Aufbruch gen Süden Richtung Bodensee

Do., 26. Juli 2018, 1. Reisetag / 585 Tageskilometer / von Soest nach Amtzell, Büchel (Allgäu, Nähe Bodensee), Wohnmobilstellplatz Büchelwiesen, Koordinaten: 47.708952,9.766159

Abendstimmung am Stellplatz mitten im Grünen
Abendstimmung am Stellplatz mitten im Grünen

An einem Donnerstag in den Urlaub zu starten ist für uns schon recht ungewöhnlich. Normalerweise suchen wir uns dazu ein Wochenende aus, um den LKW-Verkehr zu vermeiden.

Der Wochentag ist nun dem Umstand geschuldet, dass in diesem Sommer unsere Fernschreiber-Zwillingstöchter, nunmehr 16 Jahre alt, an einer 16-tägigen Ferienfreizeit auf Korsika teilnehmen und wir sie heute Morgen - also eigentlich noch mitten in der Nacht - um 1:45 Uhr am vereinbarten Bus-Treffpunkt zu einem hoffentlich wunderschönen und abenteuerlustigen Aufenthalt auf der französischen Insel mit Canyoning, Klettersteig, Kanufahren, Wandern und natürlich viel Baden im Mittelmeer verabschiedet haben.

Wir Fernschreiber-Eltern brechen zur gleichen Zeit, also auch heute, ebenfalls in Richtung Süden auf, natürlich mit unserem Womo. Unser grobes Ziel lautet Toskana.

Spontanität und Flexibilität sind gefragt... wie so oft...

 

Hier legen wir uns jedoch örtlich noch nicht fest, wir planen nur, dass wir dieses Mal durch die Schweiz und Liechtenstein Richtung Italien wollen. Das haben wir noch nie gemacht und da waren wir auch noch nicht. Müssen wir doch auch mal anschauen... und es gibt neue "Länderpunkte" auf der Geocaching-Karte... Auch wenn wir streng genommen auf der direkten Route in die Toskana dann zu weit westlich fahren, nehmen wir diesen "Umweg" gerne in Kauf, denn "der Weg ist das Ziel". Außerdem sparen wir dann eine Menge Mautgebühren in Österreich auf der Brenner-Autobahn. In der Schweiz müssen wir zwar die sog. "Schwerlastabgabe" zahlen (anstatt Vignette), da wir 3,85 t Gesamtgewicht haben, aber das ist immer noch billiger als die Mautzahlungen für Wohnmobile in Österreich über 3,5 t und der "Go-Box".

 

Und was dann kommt und wo genau wir jeweils "hängenbleiben", das wissen wir noch nicht genau, das machen wir wie so oft recht spontan. Mal sehen, wie warm es auch wird und wie viel Aktivitäten und Städtebesichtigungen wir uns daher "zumuten" oder ob wir lieber in diesem heißen Sommer länger an irgendeinem See oder am Meer verweilen? Wir nehmen auf jeden Fall auch unsere Fahrräder mit, damit wir ein wenig flexibler sind und dann schauen wir einfach mal...

 

Los geht's! Mit dem kleinen, grünen "Urlaubsbüchlein"...

 

Um kurz nach halb zwölf Uhr am späten Vormittag ziehen wir die Haustür hinter uns zu und los geht's. Es ist 31° Celsius warm, die Sonne knallt. Es herrscht schon seit Tagen eine Hitzeperiode in Deutschland.

Bevor es auf die Autobahn geht, wird das Womo nochmal randvoll getankt und um viertel vor zwölf Uhr sind wir endgültig "on the road". Gut eine Stunde später, um Punkt ein Uhr nachmittags, wird aber schon die erste Staugefahr kurz vor dem Autobahndreieck Kassel-Süd wegen der dortigen mehrjährigen Bauarbeiten (bis August 2020) angekündigt. Diese Baustelle ist uns schon richtig "ans Herz gewachsen": Da mussten wir letztes Jahr im Sommer zum Gardasee und im Herbst nach München auch durch, um fast exakt die gleiche Uhrzeit, wie die Urlaubsaufzeichnungen im (schon zweiten) kleinen grünen Urlaubsbüchlein zeigen. Dieses Buch fährt vorne im Armaturenbrett, wo es immer schnell griffbereit liegt, jedes Mal mit in den Urlaub; hier werden manche Streckenaufzeichnungen oder andere interessante Gegebenheiten zunächst festgehalten (manchmal auch direkt im Handy), bevor sie teilweise Eingang auf diese Webseite hier finden. Da ist das Zurückblättern manchmal recht aufschlussreich und amüsant. Und dieses Mal staunen wir: wir passieren das Hindernis praktisch ohne Stau! Nur acht Minuten später sind wir schon auf der A7. Wow! Mittlerweile herrschen 33° Celsius, Sonne satt und die Klimaanlage läuft ununterbrochen.

 

"Jungfernfahrt" für unser neues Navigationsgerät

 

Während der Fahrt bis hierher wird unser erst vor wenigen Tagen eingetrudeltes neues Navi, bei dem sich die Abmessungen und das Gewicht für das Womo einspeisen lassen, auf seiner "Jungfernfahrt" einer intensiven Prüfung unterzogen. Es fährt zum ersten Mal in seiner Halterung am Armaturenbrett mit. Ein paar "Feineinstellungen" sind aber noch nötig: Die Frauenstimme im Navi ist zwar nett und höflich, aber zu leise, auch in der höchsten Lautstärke. Zumindest auf der Autobahn, wenn zugegebenermaßen die Dezibelzahl im Fahrerhaus bei um die 110 km/h auch nicht ganz niedrig ist, "womo-like" eben... Herr Fernschreiber will später mal versuchen, das Navi per Bluetooth an die Lautsprecher im Womo zu koppeln. (Nachtrag: funktioniert nicht... nur die Kopplung mit dem Handy ist möglich, aber das ist ja auch nicht "das Gelbe vom Ei"). Fahren wir also nur um die 100 km/h, wenn man die Stimme deutlich verstehen will. Geht ja auch. Und die Ankunftszeit soll noch auf den Bildschirm. Ansonsten läuft's bisher ganz gut. Die Veränderungen nehmen wir aber in Ruhe im Stand vor.

Drei Navis im "Cockpit"... eins ist kaum ablesbar...
Drei Navis im "Cockpit"... eins ist kaum ablesbar...

Was allerdings wirklich stört, ist, dass bei Sonneneinstrahlung auf dem Display praktisch nichts zu sehen ist. Das reflektiert viel zu sehr. Der eingebaute Naviceiver und das Smartphone sind im Sonnenschein besser abzulesen als das neue Navi. Nach dem Urlaub werden wir uns eine Anti-Reflex-Folie besorgen. Mal sehen, ob das was bringt. Auch der Inhalt der Sprachansage ist stellenweise recht gewöhnungsbedürftig: Wenn man eine Autobahn verlassen soll, um auf eine andere zu fahren, meldet das Navi: "... fahren Sie auf die 88", damit ist Nummer der Ausfahrt (!) gemeint, nicht die nächste Autobahn, die es mit dieser Nummer ja auch dort jeweils gar nicht gibt... Warum sagt die Stimme zur Ausfahrt "auf"??? Außerdem sind die Nummern der Ausfahrten ja häufig gar nicht an der Ausfahrt selbst, sondern stellenweise schon kilometerweit zuvor angebracht, wenn das Navi noch gar nichts gesagt und man selbst auf die Nummer nicht geachtet hat.

Aber jetzt, wo man's weiß, kann man sich drauf einstellen.

Der Süden Deutschlands ist erreicht

 

Um kurz vor halb drei Uhr am Nachmittag erreichen wir die Landesgrenze von Bayern, zehn Minuten früher als letztes Jahr im November 2017 nach München und im Sommer 2017 nach Italien... Weil wir praktisch keinen Stau vorhin am Autobahndreieck Kassel-Süd zur A7 hatten... wie sich die Fahrten und Fahrzeiten doch ähneln... Und woher wissen wir das alles? Richtig... das kleine, grüne Urlaubsbüchlein... Man mag es als unnütze Spielerei abtun, doch irgendwie ist es interessant, auch mal solche Details festzuhalten und nachzuvollziehen.

 

Ein paar Minuten nach vier Uhr sind wir in Baden-Württemberg, wo wir auf dem Rastplatz Ellwangen / Jagst eine kurze Pause und Fahrerwechsel vornehmen. Ab halb fünf Uhr übernimmt nun Frau Fernschreiberin das Steuer. Der Göttergatte kümmert sich jetzt um das neue Navi, doch die Lautstärke lässt sich leider nicht erhöhen, wie weiter oben schon vermerkt ist...

Kurz nach fünf Uhr passieren wir wieder die bayerische Landesgrenze, um viertel vor sechs Uhr geht's erneut durch Baden-Württemberg, die A7 führt immer schön hin und her über die beiden Landesgrenzen.

 

Das Tagesziel in Sicht 

 

Um kurz nach sechs Uhr verlassen wir schließlich die Autobahn und kurven auf kleinen, idyllischen, oftmals einspurigen Sträßchen mit Ausweichmulden hier und da vier Kilometer durch das ländliche Allgäu bei Amtzell, bis wir nach viel grüner Umgebung am Ziel, dem Stellplatz "Büchelwiesen", ankommen. Da hat die promobil-App "Stellplatz-Radar" uns mal wieder ein schönes Fleckchen Erde für unser Womo präsentiert, auf dem wir zum ersten Mal sind. Herr Fernschreiber hat den Platz vorhin auf der Strecke als Beifahrer rausgesucht. Wir reservieren eigentlich sehr selten irgendwelche Plätze, das widerspricht irgendwie unserem Verständnis der begehrten Wohnmobil-Freiheit. Dafür schwingt aber auch immer ein gewisses Risiko mit, am Ende des Tages nie sicher zu wissen, wo genau man die Nacht verbringen wird und ob am gewünschten Ort überhaupt noch etwas frei ist, zumal in den Ferienzeiten, auf die wir wegen des Berufs von Frau Fernschreiberin angewiesen sind. Und so werden wir bis zur Pensionierung immer schön in der Hochsaison fahren, aber es gibt wirklich Schlimmeres...

 

Der Platz ist sehr schön und ruhig gelegen und "Top Platz 2018", wie ein Schild an der kleinen Info-Holzbude stolz verkündet. Er ist gut gefüllt, aber wir finden noch ein Fleckchen, auf das wir erstmal fahren, um von hier aus zu schauen, ob wir überhaupt stehenbleiben können. Sofort ist die nette Betreiberin da, die meint, wir können für diese eine Nacht ruhig da stehen bleiben. Scheinbar gibt es hier auch einige Wohnmobilisten, die einige Tage länger verweilen.

Für 11 € und insgesamt 2 € Strom sind wir dabei. Ein sauberes Waschhaus mit zwei Duschen, Toiletten, Waschbecken gibt es auch, brauchen wir aber nicht.

 

 

Abends gegen halb acht Uhr erkunden wir ein wenig die Umgebung und entdecken einen Tradi-Cache auf unserer Geocachingkarte. Den müssen wir doch "heben", zumal er den für uns heute sehr passenden Namen "on the Road again..." trägt:

 supertwinnies found on the Road again #02

 Thursday, 26 July 2018    Baden-Württemberg, Germany      S 444.3 km from your home location

 

** Logtime 19:54 Uhr**

 

Heute ging es für Familie supertwinnies gen Süden. Tja, aber getrennt. 😉

Der Nachwuchs befindet sich auf einer Jugendfreizeit Richtung Korsika 👯‍♀️🚌🛳️🏝️ und die Eltern auf dem Weg mit dem Womo Richtung Toskana 👫🚙🌞.

 

Als erstes Zwischenziel ging es heute ins Allgäu ⛰️ nach Amtzell. Hier bleiben wir über Nacht auf einem netten Stellplatz. Nach einer kurzen Siesta schauten wir uns ein wenig die Gegend an.

Dieser Cache war direkt von Frau supertwinnies entdeckt.

 

Viele Dank für den Cache sagen die

supertwinnies aus Soest, NRW

 

In: TB-Stamp zum Discovern

 

Es ist sehr ländlich hier, aber der Landgasthof "Adler" in unmittelbarer Nähe des Stellplatzes und an einem kleinen Weiher gelegen ist bei diesem tollen Wetter mit immer noch 28° Celsius und Sonne draußen sehr gut gefüllt.

 

 

Gegen kurz nach acht Uhr sind wieder am Womo und beim Feierabendbierchen bzw. -alster löst Frau Fernschreiberin noch "nebenbei" den gar nicht so einfachen "Mystery"-Cache "Büchelwiesen" mit dem Handy. Gewusst wie! Der Geochecker ist gleich beim ersten Versuch grün und gibt die Finalkoordinaten preis! Da müssen wir doch noch mal zum wenige hundert Meter entfernten Final losziehen und loggen um kurz nach neun Uhr, mit einem zugegebenermaßen sehr ähnlichen Logtext, den Herr Fernschreiber sich da hat "einfallen" lassen:

 

Richtig gerätselt! Yeaahh!!
Richtig gerätselt! Yeaahh!!

 supertwinnies found Büchelwiesen

 Thursday, 26 July 2018    Baden-Württemberg, Germany      S 444.5 km from your home location

 

** Logtime 21:11 Uhr**

 

Heute ging es für Familie supertwinnies gen Süden. Tja, aber getrennt. 😉

Der Nachwuchs befindet sich auf einer Jugendfreizeit Richtung Korsika 👯‍♀️🚌🛳️🏝️ und die Eltern auf dem Weg mit dem Womo Richtung Toskana 👫🚙🌞.

 

Als erstes Zwischenziel ging es heute ins Allgäu ⛰️ nach Amtzell. Hier bleiben wir über Nacht auf einem netten Stellplatz und direkt hier befindet sich auch ein Mystery. Nach einiger Überlegung und genauem Listing-Lesen kam Frau supertwinnies bald auf die richtige Fährte und der Checker wurde grün. Vor Ort war recht schnell klar, wo sich der Cachebehälter befinden muss. Zu sehen war aber auf Anhieb nichts. Erst die Taschenlampe brachte hier die Erleuchtung. Stellt sich die Frage, ob das so normal ist oder der Petling bzw. dessen derzeit (unerreichbare) Position einer Überarbeiung bedarf. Mail mit Foto geht an den Owner raus.

 

Viele Dank für den Cache sagen die

supertwinnies aus Soest, NRW

 

Und so haben wir die beiden ersten Caches in unserem Urlaub schon "intus". Wie schön! Das ist immer einen kleine willkommene Abwechslung und Beschäftigung, das Cachen. Manchmal Selbstzweck, doch häufiger bei uns mittlerweile, wenn man gerade nicht viel anderes zu tun hat. Aber immer kommt man ein bisschen in der Gegend rum und sieht oft (schöne) Ecken, die man ohne Geocaching nicht entdeckt hätte.

 

Erneut am Womo - gegen kurz vor halb zehn Uhr - meldet sich jetzt doch der kleine Hunger und ein Schnitzel mit Toast auf der Hand ist schnell griffbereit. Zum Kochen haben wir nun keine Lust mehr. Ein wirklich schöner Stellplatz ist das hier, unweit der Autobahnen Richtung Süden, in der Nähe des Bodensees. Im Winter bei um die 600 Höhenmeter wohl auch ziemlich schneesicher.

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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