Los geht's am Pfingstsonntag zum Vogelsang IP nach Schleiden

(Pfingst-) So., 20. Mai 2018, 1. Reisetag / 231 Tageskilometer von Soest nach Schleiden / Stellplatz Eifel-Wohnmobilpark-Vogelsang / Koordinaten: 50.579602,6.4430666

Vogelsang IP in Schleiden / Eifel am Abend
Vogelsang IP in Schleiden / Eifel am Abend

Dieses Jahr haben wir eine Woche Pfingstferien in NRW! Wow!! Was in Bayern und Baden-Württemberg (mit sogar zwei Wochen) nichts Besonderes ist, gibt es in NRW zum ersten Mal seit rund 50 (!) Jahren. Warum ist das eigentlich so? Das liegt an den zurückliegenden Feiertagen in diesem Schuljahr 2017/18: Sowohl Allerheiligen als auch der (einmalig freie) Reformationstag fielen in die Herbstferien und die Feiertage in den Weihnachtsferien werden auch nicht zu den Ferientagen gezählt.  Also sind dieses Jahr Ferientage in NRW "übrig" und das NRW-Schulministerium legte schon 2014 fest, dass es 2017/18 daher eine Woche Pfingstferien geben wird. Da muss man natürlich zu so einer schönen Jahreszeit reisen, diese Woche Pfingstferien wird es so schnell nicht wieder geben...

In diesem Urlaub werden Herr und Frau Fernschreiber allerdings nur zu zweit unterwegs sein. Unsere Fernschreiber-Zwillinge, nunmehr 16 Jahre alt, beschlossen vor Kurzem, die Pfingstferien zu Hause oder mal hier, mal da bei den beiden Großelternpaaren zu verbringen.

2017/2018 gab es eine besondere Konstellation in NRW: Allerheiligen und der wegen des Reformationsjubiläums ausnahmsweise bundesweit begangenen Reformationstag fielen in die Herbstferien. Zudem waren der erste und zweite Weihnachtstag sowie Neujahr Wochentage, die in den Weihnachtsferien lagen. Diese fünf Tage werden nun addiert und Pfingsten 2018 nachgeholt. – Quelle: https://www.express.de/29818230 ©2018
Zum ersten Mal seit 1966 Eine Woche Pfingstferien in NRW – Quelle: https://www.express.de/29818230 ©2018

Beide sind praktischerweise radfahr- und fußläufig zu erreichen. (Fast) grenzenlose Freiheit für Eltern und Kinder (und deren Freundeskreis...), jeder auf seine Weise! So wird "Flüggewerden" angenehm, obwohl die Urlaube zu viert im dann schon mal eng werdenden Womo bisher immer sehr harmonisch verlaufen sind. Aber irgendwann will man verständlicherweise (noch) selbstständiger werden und unabhängiger von den Eltern sein. Und wir Eltern können auch Ziele ansteuern, die für Jugendliche nicht so "das Gelbe vom Ei" sind. Da drängen sich Ferien (fast) allein zu Hause geradezu auf, bevor es im Sommer für den Nachwuchs auch wieder ohne uns Eltern mit einer Ferienfreizeit für 16 Tage nach Korsika geht.

 

Wegen einer großen Feier in der Verwandtschaft am gestrigen Samstag können wir erst heute "vom Hof rollen". Durch verschiedene Berichte in Reisemagazinen und -foren angeregt, wollen wir dieses Mal in das große Naturschutzgebiet "Hohes Venn", im deutsch-belgischen Grenzgebiet liegend, fahren. Dieses Hochmoor bietet eine sehr interessante Landschaft mit vielen Wanderwegen, teils über Holzstege verlaufend. Und da wir von unserem Wohnort aus durch die Eifel kommen, möchten wir auch diese (manchmal zu unrecht ein wenig belächelte, aber landschaftlich sehr reizvolle) Landschaft ein wenig besser kennenlernen. 

 

Los geht's!

 

Um Punkt zwölf Uhr (eher zufällig, nicht geplant) fahren wir von zu Hause los, bei sonnigen 23° Celsius. Wir hatten uns als Erstes einen Stellplatz in einem Naherholungsgebiet am Rursee (ohne "h") herausgesucht, den wir nach einer ruhigen, in der Eifel aber auch schon mal recht kurvigen Fahrt um kurz nach halb drei Uhr erreichen. Ist viel los da am See, so viel, dass es auch keinen Stellplatz mehr gibt... grumpf... Na ja, ist halt Pfingstsonntag und wer konnte, ist natürlich schon freitags oder samstags losgefahren.

 

Also stoppen wir zwischen all den Wohnmobilen und halten Ausschau nach einem neuen Stellplatz mit Hilfe unserer promobil-App. Sie zeigt uns einen ganz neuen, noch im Aufbau befindlichen Stellplatz an, bei der Ordensburg Vogelsang, oder heute besser: Vogelsang IP (für Internationaler Platz) in Schleiden, wo wir vor wenigen Minuten vorbeigefahren sind. "Kehrtwende und sechs Kilometer zurück", heißt die Devise, bis wir um viertel nach drei Uhr dort ankommen.

Für sechs Euro, aber noch ohne jegliche Infrastruktur, sind wir dabei. Der Platzwart (selber im Wohnmobil vor Ort) erklärt uns, das sei seine erste Saison und er wolle mal so schauen, wie es anläuft, bevor er hier viel Geld investiere und drückt uns eine informative Broschüre über Vogelsang in die Hand. Dieser Service klappt schon mal ganz gut... Auch das "Anlaufen" funktioniert augenscheinlich, denn der große, geschotterte Platz ist mit circa 15-20 Mobilen belegt, hält aber immer noch Plätze bereit.

Vogelsang IP in Schleiden
Vogelsang IP in Schleiden
Stellplatz in der promobil-App
Stellplatz in der promobil-App

Stellplatz bei Burg Vogelsang
Stellplatz bei Burg Vogelsang
Schotterplatz, noch nicht ganz fertig
Schotterplatz, noch nicht ganz fertig

Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und genießen draußen in der Sonne den leckeren Kuchen, den wir von der gestrigen Familienfeier "abstauben" konnten.

Um zwanzig vor fünf Uhr machen wir uns auf zum "Verdauungsspaziergang" Richtung Burg, denn als Geocacher entdeckten wir beim Blick auf die Cachekarte, dass es zu diesem interessanten Ort auch einen sehr informativen Multi gibt: "Fackelträger der Nation" mit insgesamt 19 Stationen und rund 4 km Länge.


Gerade richtig für einen kleinen Gang am Nachmittag, streckenweise über den Eifelsteig, um die ehemalige NS-Kaderschmiede für "Ordensjunker" schon mal ein wenig kennenzulernen, bevor wir uns dieses größenwahnsinnige Monument nationalsozialistischen Herrschaftsdenkens morgen Vormittag noch einmal in Ruhe anschauen wollen. Einen guten ersten Überblick über das Projekt Vogelsang gibt das kurze Video "Geheimnis Burg Vogelsang" aus der Reihe "Geheimnisvolle Orte" der WDR Mediathek.

 

Wir gehen also bei schönstem Sonnenschein los, direkt vom Stellplatz aus eine kurze Strecke den Eifelsteig entlang und an der Willkommentafel vorbei. Der Blick auf Wollseifen, dem "Geister-Dorf" aus der unmittelbaren Nachkriegszeit unter britischer Besatzung, bleibt uns wegen der Büsche versperrt. Dafür sehen wir aber mehrere martialisch anmutende Reiterstatuen aus der NS-Zeit und Mannschaftsunterkünfte im vorderen Bereich der Anlage.

 

 

Allerdings kommen wir nun nicht wirklich weiter, denn nach einer halben Stunde und vier Cache-Stationen später wird es immer dunkler am Horizont, eine Regen- und Gewitterfront ballt sich zusammen und es fängt an zu tröpfeln. Wir eilen um viertel nach fünf Uhr angesichts dieser Wetteraussichten wieder zurück zum Womo und warten dort den Regen ab, es soll nämlich gar nicht soooo lange dauern, wie uns die Wetter-App mitteilt.

Und richtig: um genau sechs Uhr am Abend hört der Regen auf, es hat sich zwar auf 17° Celsius abgekühlt, aber wir ziehen trotzdem nochmal los, um den angefangenen Multi möglichst heute noch zu beenden. Jetzt am Abend sind nämlich so gut wie keine Besucher mehr hier und wir können ungestört die Aufgaben lösen, die an den einzelnen Stationen gefordert sind. Da wir dem Wetter nicht so ganz trauen, ziehen wir uns nun "regenfester" an, womit wir auch gut beraten sind, denn zwischendurch kommt nochmal das ein oder andere Schäuerchen vom Himmel. Aber an der Burg gibt es auch genug Unterstellmöglichkeiten.


Nach dem Krieg verwendeten zunächst die Engländer, ab 1950 die Belgier das Areal als Truppenübungsplatz und Kasernen, heute ist Burg Vogelsang ein kommunikativer Ort der internationalen Begegnungen mit vielen Seminaren, Veranstaltungen, zwei Dauerausstellungen zum "Herrschaftsmenschen" einerseits und zum Naturpark Eifel andererseits (was ein Gegensatz...) und einigem mehr.

 

 

Die erdrückende Faszination und Absicht dieser Burg ist aber sicherlich noch spürbar, vor allem, wenn man dank der vielen Hinweistafeln liest, was hier in der NS-Zeit mit Baubeginn 1934 und ab 1936 und bis Kriegsausbruch 1939 auch durchgeführt wurde: Die Ausbildung möglichst gleich denkender, handelnder und fühlender selbsternannter "Herrschaftsmenschen", unterstützt durch Bauten, die schieren Eindruck und Machtanspruch erwecken sollten. Das, was hier steht, ist ja nur ein kleiner Teil dessen, was ursprünglich einmal geplant war, mit Kriegsbeginn wurde der Weiterbau dann aber eingestellt.

Mit Zeitstempel 20.19 Uhr und einigen Regenschauern zwischendurch erreichen wir das Final des Multis, durch den wir einen sehr informativen Rundgang über das nun praktisch menschenleere weitläufige Gelände, hoch und runter, erleben durften.

Leider haben wir vergessen, im Final nach den Bonuskoordinaten zu schauen, wie uns hinterher im Womo einfällt. Macht nichts, wird auf dem erneuten Weg morgen zur Burg nachgeholt, wenn alles wieder geöffnet hat.


Um halb neun Uhr sind wir wieder am Stellplatz. Herr Fernschreiber versucht mit unserer Mini-Antenne Fernsehempfang zu bekommen, was so weit oben auf der Anhöhe auch recht gut gelingt. So begleitet uns heute mal das Fernsehprogramm zum Schnitzel mit Kartoffelsalat, was wir uns redlich verdient haben.

Logbuch
Logbuch...
Und der Eintrag dazu
... und der Eintrag dazu

Nach dem Abendessen folgt dann noch der (für unsere Verhältnisse recht kurze) Logeintrag dieses Multis, bevor endgültig für heute Feierabend ist...

 

supertwinnies found Fackelträger der Nation|Torchbearer of the Nation

Sunday, 20 May 2018    Nordrhein-Westfalen, Germany     SW 158.6 km from your home location

 

** Logtime 20:19 Uhr **

 

Die erstaunlich langen Pfingstferien 2018 nutzen die supertwinnies-Eltern um mal ganz ohne Kids einen Kurzurlaub zu machen. Den Cachernachwuchs hatte nämlich die akute Urlaubsunlust gepackt.

Kinderlos ging es daher in diesem Jahr mit dem Womo🚙 in die Eifel.

 

Unser erster Halt führte uns zur Ordensburg Vogelsang. Der "Fackelträger der Nation" 🔥führte uns durch die beeindruckende und gleichzeitig auch bedrückende Anlage, die auch einen atemberaubenden Blick über die Landschaft bietet.

Nach unzähligen Treppenstufen und Steigung, unterbrochen von Regenschauern, aber ansonsten wenig durch Muggel gestört, konnten wir uns endlich ins Logbuch eintragen.🍀

 

Ein rundum gelungener Cache, an den wir gerne ein Schleifchen binden. 🎀

 

Vielen Dank für diesen Cache sagen die

supertwinnies aus Soest

 

In: TB-Stamp zum Discovern

Out: TB

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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