Unser nördlichster Anlaufpunkt dieser Reise: Ullapool

Mo., 5. August 2019, 12. Reisetag / 257 Tageskilometer / von Nähe Elgol, Isle of Skye, Wanderparkplatz, nach Ullapool, Broomfield Holiday Park, (25 £ mit Strom), Koordinaten: N 57°53'40", W 5°09'51"

Kreuzfahrtschiff im Fjord von Ullapool
Kreuzfahrtschiff im Fjord von Ullapool

Um neun Uhr scheint die Sonne, 20° Celsius, gegen zehn Uhr bedeckt sich's allerdings wieder am Himmel.

Wir frühstücken und brechen danach um Viertel nach zehn Uhr Richtung Fairy Pools auf.

An einer malerischen, alten Steinbrücke halten wir kurz an, doch es ist hier völlig überlaufen, überall stehen Busse und Touristen. Ein Foto der Brücke ohne Menschen darauf ist schlichtweg unmöglich. Diese ganzen Selfie-Heerscharen! Kriegen mit ihrem Narzissmus und ihrer "Seht her, ich war hier-Manier" jedes noch so schöne Motiv kaputt... 😖

Wir bleiben nicht lange und setzen die Fahrt ein paar Kilometer weiter zu den Fairy Pools fort.

Einen einigermaßen geeigneten Womo-Stellplatz finden wir etwa einen Kilometer vor den Wasserfällen, die in kleinen Kaskaden in Felsbecken stufenförmig herabfließen.

Vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp laut unseres Reiseführer, jetzt nicht mehr. Kein Wunder, steht ja auch im Reiseführer...

Auch hier: Alles ist völlig überfüllt! Wir geben ja zu, auch ein Teil dieser Touristenmassen zu sein, doch was sich hier an den Hotspots ereignet, ist nach unserem Empfinden nicht mehr schön.

Wir sehen schon auf dem Wanderweg die Menschen strömen, wir kommen uns vor wie in einer Art Phantasialand. Obwohl man sagen muss, dass die Schotten bis auf ein paar Parkplätze und Wanderwege nichts weiter anbieten, Bänke, Mülleimer, Toiletten, Imbissbuden. Das fehlt zum Glück alles, die Schotten forcieren den zunehmenden Tourismus also scheint's nicht.

Wir schauen uns den Menschenauflauf von Weitem an und kehren auf halber Strecke um. Die Schönheit und überwältigende Natur Schottlands sieht man kaum dort, wo sich die Menschenmassen tummeln. Von den Wasserfällen sieht man kaum etwas, und wenn, dann nur bunt gesprenkelt vor lauter Touristen...

Wir hätten schon vorgestern Verdacht schöpfen müssen, als wir in Mallaig am Fähranleger gesagt bekommen haben, dass erst in drei Tagen die Überfahrt auf Isle of Skye mit einem Wohnmobil möglich sei. Jetzt wissen wir auch warum... 😯 Die Womos sind alle hier...

Eine Dreiviertelstunde später sind wir wieder am Womo, das mittlerweile praktisch zugeparkt wurde. Glücklicherweise sind die Besitzer des nachfolgenden Womos noch da und setzen einen halben Meter zurück.

Wir machen die Biege und beschließen, die Isle of Skye wieder zu verlassen. So leer und "unberührt" es teilweise auf dem schottischem Festland war, so voll ist es hier.

Ist ja auch schön hier, mit den Single Track Roads, aber nicht, wenn man praktisch an jeder Ausweichstelle anhalten muss, um den Gegenverkehr passieren zu lassen. Wir befürchten, dass uns das an den Hotspots der Insel in den nächsten Tagen nun überall begegnen wird. Darauf haben wir keine Lust.

Um kurz nach zwei Uhr erreichen wir über die einzige Brücke der Insel wieder das schottische Festland und nehmen nun Kurs auf Ullapool.

Das Wetter ist so làlà, 16° Celsius, immer mal wieder Regenschauer, so dass wir bis Ullapool durchfahren. Das sind zwar auch noch mal knapp 180 km, auch hier teilweise auf Single Track Roads, aber wir wollen nun weiterkommen und nach drei Nächten des Freihstehens auch mal wieder einen Campingplatz ansteuern. Und der von Ullapool wurde uns aus verschiedenen Quellen wärmstens empfohlen.

Um Viertel vor fünf Uhr erreichen wir den Campingplatz. Keine Minute zu früh, denn auch hier füllen sich die Parzellen minütlich, die Menschenschlange an der Rezeption ist schon beachtlich.

Wir erwischen noch einen Platz mit Strom und Meerblick aus der dritten Reihe heraus. Für zwei Tage buchen wir, je 25 £ die Nacht.

Nach einiger Zeit der Muße und Ruhe wollen wir gegen kurz nach sieben Uhr die Gegend erkunden, trotz Midge-Alarm  (einige Camper laufen draußen mit den Netzen über'm Kopf herum - wir haben es uns bisher noch verkniffen, obwohl wir auch welche dabei haben, neben "Deet"), doch just fängt es an zu regnen. Dann essen wir also im Womo. Auch nicht schlecht, und lassen den Abend entspannt ausklingen.

Doch dann muss Frau Fernschreiberin gegen halb zehn Uhr am Abend doch noch mal raus, trotz höchstem Midge-Aufkommen nach dem jetzt nachlassenden Regen: der Fjord präsentiert einen tollen Sonnenuntergang. Das muss doch noch fotografisch festgehalten werden!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

ARBRD9