Weiter geht's an die Ostsee: Sierksdorf, Haffkrug und die "Partyhochburg" Scharbeutz

Mo., 26. Juli 2021, 6. Reisetag / ca. 53 Tageskilometer mit Womo / Wohnmobilstellplatz am Hansa-Park in Sierksdorf (7 €) / Koordinaten: 54.0736324,10.7736203

Seebrücke Scharbeutz in der Lübecker Bucht
Seebrücke Scharbeutz in der Lübecker Bucht

Um halb zehn Uhr verlassen wir Camping Buchholz nach Ver- und Entsorgung Richtung Scharbeutz, Timmendorfer Strand. Uns zieht's jetzt mal ans Meer, und wenn die Ostsee schon so nah ist, warum nicht? Gebucht haben wir zwar nirgends was, aber es wird sich sicherlich schon ein Plätzchen finden... so hoffen wir...

Bei ungefähr 24° Celsius und sonnigem, schwül-warmem Wetter kommen wir nach rund 50 km und einer Dreiviertelstunde Fahrt in Scharbeutz an. Gewitter liegt in der Luft. Mal sehen, was uns da noch so erwartet.

Wie geahnt, aber doch irgendwie verdrängt, ist am heutigen Montag um Viertel nach zehn Uhr am Morgen alles brechend voll in Scharbeutz. Der zuvor anvisierte Stellplatz zeigt uns schon an der Einfahrt sein "Belegt"-Schild.

Die Freuden der Stellplatzsuche ohne Reservierung in der Hochsaison...

 

Unser Plan, dass man nur zeitig genug morgens am neuen Stellplatz ankommen sollte, um ein freies Plätzchen zu ergattern, hat sich damit zerschlagen. Also weitersuchen. Eine Dreiviertelstunde kurven wir an der Ostsee hin und her, zwei weitere Camping- und Stellplätze in Scharbeutz sind ebenfalls voll belegt. Na toll. Im "Zentrum" des Trubels kommen wir nicht mehr unter, soviel ist klar.

Also fahren wir etwas weiter Richtung Norden nach Sierksdorf und erreichen dort um elf Uhr den Stellplatz am Hansapark, wie der Name schon sagt, direkt (auf dem Parkplatz) am großen Vergnügungspark "Hansapark". Die Promobil-App meint, dass hier meist genügend freie Stellplätze zu finden sind. Und so ist es auch. Ist nichts Besonderes, irgendwo soll es auch Toiletten geben im Eingangsbereich des Vergnügungsparks, die wir aber weder suchen noch brauchen. Andere Ver- und Entsorgung gibt es auch nicht, auch kein Strom. Aber das brauchen wir auch alles nicht. Dafür zahlen wir nur 7 € für 24 Stunden (ab Ankunft), zahlbar beim Platzwart am Kassenhäuschen des Parks. Voll ist es überhaupt nicht hier. Nur vereinzelt stehen Wohnmobile herum. Menschen sind so gut wie keine zu sehen, sind wohl alle im Freizeitpark. Da zieht es uns ja überhaupt nicht hin - zog es uns noch nie.

Gegen halb zwölf Uhr frühstücken wir erstmal - schließlich haben wir bis jetzt noch nichts im Magen. Ausnahmsweise machen wir das im Womo, denn mittlerweile bewölkt es sich immer mehr. Frische Brötchen sind auch da - die haben wir gestern noch auf dem Campingplatz für heute bestellt.

Um Viertel vor eins kündigt die Warnapp NINA starkes Gewitter für unseren Standort an, über dem Meer wird's bedrohlich dunkel und es fängt an zu gewittern. Also fällt die Entscheidung, zunächst im Womo zu bleiben und das Unwetter abzuwarten, leicht. Ist auch eine gute Wahl, denn schon wenig später öffnet der Himmel seine Schleusen. Schön, dass wir jetzt im Trockenen sitzen.

 

 

Nach "Sierksdorf-City", Haffkrug und Scharbeutz

 

Um drei Uhr klart es wieder auf und wir fahren mit den Fahrrädern los, zweieinhalb Kilometer und zehn Minuten später sind wir in "Sierksdorf City", direkt an der Promenade. Hier stellen wir unsere Räder ab, zu Fuß lässt es sich besser die Promenade und am Strand entlangschlendern. Ungefähr vier Kilometer laufen wir - meist direkt an der Wasserlinie entlang und auch im Wasser - über Haffkrug bis nach Scharbeutz. Das geht ja alles mehr oder weniger ineinander über und ähnelt sich auch. Schön finden wir hier insgesamt, dass nicht alles bis ins Kleinste zubetoniert und bebaut wurde, sondern durchaus die ein oder andere Düne mit Dünengras, Strandhafer usw. erhalten blieb zwischen all dem Tourismus.

Scharbeutz gefällt uns am besten und ist wohl auch der bekannteste Ort an diesem Küstenabschnitt der Lübecker Bucht. Hier ist vergleichsweise am meisten los. Doch - irgendwie auch wieder nicht... Am Vormittag kein "Bein an die Erde bekommen",  sprich Stellplatz. Jetzt, am Nachmittag, ist es recht ruhig... wo sind denn alle? Mittagsschläfchen als Vorbereitung auf nächtliche Partys? Wer weiß... (Drei Tage später wird NDR 1 Welle Nord berichten: "Scharbeutz: nächtliches Alkoholverbot bis Mitte September"! Ahaaa, Vermutung bestätigt: Hier geht wohl erst abends richtig "die Lucy ab". Nächtliche Alkoholexzesse an der Promenade mit teilweise zerstörten Strandkörben, lautem Gegröle und schallender Musik haben wir gar nicht mitbekommen... da waren wir schon wieder brav am Womo...).

 

Wir genießen lieber die jetzt wieder strahlend scheinende Sonne, schauen uns um und staunen über das glasklare Wasser und den feinen Sandstrand. Fast schon karibisches Flair hier! 😅 Natürlich besuchen wir auch die Seebrücken von Haffkrug und Scharbeutz und sehen so von der Meerseite aus die "Skylines" der Ostseeküstenstädtchen in der Lübecker Bucht.

 

Ostseestrand in Haffkrug
Ostseestrand in Haffkrug
Strand bei Haffkrug
Strand bei Haffkrug
Ostseedünen mit Strandkörben zwischen Haffkrug und Scharbeutz
Ostseedünen mit Strandkörben zwischen Haffkrug und Scharbeutz
Schöner Sandstrand und intakte Dünenlandschaft bei Scharbeutz in der Lübecker Bucht
Schöner Sandstrand und intakte Dünenlandschaft bei Scharbeutz in der Lübecker Bucht
Die Seebrücke in Scharbeutz
Die Seebrücke in Scharbeutz

 

Uns gefällt es hier richtig gut. Schade, dass wir unsere Badesachen nicht mitgenommen haben, doch wir hätten nicht gedacht, dass das Wetter nach dem Gewitter heute Nachmittag noch so schön wird. Obwohl - an der Küste muss man ja mit allem rechnen...

 

So langsam packt uns der Hunger und wir halten in Scharbeutz Ausschau nach einer geeigneten Location. Genug Restaurants und Lokale gibt es hier ja wahrlich - für jeden Geschmack und Geldbeutel ist was dabei. 

Es ist zwar erst sechs Uhr am Abend, doch um diese Zeit bekommt man immerhin noch ein schönes Plätzchen mit Meerblick.

Wir entscheiden uns schließlich für ein Lokal direkt zwischen Promenade und Strand, sitzen draußen und sind dennoch meerseitig geschützt durch Glasscheiben auf der Terrasse. Sehr schön.

 

 

Nach einer leckeren Pizza und Aperol Spritz müssen wir ja jetzt nochmal vier Kilometer zurücklaufen zu unseren Fahrrädern, die ja immer noch in Sierksdorf stehen. Um kurz nach acht Uhr erreichen wir unsere Drahtesel und gegen halb neun Uhr sind wir wieder am Womo. Echt schön war's! 

Eigentlich hätten wir uns doch in das "Nachtleben" von Scharbeutz werfen sollen... Dann hätten wir wenigstens mitreden können, was die Meldung über nächtliche Alkoholausschweifungen dort angeht... Wir sind einfach zu brav...

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Vantourer 600 L Cargo Line

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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