Das geistliche Zentrum Englands - die Kathedrale von Canterbury

Mo., 22. Oktober 2018, 3. Reisetag / 0 Tageskilometer mit Womo / P&R Stellplatz Canterbury

Teilansicht der Kathedrale von Canterbury
Teilansicht der Kathedrale von Canterbury

Wie immer stehen wir gegen neun Uhr auf, frühstücken gemütlich und schlendern um zehn nach elf Uhr die paar Meter zur P&R-Buhaltestelle, die sich quasi auf dem Parkplatz befindet.

Der Bus steht da sogar schon netterweise bereit, so dass wir nur noch mit einigen anderen Leuten kostenfrei gegen Vorzeigen des Stellplatzbelegs einsteigen brauchen; der Fahrpreis in die Innenstadt nach Canterbury ist schon in der geringen Stellplatzgebühr mit enthalten.

Exakt dreizehn Minuten dauert die Fahrt mit dem Bus. Wir fahren nicht die direkte Strecke ins Zentrum, wie wir im Vergleich nachher zur Rückfahrt feststellen werden, sondern "kurven" noch ein paar weitere Straßen und Haltestellen ab, wie das ja häufig so ist mit dem ÖPNV. So sehen wir schon mal auf der Hinfahrt das ein oder andere des bekannten kleinen Städtchens, das wegen seiner Kathedrale - das seit je her geistliche Zentrum Englands - so berühmt geworden ist.

So führt uns natürlich unser Weg nach Ankunft um kurz vor halb zwölf Uhr am zentralen Busbahnhof durch die Fußgängerzone als Erstes Richtung Kathedrale. Ein schönes, wahrhaftig "uraltes" Städtchen ist Canterbury, dessen Besiedlung schon in der Altsteinzeit ihren Anfang nahm.

 

 

Mit stolzen 33 £ Eintritt für uns vier sind wir schließlich im "Innenhof" der Kathedrale, die stellenweise von Außenmauern umgeben ist und "natürlich"... zum Teil eingerüstet ist... Glockenturm von Bergues, Leuchtturm von Dover, jetzt die Kathedrale von Canterbury, alles wird renoviert. Ist natürlich einerseits schön, andererseits für Fotoaufnahmen nicht gerade der Brüller...

 

 

Auch im Inneren sind die Handwerker an diesem Montag fleißig zur Stelle, was der ansonsten andächtigen Atmosphäre einer Kirche ein wenig abträglich ist. Dennoch ist der hohe sakrale Bau eindrucksvoll und wirklich riesengroß. Das Querschiff unterteilt die gesamte Kathedrale mittig praktisch in zwei Hälften, so dass man meint, man durchquere quasi zwei Kirchen. Na ja, der Erzbischof von Canterbury residiert hier ja auch, das Oberhaupt der anglikanischen Kirche...

 

Vorderer Teil:

 

Durchs Querschiff in den hinteren Teil...

 

 

... der sich nochmals in riesigen Dimensionen, mit opulentem Inventar und gleichzeitig moderner Kunst zeigt:

 

 

Kurz bevor wir die Kirche verlassen, kommen wir noch an einem Souvenirladen vorbei, der sich in der Kirche befindet. Diese "Unart" - wie wir finden - sahen wir auch schon beispielsweise im Dom von Florenz oder in der Geburtskirche von William Shakespeare in Stratford-upon-Avon. Wir kaufen dort nichts, aber auf einer Postkarte ist eine Luftbildaufnahme der Kathedrale abgebildet, die das Ausmaß der Kirche zeigt. Durch die Begrenzung des Areals durch die Außenmauern und der Tatsache, dass die große Kathedrale mitten in der Stadt steht, bekommt man sie eigentlich nie "auf einem Blick" zu sehen - zumindest von unserem jetzigen Standort aus.

 

Teilansicht der Kathedrale von Canterbury
Teilansicht der Kathedrale von Canterbury

 

Wir schlendern noch ein wenig durch die parkähnliche Anlage, die sich um die Kirche herum befindet und staunen über eine Platane, die einen extrem dicken Stamm hat. Davon gibt es wohl noch sechs weitere Bäume in Canterbury, wie uns ein Hinweisschild am Fuße des Baumes mitteilt. Einen weiteren werden wir später auch in einer anderen Parkanlage weiter weg von der Kirche sehen. 

 

 

Um die Kirche herum scheint es auch Unterkünfte zu geben, die als eine Art Internat für beispielsweise den Canterbury Cathedral Chor fungieren. Von diesem sahen wir in der Kirche und draußen auf großen Plakaten der Baustellenzäune fröhliche Bilder.

 

 

Auch die Überreste einer noch älteren Kirche stehen in der Anlage der Kathedrale. Kräutergärten und Kreuzgänge komplettieren das Bild.

 

Kräutergarten in der Anlage um die Kathedrale von Canterbury herum
Kräutergarten in der Anlage um die Kathedrale von Canterbury herum
Kreuzgang mit Innenhof und "englischem Rasen"
Kreuzgang mit Innenhof und "englischem Rasen"

 

So fotogen auch alles ist, immer wieder sind allerdings auch die massiven Gerüste rund um die Kirchwände zu sehen:

 

 

Nach knapp zwei Stunden verlassen wir die sakralen Bauten und Anlagen und wenden uns nunmehr dem weltlichen Canterbury zu. Die Kirche befindet sich nämlich quasi neben der Fußgängerzone, durch die wir ein wenig flanieren.

 

 

Doch gegen halb zwei Uhr entdecken wir ein uriges Café mit großer Schaufensterfront und beschließen, hier eine kleine, furchtbar süße Stärkung für 32 £ zu uns zu nehmen. Leckere Waffeln, Apple Pie, Crêpes mit Kakao und Cappucino finden bald ihren Weg in unsere Mägen. Danach geht's weiter kreuz und quer durch das schöne, mittelalterliche Canterbury, durch verschiedene Parks, auch durch Läden und Geschäfte, ein wenig Kleidung und frisches Obst landen später auch in unseren Taschen.

 

 

Ein wenig später kommen wir an einer weiteren Parkanlage vorbei, Westgate Gardens. Sehr schön ist es in diesem Park! Und Herr Fernschreiber gabelt hier sogar noch einen Cache auf, juchhuu...

 

 

Und hier sehen wir auch wieder eine der dicken Platanen mit dem massiven Stammumfang.

 

Westgate Gardens
Westgate Gardens

 

Mit dem Blick auf typisch englische Gebäude, ein paar späte Rosen im Oktober und weit im Hintergrund die Kirchtürme der Kathedrale gehen wir allmählich wieder zurück in Richtung derselben, um von da aus langsam zum Busbahnhof zu kommen.

 

 

Dabei überqueren wir Straßen, die höher liegen als die Häuser am Straßenrand (wie komisch...) und gehen ein wenig abseits der Touristenströme durch weitere kleine, sehr gleichförmig gestaltete Sträßchen zurück.

 

 

Ein weiteres Mal laufen wir durch einen der vielen Parks in Canterbury, immer im Blick: die Kathedrale, die uns grob den Weg zeigt. Google Maps und die Geocaching-Karte tun ihr Übriges, damit wir uns zurechtfinden.

 

 

Um zwanzig nach vier Uhr sind wir wieder am Busbahnhof, und auch hier steht sofort ein Bus der P&R-Linie bereit, um uns zum Parkplatz zurückzubringen. Es ist heute zwar recht sonnig, aber ziemlich windig und kälter als gestern, "nur" so um die 13° Celsius, da waren wir teilweise ein wenig zu frisch angezogen, um noch sehr viel länger draußen herumzulaufen. Für einen ersten Eindruck und Überblick über Canterbury reicht uns die Zeit nun auch.

Nur acht Minuten später sind wir wieder am Womo. Das hat ja wirklich super geklappt! Das mit dem P&R vor den Toren der Stadt ist eine tolle Sache! Zumal wenn der ÖPNV so eng getaktet fährt! Da sollte sich so manche Stadt mal eine Scheibe von abschneiden...

 

Am Womo beschließen wir, heute noch hier zu bleiben, da es uns für Routen- und Stellplatzplanung, V&E und anschließender Fahrt Richtung Südwesten, grob Hastings, Brighton zu spät wird. Ohne Tageslicht (es ist ja jetzt schon gegen halb sieben Uhr abends dunkel) wollen wir ohne genaue Planung und Ortskenntnis nirgends ankommen.

Also verbringen wir wiederum einen gemütlichen Abend im Womo und fangen an, uns "Downton Abbey" auf den mitgebrachten DVD's vorzunehmen. Vor einiger Zeit sind wir mal bis zur vierten oder fünften Staffel gekommen, dann aber fehlte noch die sechste und damit letzte Staffel. Da das alles schon über ein Jahr her ist, beschlossen wir, alle DVD's mitzunehmen und nochmals ganz von vorne anzufangen. Wo passt das besser als in einem England-Urlaub Ende Oktober, wenn es schon so früh dunkel wird und die Abende so lang sind?

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Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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