Shopping in der Oxford-Street, quirliger Camden-Market und Chinatown - eine lebhafte Mischung heute

Samstag, 31. März 2018, 8. Reisetag / 0 Kilometer mit Womo / Campingplatz "Abbey Wood" London

Teil des Camden Market
Teil des Camden Market

Auch heute ist das Wetter nicht unbedingt "urlaubslike", doch immerhin regnet es nicht in einer Tour wie gestern, es ist morgens um neun Uhr bewölkt und knapp 6° Celsius "warm". Aber da heute unser letzter vollständiger Tag in London anbricht, müssen wir einfach nochmal los, egal, wie das Wetter sein sollte.

Und als wir um kurz vor halb zwölf Uhr nach dem üblichen Frühstück das Womo verlassen, sind es schon 8° Celsius, ja guck an...

 

Als Erstes wollen wir in die Oxford Street und dort von ihrem westlichen Ende aus beginnen, am Marble Arch, dem Marmorbogen aus weißem Carrara-Marmor in der Nähe der Speakers’ Corner im Hyde Park. Durch den Marble Arch durften früher nur Mitglieder der englischen Königsfamilie schreiten; heute ist das auch der Öffentlichkeit erlaubt.

Danach möchten wir die bekannte Einkaufsmeile in Richtung Osten "abarbeiten" und hoffen irgendwo dort auf eine neue Jacke für die Fernschreiber-Tochter.

Wie üblich geht's vom Bahnhof Abbey Wood in die Londoner City, dieses Mal um 11:33 Uhr über die Themse und im Angesicht der Tower Bridge bis Cannon Street, wo wir um 12:05 Uhr ankommen, von dort geht's um 12:15 Uhr weiter mit der Tube ab Bank Station bis Marble Arch. So langsam bekommen wir Routine...

Um 12:28 Uhr kommen wir aus der Undergroundstation "Marble Arch" wieder ans Tageslicht und was erwartet uns? Reeeeegen...

 

 

Marble Arch im Regen...

 

Also werfen wir nur einen kurzen Blick auf den berühmten weißen Marmorbogen am Eingang des Hyde Parks. Vor Marble Arch steht wenig attraktiv ein Polizeiwagen und dahinter sind irgendwelche Blechcontainer aufgestellt. Na ja...

 

Wir flüchten vor dem Regen in einen nahe gelegenen "London Souvenir-Shop" und sehen dort natürlich -zig Flaggen, Koffer, Untersetzer, Schlüsselanhänger, Telefonzellen, Big Ben, Kugelschreiber und tausend Dinge mit Londoner Motiven und Gebäuden mehr, die kaum ein Mensch braucht.

 

Doch natürlich kaufen wir hier auch... und zwar Tassen mit Harry und Meg für die Verwandtschaft... Angesichts der bevorstehenden Hochzeit der beiden im Mai ein Ereignis, aus dem sich trefflich Profit schlagen lässt... Ist aber auch soooo schön romantisch...

London Souvenirs
London Souvenirs
Tassen mit Harry und Meghan zuhauf
Tassen mit Harry und Meghan zuhauf

 Einkaufsmeile Oxford Street

 

Jetzt geht's aber endlich die Oxford Street entlang. Diese (Einkaufs-) Straße ist zwar sehr bekannt, aber sicher nicht die schönste Straße Londons mit all ihren Ladenketten. Da hat uns die Regent Street letztes Jahr besser gefallen. Eine Ausnahme hiervon bildet jedoch auf alle Fälle das weltbekannte Kaufhaus "Selfridges", das hier in der Oxford Street seinen Stammsitz hat und nach "Harrods" das zweitgrößte Kaufhaus Londons ist. Das im Jahre 1909 errichtete Gebäude macht Eindruck!

 

 

Wie es so kommt, findet die Tochter, die eigentlich gar nichts braucht an Kleidung, (mal wieder) eine ganze Menge dergleichen und "staubt" auch das ein oder andere "ab", die benötigte Jacke aber für die andere Tochter bleibt uns hier verwehrt. Nichts entspricht ihrer gewünschten Vorstellung oder der in unseren Augen benötigten "Wärme-und-Nässe-Praktikabilität" für die letzten Tage hier in London. Kaum zu glauben, aber wahr... Die Frühjahrskollektion hat eindeutig die Oberhand, wie zu erwarten.

Na ja, wenn wir hier wirklich nichts finden sollten (was auch preislich "im Rahmen" bleibt, wäre das jetzt vielleicht auch nicht mehr so schlimm, denn morgen geht's ja schon wieder nach Hause, und im Womo braucht man nicht unbedingt eine wärmende Jacke... Und es kommt jetzt sogar mal für einen Moment die Sonne heraus, auch das ist ja kaum zu glauben!

 

 

So viel Sightseeing und Shoppen macht hungrig und durstig und nachdem es uns irgendwie in das ebenfalls große Kaufhaus "John Lewis", immer noch in der Oxford Street, verschlagen hatte und wir dort in einer der vielen Etagen dort das vielversprechende und gut besuchte Restaurant "Ham Holy Burger" entdeckt haben, setzen wir uns hier um viertel nach zwei Uhr zu viermal Burger mit Pommes hin. Selbstgemacht und toll angerichtet kostet uns das Ganze mit Getränken aber auch 73 £. Ein stolzer Preis für - wenn auch "elegantes" - Fast Food! Hätten wir uns ein wenig besser auf den Camden Market vorbereitet, so hätten wir dort etwas gegessen, bei den vielen Street Food-Angeboten speziell im Camden Lock Market... Na ja, ein wenig "Lehrgeld" bezahlt...

Gegen halb vier Uhr verlassen wir die Oxford Street und wollen nun endlich zum Camden Market, auch einer der zehn Top-Sehenswürdigkeiten Londons - auch ohne neue Jacke...

 

Taxifahrt - das fehlt ja noch!

 

Wor sind nun schon alle möglichen Verkehrsmittel in London gefahren: Bahn, Tube, Bus, aber noch kein... richtig! Taxi! Einmal in einem der schwarzen, typisch englischen Taxis mit den knuffigen runden Scheinwerfern zu fahren haben wir weder letztes Jahr noch in diesem Aufenthalt gemacht. Dann wird's aber auch Zeit jetzt! Wir lassen uns also um viertel vor vier Uhr mit dem Taxi von der Oxford Street zum Camden Market bringen. Das hat ja auch den Vorteil, dass wir uns nicht orientieren und mal keine Busfahrpläne lesen müssen, sondern uns einfach bequem chauffieren lassen. Wie schön! Die ganze Fahrt dauert knapp eine Viertelstunde und wir bezahlen dafür 10 £. Sehr viel billiger wäre es für uns vier mit dem Bus auch nicht geworden und wir haben "Sitzplatz-Garantie", wenn auch zufälligerweise die Fernschreiber-Juniors die bequemen Sitze in Fahrtrichtung beim Einsteigen "erwischen" (was ein Zufall!?), und wir Eltern auf den Klappsitzen gegen die Fahrtrichtung Platz nehmen müssen. Das sah von außen irgendwie so aus, als seien das auch normale Sitze, denn der Innenraum ist überraschend groß in diesen Autos. Der Fahrer ist durch eine Glasscheibe komplett vom Passagierraum getrennt, Kommunikation funktioniert über Lautsprecher und natürlich ist der Innenraum videoüberwacht... Aber es macht Spaß, zumal die Engländer ja recht gesittet, ruhig und beherrscht Auto fahren, selbst in London. Schon ein Gegensatz zu mediterranem Fahrstil...

 

 

Besuch des Camden Market

 

Um ziemlich genau vier Uhr am Nachmittag sind wir also nun endlich am berühmten Camden Market.

Hier pulsiert an diesem Samstagnachmittag tatsächlich das Leben! Verrückte Läden, army-Shops und irre Hausfassaden prägen das Bild. Eigentlich setzt sich der Camden-Markt aus sechs benachbarten Märkten zusammen, mit zum Teil verschiedenen "Schwerpunkten". Wir lassen uns einfach treiben und genießen die faszinierend verrückte Atmosphäre.

 

 

Und - siehe da! - hier werden wir auch in Sachen Jacke fündig! Und zwar auf dem "Klamotten-Markt" mit der berühmten grün-gelben Aufschrift "Camden Market" (ach nee...). Zwischen den engen Zelten mit allen möglichen Kleidungsstücken scheint alles fest in asiatisch-vietnamesischer Hand  zu sein (oder ähnlicher Nationalitäten). Englisch ist hier jedenfalls nicht die Muttersprache... Es ist spannend, hier herumzulaufen, und neben der Jacke findet sich auch noch ein Kleid für die andere Fernschreiber-Tochter... sie findet überall etwas Passendes...

 

 

Nach der überaus "bunten" Straße mit den vielen kleinen Lädchen und Shops kommen wir nun in den Camden Lock Market mit der charakteristischen dreistöckigen Markthalle. Sehr schön, diese Halle im viktorianischen Stil!

 

 

Im Anschluss geht's wieder nach draußen, zu den vielen Ständen mit dem Street Food aller möglichen Nationalitäten und tausend verschiedene Gerüche wabern durch die Luft. Auch eine olfaktorische Herausforderung!

 

Camden Lock Market
Camden Lock Market

 

Als wir uns so langsam wieder Richtung Bushaltestelle begeben, um wieder in das Zentrum von London zu fahren, begegnen wir so einigen "kunstvoll" verzierten und daher wohl "charakteristischen" Lieferwagen, die den Camden Market mit Ware beliefern...

 


Muss man unbedingt gesehen haben, den Camden Market! War ein wirklich eindrucksvoller Besuch, obwohl wir gar nicht sooo lange da waren, nur ungefähr eine Stunde... Und in dieser Zeit hat es nicht einmal geregnet!

 

Zurück zum Leicester Square und von da aus in die Chinatown


Um fünf Uhr fahren wir mit dem (dieses Mal sehr vollen) Bus wieder zum Leicester Square zurück, den wir um kurz nach halb sechs Uhr erreichen. Heute scheint London überall überzusprudeln, so voll haben wir die Hauptstadt in den vergangenen Tagen nicht erlebt. Aber jetzt herrscht ja das Osterwochenende, hat sicherlich auch damit zu tun.

Den Leicester Square wollen wir als Ausgangspunkt nehmen, um uns von hier aus die Chinatown anzuschauen. Das asiatische Viertel Londons gehört nicht unbedingt zu den größten seiner Art, doch sehenswert ist es allemal.

 

 

Vom Leicester Square, wo wir ja schon letzten Montag waren und quasi "aus den Augenwinkeln" die Chinatown gesehen haben, stürzen wir uns nun in dieses Viertel. Überall sind (natürlich) chinesische Schriftzeichen zu sehen, manchmal steht in englisch darunter, was es heißt, manchmal auch nicht. Die Straßennamen sind immer zweisprachig. Auch die charakteristischen roten Lampions über den Straßen und Gassen sind allgegenwärtig. Und damit man dadurch nicht schon genügend wüsste, dass man sich in der Chinatown befindet, markieren eindrucksvoll bunte, große Tore an verschiedenen Stellen den Beginn des Viertels. Wir lassen uns mit den Menschenmassen treiben und schlendern mal hier, mal da durch die kleine "Stadt in der Stadt".

 

Chinatown in London
Chinatown in London
Das kunstvollste Eingangstor zur Chinatown
Das kunstvollste Eingangstor zur Chinatown
Weiteres Eingangstor mit händeschüttelndem Pikachu
Weiteres Eingangstor mit händeschüttelndem Pikachu

 

Um sechs Uhr fängt es wieder an zu regnen. Daher beenden wir allmählich den Besuch in Chinatown und machen uns gegen halb sieben Uhr zu Fuß auf in Richtung Charing Cross, unserem "Haus- und Hofbahnhof" in London, von dem aus wir die allermeisten Abende wieder nach Abbey Wood zurückgefahren sind und dies heute auch vorerst zum letzten Mal tun werden. Auf dem Weg dorthin kaufen wir am Trafalgar Square noch zwei Regenschirme, zusätzlich zu dem, den wir uns schon vorgestern in Notting Hill zulegten. Es regnet nämlich jetzt (mal wieder) immer stärker und nur mit Kapuze ist das auch nicht "das Gelbe vom Ei". Obwohl mittlerweile Fernschreiberin-Tochter ihre neue Jacke anhat (die sich - man höre und staune! - auch verschließen lässt...), ist es doch besser, dass wir bei diesem Dauerregen zusätzlich zu Regenschirmen greifen; nur Herr Fernschreiber trotzt stoisch dem Londoner Wetter...

 

 

Und ist es denn wahr: Kaum kommen wir an der Charing Cross Station an, hört es auf zu regnen, ja sogar die Sonne lugt für ein paar Minuten mal zwischen den dicken, grauen Wolken hervor. Das nutzen wir noch schnell für ein letztes gemeinsames Erinnerungsfoto: Wir alle vier in und vor einer typisch englischen, roten Telefonzelle...

 

London Eye vom fahrenden Zug aus
London Eye vom fahrenden Zug aus

Um 18:39 Uhr ist Abfahrt und ein letztes Mal sehen wir beim Überqueren der Themse das London Eye mit Westminster weit im Hintergrund. Das war es jetzt erst einmal wieder mit unserem Besuch in der schönen englischen Hauptstadt.

 

Als wir um 19:14 Uhr in Abbey Wood ankommen, wollen wir dort an der Bahnstation unsere vier Oyster-Cards zurückgeben beziehungsweise das Guthaben am Automaten auszahlen lassen, da wir alle zusammen den noch respektablen Betrag von 31 £ auf den Karten gespeichert haben. Uns wird allerdings am Schalter gesagt, dass dies nur an den U-Bahnstationen ginge, an den Bahnstationen nicht... komisch... aber einen Automaten für Auszahlbeträge können wir hier in Abbey Wood tatsächlich nicht finden (oder wir haben da was übersehen) und die Dame am Schalter fühlt sich nicht zuständig...

 

Da es wenig Sinn macht, jetzt wieder zu einer Undergroundstation zurückzufahren, um dann auf dem Weg wieder hierhin ohne Fahrkarte dazustehen, nehmen wir unsere Karten nun mit nach Deutschland und wollen versuchen, sie auf postalischem Wege zurückzuschicken und uns das restliche Guthaben erstatten zu lassen.

Danach nutzen wir die kurze regenfreie Zeit und springen noch schnell bei Sainsbury's direkt am Bahnhof rein, bei dem wir ja auch schon vorgestern waren, und kaufen noch ein wenig Vorräte für die anstehende Heimfahrt morgen. Die Regale sind trotz der Größe des Ladens schon ziemlich leergefegt, die bevorstehenden Ostertage lassen grüßen... Wir finden aber noch ein paar Leckerein und um kurz vor acht Uhr sind wir wieder draußen und der übliche viertelstündige Fußmarsch trennt uns noch vom Womo. Eine Dreiviertelstunde nach Ankunft auf dem Campingplatz, so gegen neun Uhr am Abend, fängt es wieder an zu regnen...

Nun gut, wir sind auch heute wieder ein paar Mal nass geworden, haben aber auch viele schöne und interessante Orte gesehen und Eindrücke erlebt, die wir nicht missen wollen. In London muss man halt auch mit Regen rechnen, da hatten wir letztes Jahr im Frühjahr wohl richtig Glück!

 

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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