Zum höchsten Kaltwassergeysir der Welt - in Andernach

Fr., 25. Mai 2018, 6. Reisetag / 57 Tageskilometer / von Löf, Stellplatz bei SOG über Mühlheim-Kärlich zu Fritz Berger nach Andernach, Stellplatz am Rheinufer / Koordinaten: 50.4413493,7.4077202

Der höchste Kaltwassergeysir der Welt
Der höchste Kaltwassergeysir der Welt

Ein ungewöhnliches Geräusch auf dem Stellplatz weckt uns am frühen Morgen. Es ist ein Wohnmobil, was schon in aller Frühe losfährt und der knirschende, recht lose Schotter unter seinen Rädern richtig laut sein kann, wenn ansonsten noch alles ruhig ist. Na, mal sehen, wie es uns nachher ergehen sollte bei der Abfahrt.

Wie gewohnt stehen wir erst gegen halb neun Uhr auf, es herrschen 15° Celsius und es ist sehr wolkig. Wir sind ja wie immer eher von der gemütlicheren, sprich späteren Gangart. Wir haben ja schließlich Urlaub und sind nicht auf der Flucht...

Gestern nach der Ankunft hier fütterten wir die Stromsäule mit 2 €, die aber heute Morgen so gut wie verbraucht sind. So gibt es unsere Aufback-Brötchen nicht im Multicooker, sondern auf die "klassische Art" mit Gas und Omnia-Backofen.

Um viertel vor zehn Uhr brechen wir nach schwungvollem Rückwärtsfahren mit durchdrehenden Rädern auf dem losen, tiefen Schotter unserer Parzelle (das war knapp!) nochmals zur Burg Eltz auf. Wir wollten ja versuchen, den Tritt, den wir gestern blöderweise nach der Besichtigung dort auf dem Parkplatz vergessen haben, wiederzubekommen. Um fünf nach zehn Uhr sind wir da, eine halbe Stunde nach Öffnung des Platzes. Der Parkplatzwärter ist auch echt nett, lässt uns ohne Gebühren auf den fast noch leeren Platz fahren und suchen. 

Ist unser Womo-Tritt noch an der Burg?

 

Der Wärter meinte, er habe gestern Abend und auch heute Morgen selbst den Platz kontrolliert, aber nichts dergleichen gefunden. Trotzdem schauen wir noch in die Büsche am Rande des Parkplatzes, vielleicht hat ja ein Besucher den Tritt dort abgestellt, weil er nicht wusste, wohin damit. Aber auch hier: Fehlanzeige. Da hat wohl tatsächlich einer den Tritt mitgenommen!?

 

Fritz Berger-Campinghändler in Mühlheim-Kärlich
Fritz Berger-Campinghändler in Mühlheim-Kärlich

"Plan B": Zwischenstopp beim Fritz Berger-Händler in Mühlheim-Kärlich

 

Dann kommt jetzt also Plan B ins Spiel: Schon gestern Abend machten wir im Internet einen Fritz Berger-Händler aus, im circa 30 km entfernten Mühlheim-Kärlich. Das liegt ungefähr auf der Strecke unseres nächsten angepeilten Ziels, Andernach, und ist von der Burg aus, wo wir jetzt ja wieder stehen, in einer halben Stunde Fahrt zu erreichen. Na, das ist ja schon mal ein Lichtblick...

Wir kommen um viertel vor elf Uhr bei Fritz Berger an, bis Andernach sind es von hier aus auch nur noch 12 km.

Mindestens fünf unterschiedliche Tritt-Modelle stehen zur Auswahl, wir dürfen sogar den ein oder anderen draußen am Womo ausprobieren und entscheiden uns dann doch für die preisgünstige Hausmarke für noch nicht einmal 10 €. Der passt in Höhe und Breite am besten, ist stabil und so günstig, dass wir uns nicht sehr ärgern müssen, falls wir ihn mal wieder irgendwo stehen lassen sollten...

Und wie das so ist, wenn man schon mal da ist... da findet man doch noch das ein oder andere praktische Zubehör für sein Womo. So kommt es, dass wir erst um zwölf Uhr den Fritz Berger-Shop wieder verlassen, hat sich die Fahrt hierhin insgesamt doch gelohnt. Der Händler liegt in einem großen Gewerbegebiet mit -zig Einkaufszentren und Markendiscountern á la "TK Maxx", "Bauhaus", "tedox", "Dänisches Bettenlager", verschiedenen Outletcentern und noch vielen Fachbetrieben und Händlern mehr. Gleich neben Fritz Berger gibt es den Sonderposten-Markt "Jawoll" (nie zuvor gehört, die Marke), wir springen da mal schnell rein und werden unerwarteterweise in Sachen Markisen-Seitenteile (als Sonnenschutz) fündig. Auch diese landen in der Heckgarage unseres Womos.

Jetzt aber genug geshoppt. Es ist mittlerweile kurz vor halb eins, Freitagnachmittag und wieder sehr sonnig und 25° Celsius warm geworden. Das Wochenende steht also bevor und wir wollen auf den beliebten Stellplatz in Andernach, der direkt am Rhein liegt und von dem aus es nur ein Katzensprung bis zum höchsten Kaltwassergeysir der Welt ist. Alles Gründe, die erahnen lassen, dass dieser Stellplatz ziemlich voll sein könnte. Also los jetzt!

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Weiterfahrt zum "Stellplatz am Rheinufer" in Andernach

 

Um viertel vor eins kommen wir nach kurzer Fahrt in Andernach beim großen "Stellplatz am Rheinufer" an. Hhmmm, sieht schon ziemlich voll aus... Wir stellen uns erstmal irgendwo hin, orientieren uns zu Fuß. Im hinteren Teil des Platzes herrscht Parkplatz-Feeling, dort steht man auch teilweise zwischen normalen PKW, denn hier ist gleichzeitig auch der große Parkplatz für Besucher des Geysirs und des Geysir Andernach-Erlebniszentrums.

In der ersten Reihe am Wasser ist es natürlich am schönsten und wie nicht anders zu erwarten proppenvoll. Doch was ist das? Eine Lücke tut sich da auf! Glück gehabt! Wie erwischen tatsächlich den letzten freien Platz direkt am Wasser, mit Rasen und Rhein direkt vor uns, wie schön! Und auch unser Stromkabel ist gerade lang genug, um hier mit Landstrom an der Säule stehen zu können, noch besser! Für 3 € Strom sind wir dabei, 7 € kostet der Platz, Ver- und Entsorgung ist sehr praktisch angelegt.

Bei einem ersten Erkundungsgang über den Platz stellen wir fest, dass wir - obwohl selbst schon Endvierziger - den Altersdurchschnitt doch erheblich senken, so scheint's. Vor allem in der ersten Reihe sehen wir fast nur Mitbürger (sehr) gesetzteren Alters, gerne auch aus den Niederlanden, die hier wohl teils deutlich länger stehenbleiben als es für einen Stellplatz üblich ist, obwohl die Platzordnung vor Ort eine max. Aufenthaltsdauer von drei Nächten vorgibt. Aber vielleicht gilt das auch nicht mehr. In der Platzordnung steht nämlich auch etwas von "kleinem Willkommenspaket der Stadt Andernach inklusive Stadtplan", das der Platzwart bereithält. Doch wir gehen in diesem Fall leer aus, obwohl die Platzwartin, die gegen Abend kassieren kommt, sehr nett und gesprächig ist und viele Tipps für die Umgebung parat hat. Wir hören auch schon mal das Wort "Platzhirsche". Da wird uns nochmal bewusst, dass wir als Ankömmlinge am Freitagnachmittag echt großes Glück gehabt haben. Auf dem hinteren Teil des Platzes sind zwar noch Lücken frei, aber häufig ohne Strom und dann auch sehr eng beieinander, da die Markierungen oft nur für PKW gelten.

 

 

Wo, wie und wann geht's zum Geysir?

 

Wir schlendern gegen viertel nach eins direkt vom Stellplatz aus weiter die Promenade am Rhein entlang, am Bollwerk Andernach vorbei, und wollen doch mal schauen, wo und wann das Schiff zum Geysir ablegt. Nach ungefähr 300 m sind wir schon in den grünen Rheinanlagen, dort ist auch der Schiffsanleger. Wir sehen einen Hubschrauber gegenüber des Anlegers auf der Wiese stehen und denken schon an einen Rundflug über den Rhein, als wir die Aufschriften "Notarzt" und "Johanniter Luftrettung" auf dem Hubschrauber lesen. Uupps! Er hebt kurz nach unserer Ankunft mit viel Wind und lautem Getöse ab. Ob da wirklich ein Notfall zu beklagen war, erschließt sich uns nicht, da alles ruhig war, als wir die Rheinwiesen erreichten.

 

 

Gegenüber im Geysir-Erlebniszentrum bekommen wir die Karten für den Geysirbesuch, wie wir auf einem Hinweisschild am Anleger lesen können. Viermal am Tag (11:15 Uhr, 13.05 Uhr, 15.00 Uhr und 17:00 Uhr) legt das Schiff von Andernach Richtung Geysir ab. Die Fontäne erhebt sich im nahegelegenen Namedyer Werth, seit 1985 Naturschutzgebiet und für die Öffentlichkeit nur auf dem Schiffsweg zu erreichen. Im Eintrittspreis (15 € pro Erwachsener) sind sowohl die Schifffahrt als auch der Besuch des Geysir-Erlebniszentrums in Andernach, wo wir gerade die Karten kaufen, und der Besuch des eigentlichen Geysirs enthalten. Man kann das nur so im Gesamtpaket kaufen.

 

Eigentlich wollten wir vorhin nur mal schnell Erkundigungen einholen, wo und wann das Ganze mit dem Geysir vonstatten geht. Doch jetzt ergibt eins das andere und zeitlich passt auch alles: Nun ist es knapp halb zwei Uhr durch und wir entscheiden uns für den 15:00 Uhr-Termin, so haben wir noch genügend Zeit für den Besuch der Ausstellung, wo wir uns ja gerade schon befinden und können im Anschluss noch mal kurz zum Womo zurück und Rucksäcke mitnehmen, bevor es auf das Schiff geht. Wenn der Schiffsausflug mit Geysirbesuch etwa eineinhalb Stunden dauern sollte, so sind wir zwischen halb fünf und fünf Uhr wieder am Anleger in Andernach, genügend früh, um sich eventuell noch die Stadt anzusehen und im Anschluss vielleicht essen zu gehen. Jau, so machen wir's!

 

 

Im Geysir-Erlebniszentrum

 

Imaginär geht es nun in der Vulkan-Erlebnisausstellung 4000 m ins Erdinnere, zum Ursprung des Geysirs. Uns erwartet eine interaktive Ausstellung, meist dunkel gehalten - wie das im Erdinneren so üblich ist... - und wir erfahren, was unter der Erde geschieht, bevor es zum Ausbruch der gewaltigen Wasserfontäne kommt und wie der Geysir mit dem Vulkanismus in der Eifel zusammenhängt. Wie beim "Brubbel" in Wallenborn, wo wir vor zwei Tagen waren, bezieht auch der Geysir in Andernach seinen Antrieb aus CO2.

 

 

Zurück zum Womo und wieder zum Anleger, diesmal auf's Schiff

 

Um kurz nach zwei Uhr verlassen wir die Ausstellung und gehen die kurze Strecke zum Stellplatz zurück. Ein wenig Pause gönnen wir uns, dann packen wir Getränke und auch leichte Regenjacken in die Rucksäcke. Wer weiß, wie nass es am Geysir werden wird? Es bleibt aber sehr warm, mittlerweile so um die 27° Celsius und sonnig, so dass wir in kurzen Hosen zum Schiff aufbrechen und wenn die ein oder andere "Wassersalve" uns bei der Wärme erreichen sollte, wäre das auch nicht so tragisch. Gut, dass Frau Fernschreiberin ihre Trekkingsandalen angezogen hat, die auch durchaus nass werden dürfen, denn wir werden später sehen, dass der Boden um den Geysir während und nach dessen Ausbruch ziemlich unter Wasser steht. Herr Fernschreiber mit seinen Sneakers bleibt da lieber etwas weiter weg von der Wasserfontäne...

 

Um kurz nach halb drei Uhr brechen wir zum Anleger auf. Das Schiff liegt da schon und entlässt gerade die Passagiere der vorhergehenden Tour. Kurze Zeit später dürfen wir an Bord und da wir so schön früh dran sind, erwischen wir den Tisch ganz vorne oben im Bug. Schön! Pünktlich um drei Uhr legen wir bei nur halb vollem Schiff ab (wenn es überhaupt so viele Besucher sein sollten) und bestellen etwas zu trinken, müssen uns aber sputen mit dem Austrinken, da die ganze Schifffahrt nur eine Viertelstunde dauert. Eigentlich hätte man den Weg zum Namedyer Werth - da, wo der Geysir ist - vom Stellplatz aus auch gut im Rahmen einer kleinen Wanderung absolvieren können, aber man darf ja nicht ins Naturschutzgebiet. Das respektieren wir natürlich. Außerdem macht die Stadt Andernach mit diesem obligaten Gesamtpaket auch noch einen guten Gewinn, nehmen wir an...

Wir schippern erst eine kleine Strecke flussabwärts Richtung Stellplatz, um fast genau vor unserem Womo zu wenden und im Anschluss zum Geysir zu fahren. Warum das Schiff erst in die entgegengesetzte Richtung fährt, bleibt uns ein Rätsel. Vielleicht, weil die Schifffahrt sonst noch kürzer wäre und der Getränkeverkauf auf dem Schiff zeitlich gar nicht mehr möglich wäre?

Aber die kleine Schiffstour ist trotzdem schön. Vor allem die Kulisse der kleinen Wein-Ortschaft Leutesdorf am gegenüberliegenden Rheinufer ist sehenswert. Da hat natürlich auch das klasse Wetter seinen Anteil daran.

Schon kommt der weit ins Wasser gebaute Anleger im Naturschutzgebiet ins Bild und um kurz vor halb vier Uhr verlassen wir den Ausflugsdampfer.

 

 

Nach einem kurzen Fußmarsch von nur knapp 300 m sind wir schon am Geysir. Wie praktisch und touristenfreundlich nah der Geysir am Rheinufer sprudelt...

Info-Tafel am Geysir: Namedyer Werth
Info-Tafel am Geysir: Namedyer Werth

Entwicklung des Geysirs, seiner Bohrung und des Aufbaus als Touristenattraktion

 

Um 1900 beobachtete man im Namedyer Werth aufsteigende Gasblasen im Altwasserarm des Rheins. Drei Jahre später erfolgte die erste Bohrung mit einer Fontäne um die 40 m. 1957 fand der letzte Ausbruch statt. Beschädigungen am Brunnen führten zur nachlassenden Ergiebigkeit, der Geysir verschwand in der Bedeutungslosigkeit und blubberte ohne Steigrohr wahrscheinlich wie um die Jahrhundertwende so vor sich hin. 2001 erst wurde der Geysir wieder reaktiviert: Man führte neue geowissenschaftliche Untersuchungen durch und infolgedessen bohrte man erneut. Naturschutzfreunde wollten eigentlich nicht, dass die Bohrung im Namedyer Werth geschieht; sie fürchteten um die Ruhe im Naturschutzgebiet.

Info-Tafel am Geysir: Geysir Andernach
Info-Tafel am Geysir: Geysir Andernach

Doch die Geophysik ergab, dass sich eine Bohrung nur hier lohnen würde, wegen der Gesteinsschichten und des CO2-Vorkommens. So einigte man sich wohl auf den Kompromiss, dass die Touristen nur auf einem einzigen Weg zum Geysir kommen dürften, nämlich über das Wasser und den kurzen Fußmarsch. 2008 kam der Geysir Andernach schließlich ins Guinness-Buch der Rekorde als höchster Kaltwassergeysir der Welt mit einer circa 60 m hohen Fontäne. Ein Jahr später, 2009, eröffnete das Geysir-Erlebniszentrum. Jetzt war die Dreiteiligkeit der Geysir-Attraktion komplett: Erlebniszentrum, Schifffahrt, Geysirbesuch. Von 2015-2018 wurde im Ausstellungszentrum nochmals umfangreich umgebaut und vergrößert. So, wie es jetzt ist, ist also alles noch ziemlich neu.

 

Info-Stelen am Geysir Andernach

 

Der Ausbruch und eine beeindruckende Fontäne

 

Während der Wartezeit auf den Ausbruch kümmern wir uns mit Hilfe der Info-Tafeln in der Nähe des Geysirs um den Earthcache "der Höchste seiner Art - Geysir Andernach". Ungefähr zehn Minuten nach unserer Ankunft am Geysir geht's dann aber los: erst blubbert es leicht, dann vernehmlicher, und es dauert nicht lange, bis eine weiß schäumende, unglaublich kraftvoll wirkende Fontäne zwischen den aufgeworfenen Steinen entsteht und dank CO2 und der Wirkung wie bei einer sprudelnden Wasserflasche sich schnell in immer größere Höhen in den blauen Himmel schraubt. Ein wirklich beeindruckendes und - wenn man recht nah am Geysir steht - auch nasses Erlebnis! Vor allem, wenn man bedenkt, welche Naturgewalten und welcher Druck dahinter herrschen müssen. Heute ist es recht windstill, so dass die circa 50 bis 60 m hohe Fontäne nicht in "alle Winde" versprüht wird und ziemlich schmal oben bleibt. Man muss schon ein ganzes Stück vom Geysir weggehen, damit man die Fontäne in ganzer Höhe auf die Linse bannen kann.

Das ganze Spektakel dauert erstaunlich lang heute, fast eine Viertelstunde, wie sich auch der sehr nette Gästeführer wundert. Er erzählt noch so einiges zum Geysir, was teilweise auch hier geschrieben steht und nach dem Ausbruch darf, so man möchte, das aufgefangene Geysir-Wasser aus einem Eimer und mit Schöpfkelle in die hohle Hand probiert werden. Ist ein wenig trüb und schmeckt recht salzig.

 

Kaltwassergeysir in Andernach, der höchste seiner Art, weltweit
Kaltwassergeysir in Andernach, der höchste seiner Art, weltweit

 

Noch einige Zeit nach dem Ausbruch kann man das flirrende Kohlenstoffdioxidgas oberhalb des Brunnens in der Luft erkennen. Jetzt sollte man seine Nase nicht unmittelbar über die Steine halten, denn bekanntermaßen ist CO2 für uns ein Zellgift und wird aus- und nicht eingeatmet, sonst kippt man irgendwann ohnmächtig um.

 

Das Schiff wird um zehn Minuten nach vier Uhr pünktlich wieder abfahren, wartet auch nicht auf Nachzügler, wie auch schon auf der Hinfahrt durchgesagt wurde. Und eigentlich ist der Ausbruch um zehn vor vier Uhr auch beendet und die meisten Leute wenden sich zum Gehen. Nur wir noch nicht und mit uns ein paar "Versprengte", auch der Gästeführer ist noch da, er fährt nicht mit dem Schiff zurück, sondern wartet auf die nächste Gruppe. Doch als fast alle schon weg sind, bricht der Geysir ungeplant noch mal aus, um ziemlich genau vier Uhr, das erstaunt auch den Gästeführer und wir erleben eine fast so mächtige Fontäne wie kurz zuvor. Klasse!! Und ungewöhnlich! Tja, die Natur lässt sich eben nicht "programmieren"...

 

Zweiter Ausbruch, circa zehn Minuten nach dem ersten... und fast keiner sieht's mehr...

 

Wie zuvor angekündigt, legt das Schiff pünktlich um zehn Minuten nach vier Uhr ab, macht einen kleinen Zwischenstopp in Leutesdorf, um dort noch ein paar wenige Passagiere aufzunehmen und um fünf vor halb fünf Uhr sind wir wieder am Ausgangspunkt, am Anleger von Andernach.

 

 

Spaziergang durch Andernach

 

Da es noch so früh ist, gehen wir noch nicht zum Stellplatz zurück, sondern schauen uns Andernach noch ein wenig an. Wir durchqueren einen ansehnlichen Turm gegenüber dem Anleger, der wohl zur Stadtmauer gehörte und sind im Stadtinneren. Andernach ist an manchen Stellen ganz schön verfallen, auch einige Leerstände der Geschäfte registrieren wir. Doch unser Weg, mit einem Eis in der Hand, führt uns kreuz und quer durch die Stadt und auch zum Historischen Rathaus und auf den Marktplatz, da wird es dann wieder etwas ansehnlicher. Aber so richtig viel los ist hier nicht, an diesem Freitagnachmittag...

 

 

Schließlich kommen wir auch zur mitten in der Stadt gelegenen Burg Andernach mit ihren immer noch eindrucksvoll und gut erhaltenen Teilen von Stadtmauern, wie zum Beispiel dem Helmwartsturm. Das ist nun wirklich schön und sehenswert!

 

Gegen halb sechs Uhr sind wir wieder am Womo. Es ist immer noch sehr warm und sonnig, um die 25° Celsius, und daher bauen wir nun zur Erholung unsere Stühle auf der Wiese vor'm Womo auf und schauen dem regen Schiffsverkehr auf dem Rhein zu, lesen, sichten Fotos und lassen den Tag schon mal Revue passieren.

Da wir keine große Lust zum Kochen haben und dies außerdem unser letzter Urlaubsabend ist, gehen wir um kurz nach sieben Uhr nochmal in die Stadt zum Essen.

Entspannung in der Sonne am Womo
Entspannung in der Sonne am Womo
Schiffe gucken!
Schiffe gucken!

In der Fußgängerzone lassen wir es uns im Restaurant "Zum Franziskaner" schmecken. Wir sitzen draußen, es wird einfach nicht kühler, immer noch um die 25° Celsius. Wie schön! Sommer im Mai!

Da das Essen hier wirklich nicht lange auf sich warten lässt, sind wir schon um kurz vor acht Uhr damit fertig und schlendern im Anschluss noch ein wenig durch die City. Wieder auf dem Marktplatz angekommen, entdecken wir dort ein mexikanisches Restaurant, das wäre ja auch klasse gewesen! Ist uns heute Nachmittag gar nicht aufgefallen... Schade. Aber jetzt sind wir satt... Trotzdem setzen wir uns nach draußen auf den Platz, eine Portion Nachos á la Casa und zwei Cocktails dazu passen noch in unsere Mägen... Ist ja schließlich unser letzter Abend...

 

Um kurz nach neun Uhr sind wir wieder am Womo und lassen den Abend mit wiederholtem Blick auf den Rhein langsam ausklingen. Jetzt am Abend hat eines dieser langen Flusshotelschiffe direkt am Anleger vor dem Stellplatz festgemacht und wir beobachten die Leute beim freitagabendlichen Tanz auf dem Schiff. Fast unterhaltsamer als fernsehgucken!

 

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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