Kunst des Segelns auf alten Schiffen näherbringen will.

An diesem Hafen fallen ebenso die modernen Glasfassaden der Appartmenthäuser auf. Was die wohl kosten, in dieser Lage? Sie bieten einen lebendigen Kontrast zum Museumsschiff, dem alten Segler und den drei Kanonen, die am Rande des Hafens auf der gegenüberliegenden Straßenseite genau auf diese Häuser zeigen...

Am "Kopf" des Hafens finden sich zahlreiche Deckchairs einer Cocktailbar, jetzt noch alle unbesetzt, aber heute Abend wollen wir versuchen, dort einen Platz zu erwischen und einen "Absacker" zu trinken. Jetzt wollen wir erst noch ein wenig die Gegend erkunden.

 

 

Pause und kleine Erfrischung im SUP-Club Stade

 

Wir folgen dem Wasserweg, überqueren "Beim Salztor" eine Schleuse und landen im "Burggraben" genannten Abschnitt der Schwinge. Hier gibt es den SUP-Club Stade. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob nur Mitglieder Zutritt haben, aber wir versuchen einfach unser Glück und können vollkommen unbehelligt unser "Flensburger Alster" dort kaufen und in den bequemen "Lounge-Gruppen" aus Paletten genießen. Es ist an diesem Freitagnachmittag noch nicht allzu viel los, nur ein paar SUP-Sportler und Kanuten ziehen ihrer Wege, doch wir finden's auch so wieder sehr idyllisch.

 

 

Weiter geht's immer am Wasser entlang, durch den Stader Bürgerpark und langsam wieder zurück in die Altstadt, erneut zum alten Hansehafen, weil es uns dort so gut gefallen hat. Wir möchten hier ganz gerne zu Abend essen. Es ist jetzt zwar erst um halb sechs Uhr herum am Abend, aber wir haben allmählich Hunger, also los: "Futter" suchen!

In den Restaurants direkt an der Kaimauer gibt es schon zu dieser Zeit keinen freien Platz mehr oder die Tische sind reserviert. Doch in Sichtweite zum historischen Tretkran finden wir doch noch ein Plätzchen und gönnen uns Pasta und Flammkuchen mit einem Gläschen Weißwein.

Wiederum genießen wir den jetzt stärker werdenden Trubel mit dem beginnenden Wochenende.

 

 

Auf dem Weg zum moderneren Stadthafen nach dem Essen lassen wir erneut die Cartoons und das historische Ambiente auf uns wirken.

 

Der Schwedenspeicher mit schwedischer Geschichte am Ende des alten Hafens
Der Schwedenspeicher mit schwedischer Geschichte am Ende des alten Hafens
... und vor wunderschönen Häuserkulissen ein Spruch nach dem anderen an der Kaimauer...
... und vor wunderschönen Häuserkulissen ein Spruch nach dem anderen an der Kaimauer...

 

Ausklag des Abends in Cocktailbar am Stadthafen

 

Nach dem Essen schlendern wir wie geplant zum Stadthafen, weil uns dort ja die heute Nachmittag gesehene Cocktailbar mit den Liegestühlen im Gras direkt am Wasser lockt. Hier ist es nun auch voller, wir finden aber dennoch zwei freie Deckchairs und lassen den Tag bei schönen Cocktails mit einem schönen Sonnenuntergang am Hafen ausklingen und beobachten derweil die vereinzelt eintrudelnden Yachten, die hier wohl das Wochenende verbringen möchten.

Langsam wird's allerdings frisch am Wasser, so dass wir uns gegen Viertel vor neun Uhr nach einem schönen Tag in der Altstadt von Stade wieder auf den Rückweg zum Stellplatz machen.

 

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Vantourer 600 L Cargo Line

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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