The Making Of Harry Potter - Ausflug zu den Warner Bros. Studios nach Leavesden, Nähe London

Di., 27. März 2018, 4. Reisetag / 0 Tageskilometer mit Womo / Campingplatz "Abbey Wood" London

Modell von Hogwarts für die Außen-Aufnahmen des Schlosses
Modell von Hogwarts für die Außen-Aufnahmen des Schlosses

Um halb neun Uhr stehen wir heute auf, voller Vorfreude auf das Highlight des Tages, wenn nicht des gesamten Urlaubs. Der lange schon im voraus gebuchte und nicht gerade preiswerte Besuch der Warner Bros. Studios und die Tour durch die Produktionsstätten der acht Harry Potter-Filme steht heute an (153,85 £, ca.175 € als Familienkarte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern inklusive Audio-Guide und Buch über das Making Of). Ohne gebuchte Tickets, die wegen der hohen Attraktivität oft schon Monate vorher zum gewünschten Zeitpunkt gekauft werden müssen, kommt man überhaupt nicht hinein, spontaner Besuch also ausgeschlossen. Das wollten wir in unserer Unwissenheit ja schon letztes Jahr versuchen, doch wir hatten keine Chance. Daher kauften wir nun - eines Besseren belehrt - die vier Eintrittskarten schon im November letzten Jahres für den heutigen Tag. Damit stand natürlich auch fest, dass wir einen Teil der diesjährigen Osterferien in London verbringen (müssen). Verständlich, dass wir nun diesem Ereignis entgegenfiebern.

Einmal von Südost nach Nordwest, bitte!
Einmal von Südost nach Nordwest, bitte!

Gut zweistündige Fahrt mit ÖPNV von Abbey Wood in die Studios nach Leavesden

 

Doch bevor wir für knapp fünf Stunden in die magische Welt von Hogwarts mit den Gryffindors, Slytherins, Ravenclaws und Hufflepuffs eintauchen, bevor Harry, Ron und Hermine, Dumbledore, Snape, Hagrid und Lord Voldemort sich die Ehre geben, steht für uns erst noch die ganz reale, fast zweistündige Fahrt mit Zug, Tube und Bus quer durch Londoner Stadtteile an. Unser Campingplatz in Abbey Wood liegt im Südosten von London, die Produktionsstätte der Harry Potter-Filme in Leavesden befindet sich etwa 32 Kilometer entfernt nordwestlich außerhalb von London auf einem ehemaligen Flugfeld und Fabrikationsgelände für Flugzeuge.
Mit dem Wohnmobil hätten wir fast genauso lange gebraucht, wären aber durch die Mautzone Londons gekommen und es wäre viel stressiger geworden, sich mit unserem großen Urlaubsgefährt durch die Londoner Peripherie zu quälen. Außerdem erlebt man natürlich sehr viel mehr, wenn "Landeier" wie wir in den Londoner ÖPNV eintauchen.
Gut, wir zahlen für die Fahrten hin und zurück pro Person circa 17 £, also 68 £ für uns vier, aber der Urlaub hier wird eh nicht preiswert...

Leider regnet es schon seit dem frühen Morgen Bindfäden, doch als wir um kurz vor zehn Uhr unser Womo verlassen, klart es bei 8° Celsius netterweise etwas auf und es wird auch den ganzen restlichen Tag über trocken bleiben. Auf ein Frühstück im Womo verzichten wir zugunsten eines etwas längeren Schlafes, was vor allem den Töchtern sehr recht ist (wie sollte es bei Jugendlichen anders sein...) und nehmen uns Brötchen und Getränke für unterwegs mit. Wir werden ja während der Fahrt Zeit genug haben um zu essen.

Unser Time-Slot in die Studios ist zwar erst zwischen 13:30 und 14:00 Uhr, doch angesichts der vor uns liegenden Fahrt und eventueller Verzögerungen durch Sucherei nach der richtigen Bahn mit dem passenden Gleis in die richtige Richtung in diesem Gewirr aus hunderten von Kilometern Gleise wollen wir kein Risiko eingehen und machen uns eigentlich viel zu früh "auf die Socken".

 

Quer durch London von Abbey Wood...
Quer durch London von Abbey Wood...
... mit "allem, was fährt"...
... mit "allem, was fährt"...
... zu den Warner Bros. Studios
... zu den Warner Bros. Studios

Um 10:10 Uhr geht es also schon ab Bahnhof Abbey Wood mit der southeastern, unserer "Hausbahn", zunächst bis zur Station London Bridge, wo wir zwanzig Minuten später ankommen. Nur zehn Minuten später, nach einem Lauf durch das unterirdische Labyrinth der Londoner Underground, der Tube, fahren wir mit der Northern Line tube weiter zum Bahnhof Euston, den wir um 11:03 Uhr erreichen. Wenn man unmittelbar hintereinander von der oberirdischen Schnellbahn in die unterirdische "Röhre" einsteigt, merkt man schon sehr deutlich, wie klein und niedrig die Tube im Vergleich ist. Große Leute haben bestimmt so ihre Schwierigkeiten mit der Höhe, wenn sie nicht gerade einen Sitzplatz ergattert haben.


 

Kein Wunder, London hat die älteste U-Bahn der Welt mit Eröffnung 1863 und der Querschnitt der Tunnel hat sich seitdem auf den meisten Strecken wohl nicht vergrößert. Dementsprechend niedrig ist natürlich auch das Maß der Bahn durch die "Röhre".

Wir tauchen in Euston aus den - wie eigentlich überall gut ausgeschilderten - unterirdischen Gewölben der Tube wieder auf und sitzen dreizehn Minuten später in der London Overgroundbahn (statt im West Midlands Train) Richtung Watford Junction, was auch gleichzeitig Endstation der Linie ist. Man könnte auch sagen, Watford Junction liegt in der "Pampa", mit Zone 8 der Linien um London herum ist sie auch eine der letzten. Ab der siebten oder achten Station, vorbei am Wembley-Stadion, wird es auch schon recht ländlich, die City of London liegt definitiv hinter uns.

Mit der Overgroundbahn fahren wir fast ziemlich genau eine Dreiviertelstunde, da sie an jeder "Milchkanne" hält, auch interessant. Wir haben ja noch reichlich Zeit. Schließlich erreichen wir Watford Junction um 12:03 Uhr.
So haben uns neben Google Maps verschiedene Londoner Apps mit Streckenplänen, Zug- und Busverbindungen sicher und gut an unser vorläufiges Ziel navigiert, denn von nun an bringt uns bequemerweise, organisiert von der Studio-Tour, für weitere 10 £ für Hin- und Rückfahrt als Familie ein stilechter Harry Potter-Doppeldecker-Shuttlebus direkt und ohne Wartezeit vom Bahnhof in einer knappen Viertelstunde zu unserem endgültigen Ziel des Tages: die Studios, die wir um 12:25 Uhr erreichen, eine Stunde vor Beginn unseres Einlass-Zeitfensters.

 

 

Das ist auch ganz gut so, denn ein erstes Umschauen auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes, das Lesen "kilometerlanger" Zeitungsausschnitte als Zaunbegrenzungen und ein paar Fotos dazu brauchen eben seine Zeit...

 

Eingangsbereich der Studios
Eingangsbereich der Studios
Was steht denn da alles?
Was steht denn da alles?
Bereit zum Einmarsch in die Zauberwelt
Bereit zum Einmarsch in die Zauberwelt

 

Sicherheitskontrollen vor den Studios wie bei der Einreise nach Amerika...


Als wir uns dann entschließen, in die Studios zu gehen, dauert es nochmals ein paar Minuten, bis die Taschen- und Körper(!)-Kontrollen hinter uns liegen. Wir kommen uns vor, als würden wir in die USA einreisen, so genau und mit Metalldetektor bewaffnet wird man hier "gefilzt". Nun gut, das britische Sicherheits- und Überwachungsbestreben kennt man ja schon von den Grenzkontrollen bei der Einreise ins Land und den überall installierten Kameras im öffentlichen Raum. So sind wir uns nun auch ganz sicher, dass sich kein Terrorist oder Islamist in die Studios eingeschlichen hat... Was uns betrifft, so wurde sich nur über unseren mitgeführten, reichhaltig bestückten Proviantrucksack amüsiert, dessen Inhalt wir gerne im Café auf der Hälfte der Tour oder im Außenbereich der Studios vertilgen dürfen.

 

"Verzauberte" Fernschreiber-Töchter...
"Verzauberte" Fernschreiber-Töchter...
Kleine Auswahl der unzähligen Kostüme, die folgen
Kleine Auswahl unzähliger Kostüme, die noch folgen
Übergang zum eigentlichen Eingang der Tour
Übergang zum eigentlichen Eingang der Tour

Bevor es durch einen langen Gang in die eigentlichen Studios geht, schauen wir uns erst noch ein wenig im Eingangsbereich um, wo man sich vor einer riesigen Leinwand von Hogwarts ablichten lassen kann oder erste Kostüme zu bewundern sind.


 

Eintritt in eine "magische Welt"

 

In den nächsten paar Stunden gerät unser eben noch belächelter Proviantrucksack über all das Erlebte und Gesehene fast schon in Vergessenheit, denn nun befinden wir uns im "Home of Harry Potter", im faszinierenden Reich aus Illusion, Zauber und Kunst, in vielerlei Hinsicht. 

Das offizielle Handbuch zur Tour weiß darüber in seiner Einleitung zur Entstehungsgeschichte der Filmstätte zu berichten (übersetzt, nur auf englisch erhältlich):

Offizielles Tour-Buch
Offizielles Tour-Buch

"Im Jahr 2000 machte sich ein unternehmungslustiges Produktionsteam auf den Weg in ein Filmstudio am Stadtrand von London. Die Produzenten brachten eine Idee für einen Film mit, der auf einem Buch über einen kleinen Jungen mit einer Blitznarbe basiert, der an seinem elften Geburtstag erfährt, dass er ein Zauberer ist. Diese Geschichte war "Harry Potter und der Stein der Weisen", und das Studio war Leavesden.
Von 1939 - 1994 waren die Studios als Leavesden Aerodrome bekannt, als lokaler Flugplatz und Fabrik. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Werk Kampfflugzeuge für das Verteidigungsministerium und wurde in den folgenden Jahren zum Produktionszentrum für Rolls-Royce-Flugmotoren.
Die Fabrik wurde 1994 geschlossen und in Leavesden begann ein großer Wandel. Hangars wurden zu Soundstätten für Dreharbeiten und Werkstätten für den Bau von Bühnenbildern und Requisiten. Die Start- und Landebahn des Flugplatzes und die Rasenflächen wurden zu voll funktionsfähigen Kulissenplätzen. Der alte Flugplatz war nun Englands neue Heimat für die Filmproduktion.

Als die Kameras sechs Jahre später begannen, "Harry Potter und der Stein der Weisen" zu filmen, waren die ersten vier Harry Potter-Bücher der Autorin J. K. Rowling auf der ganzen Welt an die Spitze der Bestsellerlisten geklettert. Die Filmemacher, Schauspieler und die Crew hatten nun die Aufgabe, eine magische Welt, die von Millionen Menschen geliebt wurde, auf der Leinwand zum Leben zu erwecken.
Hunderte von talentierten Männern und Frauen kamen in den Leavesden-Studios zusammen, um mit einer mehr als einem Jahrzehnt andauernden Produktion zu beginnen. Mit jedem neuen Film wuchs das Harry Potter-Phänomen und bald waren die sieben Bücher, die die Welt verzauberten, die größte Filmreihe der Geschichte.
Warner Bros. Studio Tour London - The Making of Harry Potter feiert die unglaubliche Handwerkskunst hinter diesen Filmen sowie die wunderbare Produktionsfamilie, die die Studios seit zehn Jahren ihr Zuhause nennt. Diese Tour macht es auch das erste Mal möglich, dass die Fans die Chance haben, die eigentlichen Sets aus ihren Lieblingsfilmen zu sehen - in den Studios, in denen sie gedreht wurden."

Nun denn, los geht's!

 

Rundgang durch den "Devotionalien-Shop"

 

Doch bevor die Tour beginnt, versammeln wir uns alle im eigentlichen Eingangsbereich, wo natürlich alles auf Harry Potter ausgelegt ist. Von allen vier Wänden begrüßen uns übermannsgroße Leinwände der verschiedenen Filmfiguren.

 

Eingangsbereich unmittelbar vor den Studios
Eingangsbereich unmittelbar vor den Studios
Kleine Erfrischungen verkürzen die Wartezeit
Kleine Erfrischungen verkürzen die Wartezeit
Von allen vier Wänden prangen die Filmfiguren
Von allen vier Wänden prangen die Filmfiguren

 

Und selbstverständlich ist das Merchandising im angrenzenden Shop schier grenzenlos. Natürlich müssen wir gucken und so ganz ohne Andenken geht's dann verständlicherweise doch nicht...

 

Hier gibt's wirklich alles rund um Harry Potter
Hier gibt's wirklich alles rund um Harry Potter
Zauberstäbe so weit das Auge reicht
Zauberstäbe so weit das Auge reicht
Die Präsentation wirkt!
Die Präsentation wirkt!

Audio-Guide
Audio-Guide

Anschließend holen wir unsere Audio-Guides ab und reihen uns in die Warteschlange zusammen mit dem Pulk der anderen Besucher ein, die mit uns denselben Time-Slot haben. Bei der etwa viertelstündigen Wartezeit durch die Abgrenzungen hindurch, die einem im Zickzackkurs langsam zur Studiotür bringen, werden wir auch - sozusagen als erstes "Schmankerl" - an Harrys "Zimmer" unter der Treppe entlanggeführt. Hier musste der Elfjährige ja bekanntermaßen schlafen, als er zwangsweise bei den Dursleys untergekommen war. Wir können lesen, dass viele Requisiten aus dem eigenen Keller der Dekorateurin stammen. Ganz schön grausam, winzig und beklemmend, dieser Wandschrank... Auf so eine Idee kann man auch nur kommen, wenn man Dursley heißt.

 

Beschreibung von Harrys Schlafraum unter der Treppe
Beschreibung von Harrys Schlafraum unter der Treppe
Nicht sehr groß, das Ganze...
Nicht sehr groß, das Ganze...
beengt und überfüllt
beengt und überfüllt

J.K. Rowling mit ihren drei Hauptdarstellern
J.K. Rowling mit ihren drei Hauptdarstellern

Und nun geht's wirklich los!

Wir werden in der Gruppe in einen ersten abgedunkelten Raum geführt, dort beginnt die Führung mit einer hinterleuchteten Präsentation aller Filmplakate, die rund um den Globus für die Kinofilme entwickelt wurden.

Den Hinweis der Führerin bei ihrem Einführungsvortrag, dass ein Besucher es auf die Höchstverweildauer von knapp vierzehn Stunden in den Studios gebracht hat, quittieren wir mit Humor und Staunen, doch im Laufe der Tour wird verständlich, dass ein unbedingter Fan und "Nerd" von Harry Potter es durchaus auf diese Leistung bringen kann, bei all dem, was nun auf uns zukommt und man es in dieser Fülle von Informationen, Erlebtem und auch Merchandising kaum verarbeiten kann.

 

In einem nachfolgenden Kinosaal leiten per Leinwand auch Harry, Ron und Hermine alias Daniel, Rupert und Emma in einem etwa zehnminütigen Intro in die Studio-Tour ein.

 

In diesen beiden Räumen ist das Fotografieren verboten, aber das ist auch nicht weiter schlimm, denn nach dem Einführungsvortrag folgt ein erster Höhepunkt der Tour: die Tür zum großen Saal öffnet sich und die Fotoapparate dürfen wieder heiß laufen...

Der große Saal

Der Saal in Turnhallendimension mit seiner verzauberten Decke ist einer der unvergesslichen Schauplätze des Schlosses, in dem die Mahlzeiten eingenommen werden und die zahlreichen Feste von Hogwarts, der Weihnachtsball und auch das ein oder andere Duell stattfinden.
Die physische Decke im großen Saal wurde von der gewölbten Holzdecke der Westminster Hall in London inspiriert. Die verzauberte Decke, wie sie in den Filmen zu sehen ist, wurde jedoch durch visuelle Effekte erzeugt. In den Studios ist lediglich "schnödes" Metallgestell oben zu entdecken. Aber "der Rest" des Saals ist tatsächlich so, wie man ihn aus den Filmen kennt, genauso eindrucksvoll und "düster mittelalterlich" mit seinen großen, geschnitzten Fackelhaltern an den Wänden, deren vier Tiere Dachs, Löwe, Schlange und Rabe die vier Häuser Hufflepuff, Gryffindor, Slytherin und Ravenclaw symbolisieren. Doch obwohl der Saal auch hier schon "in echt" eine beeindruckende Größe aufweist, scheint er in den Filmen noch größer. Dies ist der Arbeit mit Weitwinkelobjektiven geschuldet, die so ihren Motiven immer den Anschein von mehr "Weite" vermitteln.

Mit den zwei langen Reihen gedeckter Tische, den Figuren der Professoren am erhöhten Kopfende des Saals und mit Professor Dumbledores Eulenpodest wirkt es fast so, als würde jeden Moment der große Saal mit seinen Bewohnern zum Leben erwachen. Und doch ist alles Kulisse, sind die Wände nicht aus Sandstein, sondern aus sorgfältigst sandsteinnachahmendem "Pappmaché" angefertigt, irgendwie auch desillusionierend...

 

Die Tür zum großen Saal öffnet sich...
Die Tür zum großen Saal öffnet sich...
... und die Menschenmenge entert die Halle
... und die Menschenmenge entert die Halle

Der große Saal nochmal schnell "im Rückblick" abgelichtet, als die Menschenmenge schon weiter geschoben wurde
Der große Saal nochmal schnell "im Rückblick" abgelichtet, als die Menschenmenge schon weiter geschoben wurde
Ab nun darf man selbstbestimmt herumlaufen in den ehemaligen Hangars
Ab nun darf man selbstbestimmt herumlaufen in den ehemaligen Hangars

Wohin man auch schaut: Special Effects und Kulissen in den ehemaligen Hangars

 

Während wir im großen Saal noch geschlossen als eine große Gruppe auftreten und nach circa zehn Minuten dort wieder herausgeführt werden, um der nächsten Gruppe Platz zu machen, dürfen wir in den nachfolgenden riesigen ehemaligen Flugzeughallen allein, ohne "menschliche" Führung, aber immer begleitet mit unseren digitalen Guides, umherlaufen, um uns all die unglaublichen Arbeiten der Kulissenbauer, Kostümschneider, Maskenbildner anzusehen und die Entstehung der Special Effects mit dem Greenscreen zu verfolgen.

 

Die Fernschreiber-Töchter lassen es sich auch nicht nehmen, später vor dem Greenscreen auf dem Besen zu fliegen und per Bildschirm durch die virtuelle Landschaft um Hogwarts zu rasen.

 

"Nebenbei" hält unser Audio-Guide noch mehr Hintergrundinformationen und Videos für uns bereit, die zum Teil auch während der Tour zur Sprache kommen: so zum Beispiel das erste Casting des jungen Daniel Radcliffe, von dem J. K. Rowling nach vielen vorherigen Vorsprechen wusste: "Das ist Harry Potter!" Oder die vielen Tiere und Tiertrainer am Set, die monatelang trainieren mussten, um das ein oder andere Kunststück vollbringen zu können. Harrys Eule Hedwig und er waren bald ein eingespieltes Team, Emma und ihre Katze Krummbein spielten oft schon stundenlang vor Drehbeginn miteinander, damit die rotfellige Schönheit sich am Set wohlfühlte oder von Fang, Hagrids Neapolitan Mastiff, wird uns berichtet, dass er ein ausgesprochenes Sabberproblem hatte...

Es gibt sooo vieles mehr zu entdecken, dass es hier fast den Rahmen dieses niedergeschriebenen Urlaubstages sprengen würde.

Audio-Guide...
Audio-Guide...
... mit vielen zusätzlichen Infos
... mit vielen zusätzlichen Infos

 

Kleine Betten im Jungen-Schlafsaal und der gemütliche Gemeinschaftssaal von Gryffindor

 

Wir sehen hunderte, ach tausende von Requisiten und Kleidungsstücken, die mit ihren Hauptdarstellern wachsen und sich verändern und erfahren manches über ihre Entstehungsgeschichte.

 

 

Man weiß manchmal gar nicht, wohin man zuerst blicken soll, so vieles gibt es zu sehen und manches bestimmt auch zu übersehen...

 

 

Wir werfen auch einen Blick in den Jungen-Schlafsaal mit dem Bett von Harry und den anderen Jungen. Die Betten sind kurz, wurden für Elfjährige gebaut und im Laufe der nächsten zehn Jahre nicht verändert. Da hieß es später schon mal: "Beine anwinkeln!"
Den Schlafsaal als solchen zu bezeichnen, ist eigentlich vermessen. Er ist ziemlich klein, nach vorne offen und seine Wände sind verschiebbar, je nach Kameraeinstellung veränderbar.

 

 

Nur ein paar Meter neben dem Schlafsaal befindet sich der Gemeinschaftsraum von Gryffindor, gemütlich...

 

"Ansichtssache"...
"Ansichtssache"...

links: Das Spiel mit der Perspektive:

Der Stuhl in der Bildmitte ist winzig, der kleine Flur wird nach hinten hin immer enger, das ganze Modell ist nur etwa 1,50 m groß. Es sieht aber so fotografiert aus, als handele sich es hier um einen laaaangen Gang, und mit der richtigen Kameraeinstellung und Tricks kann hier ein Mensch scheinbar viele Meter entlanggehen...

 

rechts: In den ehemaligen Flugzeughallen ist es voll wie auf einem Flughafen zu Urlaubsbeginn... Harry Potter ist ungebrochen faszinierend.

Keine Flugzeuge mehr in den Hangars, dafür unzählige Menschen
Keine Flugzeuge mehr in den Hangars, dafür unzählige Menschen

Schild Dumbledores Büro
Dumbledores Büro

Dumbledores Büro und der Klassenraum für Zaubertränke... beeindruckend!


Ein Höhepunkt ist sicherlich auch Dumbledores Büro. Beeindruckend und wirklich als Raum dargestellt sieht man die astronomischen Geräte des Schulmeisters, sein Teleskop, seine Erinnerungen aufbewahrt in echten Glasampullen, eine jede mit akribischer Handschrift beschriftet und nicht zu vergessen die unzähligen Bücher. Es sind aktuelle englische Telefonbücher, in Leinwand eingeschlagen, auf alt gemacht mit verschnörkelter Schrift und mit einer Staubschicht versehen... gewusst wie...

Büro des Schulleiters Albus Dumbledore Studios London
Büro des Schulleiters Albus Dumbledore
Dumbledores Phönix als Eingang zum Büro
Dumbledores Phönix als Eingang zum Büro
Dumbledores Büro über mehrere Etagen
Dumbledores Büro über mehrere Etagen

Zaubertrankraum
Zaubertrankraum

Der Klassenraum für Zaubertränke im Kerker von Hogwarts

 

Mit unglaublich viel liebevoller und aufwändiger Fleißarbeit der Requisiteure sind auch die hunderte von Glasflaschen befüllt und beschriftet, die im eindrucksvollen Unterrichtsraum für Zaubertränke im Kerker von Slytherin stehen, jenem früheren Reich von Professor Snape.
Auch diese Kulisse ist nach vorne geöffnet, um den notwendigen Arbeiten der Kameraleute und Beleuchter Raum geben zu können.

Der Klassenraum für Zaubertränke London Studios
Der Klassenraum für Zaubertränke

 

Hagrids Hütte und wieder das Spiel mit der Perspektive: Wie stellt man einen Menschen als Halbriesen dar?

 

Wir kommen an Hagrids Hütte vorbei mit all seinem surrealen Interieur. Dass Hagrid als Halbriese dargestellt werden kann, liegt im Übrigen daran, dass zwei verschiedene Versionen am Set kreiert wurden: Ein größeres Set wurde verwendet, um Gegenstände von normaler Größe im Vergleich zur Umgebung klein erscheinen zu lassen, und ein kleineres Set wurde verwendet, um Hagrid groß erscheinen zu lassen. Was ein Aufwand! Aber diese unglaubliche Akribie, diese Kreativität, Phantasie und der Einfallsreichtum sind in allen Dingen zu spüren, die die Filme ausmachen. Ganz sicher trägt auch diese Detailverliebtheit neben den großen Themen wie Mut, Ehrlichkeit, Intrigen und Gefühlezeigen ohne Gefühlsduselei zum riesigen Erfolg der Harry Potter-Bücher und -filme bei.

Hagrids Hütte mit Hund Fang
Hagrids Hütte mit Hund Fang...
... und normal großen Gegenständen
... und normal großen Gegenständen

 

Abteilung "Spezialeffekte": Einmal auf einem Besen fliegen? Warum nicht!

 

 

Das eigentliche "Fliegen", wie es vor und auf den Bildschirmen zu sehen ist, darf man leider nicht näher fotografieren...  Aber spaßig war der Flug allemal...

 

Quidditch-Zubehör
Quidditch-Zubehör

Quidditch, die bekannteste Sportart auf Hogwarts

 

Was wäre Quidditch ohne seine rasanten Flüge in luftiger Höhe und die rasende Geschwindigkeit beim Ritt auf dem Besen, am besten noch auf dem Nimbus 2001?

 

Mit der richtigen Computer-Animation geht so richtig "die Post ab" und der Quaffel, die beiden Klatscher und der goldene Schnatz sorgen bei den jeweils sieben Spielern für reichlich Kampfgeist und Abwechslung.

 

Man beachte in der Kiste die robuste Befestigung für die beiden Klatscher! Die schwarzen Eisenkugeln müssen dort immer gut gesichert werden, da sie sich als verzauberte Kugeln sonst selbstständig machen würden... 

Tore, Tore, Tore... nicht beim Quidditch, sondern zum Verschließen...

 

Tor von Hogwarts
Tor von Hogwarts
Tür zur Kammer des Schreckens und Gringotts Tür
Tür zur Kammer des Schreckens und Gringotts Tür

Auf dem Weg zum "Fuchsbau", dem Heim der Familie Weasley, kommen wir am Tor von Hogwarts vorbei, an der Tür zur Kammer des Schreckens, die man nur mit Parsel, der Schlangensprache, öffnen kann und wir sehen die Tür von Gringotts Zauberbank, die nicht nur einfach "statisch" da steht, sondern ihre vielen komplizierten Riegel und Verschlingungen auch tatsächlich hin- und herbewegt.

 

Immer wieder unglaublich, wie viel tatsächlich gebaut wurde von all den zauberhaften Dingen, die sich J.K. Rowling so ausgedacht hatte und die nicht nur computeranimiert sind.


 

Die Detailverliebtheit in vielen Requisiten sehen wir auch im Haus der Familie Weasley. Da die Weasleys nicht besonders reich sind, wurde monatelang auf echten Flohmärkten nach entsprechend alt aussehender Second Hand-Ware Ausschau gehalten und auch die sich selbst spülende Pfanne ist natürlich vorhanden... Flohmarkt und ein bisschen Technik...
Auch diese Kulisse ist - ähnlich wie der Jungenschlafraum von vorhin - wegen der besseren Bewegungsfreiheit der Leute am Set halb offen.

 

 

Verschwörende Zusammenkunft im Schloss von Malfoy


Vom friedlichen Leben im Weasley-Haus geht es bald weiter zur unheimlichen Szenerie der Todesser, die mit Lord Voldemort am riesigen Esstisch zusammensitzen und die Lehrerin für Muggelkunde auf grausame Art und Weise töten.

Lord Voldemort versammelt die Todesser hier in Malfoys Schloss, um die Übernahme des Zaubereiministeriums zu planen.

 

Die in Hogwarts nie in Erscheinung getretene Lehrerin für Muggelkunde, die Hexe Charity Burbage, hängt als gefesselte Gefangene über dem Tisch und muss sterben, weil Voldemort meint, dass sie zu muggelfreundlich sei. Nachdem er ihr den Todesfluch verpasst hat, verfüttert er sie an die Schlange Nagini, die schon angekrochen kommt.

Die Schlange wurde übrigens in mehreren Varianten gefilmt. Es existierte eine echte Schlange, es gab aber auch mehrere von der Creature Effects-Abteilung handgefertigte Repliken in Originalgröße. Die finalen Szenen wurden durch eine digitale Version von Nagini ergänzt, die von der Visual Effects-Abteilung erstellt wurde. Und auch hier sieht man wieder den unglaublichen Aufwand: echte Schlange, Schlangen aus welchen Materialien auch immer "handgeklöppelt" und eine digitale Version...

 

Die Figur der Muggelkunde-Lehrerin schuf die "Kreaturen-Abteilung" als vollwertige, sich windende Charity Burbage-Animation, wenn lange Aufnahmen am Set benötigt wurden. Für Nahaufnahmen wurde Carolyn Pickles, die Schauspielerin, angeschnallt und kopfüber über dem Tisch aufgehängt. Nicht immer einfach, so ein Schauspieler-Dasein...

 

Das Zaubereiministerium

 

Wir gehen weiter durch die ehemaligen Hangars und treffen auf die beeindruckende Kulisse des Zaubereiministeriums. Tief unter den Straßen Londons verborgen, ist das Regierungszentrum der Zaubererwelt in England bekanntlich per Telefonzelle, Toilette und Floh-Netzwerk durch die offenen Kamine der britischen Haushalte erreichbar, natürlich nur für Zauberer und Hexen, und letzteres auch nur mit Flohpulver.

 

Da das Zaubereiministerium eines der größten Sets war, das jemals für die Filme gebaut wurde, erforderten die dort gedrehten Szenen hunderte von Statisten - viele von ihnen waren Crewmitglieder in Mänteln, Bärten und Hüten.

Die Ministeriumstürme... rot gekachelt...
Die Ministeriumstürme... rot gekachelt...
Die Kamine des Ministeriums - 9 Meter hoch
... und grün gekachelte Kamine - 9 Meter hoch

Standbild "Magie ist Macht"
Standbild "Magie ist Macht"

links: Im Atrium des Zaubereiministeriums steht das Standbild "Magie ist Macht" und am Sockel sind achtundfünfzig Muggel zu sehen, die unter der Herrschaft der Zauberwelt zerquetscht werden. Obwohl es sehr stabil aussieht, ist natürlich auch das nur wieder der erste Eindruck: Das Kunstwerk wurde aus Schaumstoff geformt und handbemalt.

 

rechts: Dolores Umbridge liebt alles, was pink ist. Je mächtiger sie im Zaubereiministerium wird, desto rosiger wird auch ihre Garderobe.

 

Ein Traum in Pink: Büro von Dolores Umbridge
Ein Traum in Pink: Büro von Dolores Umbridge

Außerdem sind da die vielen Katzenteller von Dolores Umbridge: Von weißen Kätzchen bis hin zu eigenartig aussehenden haarlosen Rassen wurden Dutzende von echten Katzen mit Goldfischgläsern, Kristallkugeln, Miniatur-Hexenmützen und anderen Requisiten gefilmt. Die Abteilung für visuelle Effekte hat das verspielte Katzenmaterial während der Postproduktion dann digital auf die Teller gebracht.

 

Begegnung mit Aragog im Verbotenen Wald

 

Wir gehen ein wenig weiter und nun folgt ein weiterer Höhepunkt der Tour: die Durchquerung des "Verbotenen Waldes", der in der ein oder anderen Weise in jedem Film der Harry Potter-Reihe vorkommt. Kein Wunder, bei dem Aufwand, der hier kulissenmäßig betrieben wurde! Da muss man den Wald auch schon mal öfter einsetzen... Die frühesten Aufnahmen fanden in einem wirklichen Wald statt, dem Black Park in Buckinghamshire, aber die Dreharbeiten in einer natürlichen Waldumgebung erwiesen sich als zu unkontrollierbar. Also entschloss man sich im weiteren Produktionsverlauf, einen künstlichen Wald zu bauen. 

In den Studios bekommen wir Einblick in die umfangreichen zeichnerischen Vorarbeiten, die notwendig sind, um einen solch riesig dimensionierten Wald entstehen zu lassen: Die handbemalten Kulissen sind bis zu 183 m breit und gehören zu den größten, die je geschaffen wurden. Die Bäume des Waldes sind jedoch massiv gebaut worden und erreichen einen Durchmesser von 4,3 m. Fast wirklich unheimlich, wenn man da durchläuft!

Und dann ist da noch Aragog, die riesige Spinne, die irgendwann mit ihren Artgenossen zwischen den Bäumen auftaucht und langsam herangekrochen kommt.... Gut, dass man weiß, dass die nicht echt ist...

Um Aragog zum Leben zu erwecken, baute die Kreaturen-Effekt-Abteilung ein riesiges, körperliches Spinnenmodell, das fünfeinhalb Meter groß war und wenn Aragog aus den Wurzeln der Bäume schlich, wurden dabei geschickt die Verkabelung, die Mechanik und die Hilfsmannschaft versteckt.

Im Verbotenen Wald entdecken wir auch Seidenschnabel, den Hippogreif, und den Hirsch-Patronus von Harry als "verkleideten" und illuminierten großen Jagdhund. Der Hund hat in etwa die Größe des Patronus, lässt sich vergleichsweise gut dressieren und mit der "LED-Leuchtdecke" über seinem Fell ist es letztlich einfacher, die Illusion des leuchtenden Hirsches am Computer perfekt zu machen.

 

 

Am Bahnsteig 9 3/4

 

Was fehlt noch und ist Ausgangspunkt für die Zugfahrt nach Hogwarts? Natürlich der Bahnhof mit dem knallroten Hogwarts-Express und dem Gleis 9 3/4! Sowohl Zug als auch der gesamte "Bahnhof" nehmen einen beträchtlichen Teil der alten Flugzeughallen ein. Toll, dieser Anblick!

 

Der Zug transportierte hunderte von Schülern von Gleis 9 3/4 zur Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei. Die meisten Szenen, die sich auf Gleis 9 3/4 abspielen, wurden im Bahnhof King's Cross in London gedreht. Während der Dreharbeiten zu Harry Potter und die Heiligtümer des Todes  wurde jedoch ein Teil des Bahnsteigs hier in den Studios mitsamt Gleis und Zug nachgebildet.

Bevor der leuchtend rote Hogwarts-Express zu einem der bekanntesten Fahrzeuge der Filmgeschichte wurde, diente er von April 1937 bis Dezember 1963 tatsächlich als funktionierende Personenlokomotive. Auch der Personenwagen war echt und wurde nach der Verstaatlichung der Eisenbahnen im Jahr 1957 auf allen Eisenbahnlinien Englands eingesetzt.

Die echten Lokomotiven und Personenwagen wurden in ganz Großbritannien eingesetzt, um die Außenansichten des Zuges zu erstellen, während ein spezielles Innenwagen-Set (gebaut vor einer grünen oder blauen Leinwand hier in den Studios) für alle Szenen im Zug verwendet wurde. Visuelle Effekte ersetzten das Grün und Blau in den Fenstern durch bewegliche Kulissen und Spezialeffekte wie hüpfende Schokoladenfrösche und fliegende Dementoren.

 

Der Hogwarts-Express
Der Hogwarts-Express

 

Es ist schon spannend, nun durch die Abteile des historischen Zuges gehen zu dürfen, obwohl die eigentlichen Filmaufnahmen in dem speziellen Set - auch wieder nach vorne offen - gedreht wurden. Auch hier kann man sich, wer will und das Geld investieren möchte, vor dem Greenscreen in die Abteile setzen und sich ablichten lassen, als ob man im "echten" Zug säße.

 

Im Hintergrund: Szene aus Teil 1
Im Hintergrund: Szene aus Teil 1

In einem der Abteile sind Ron und Harry als Erwachsene jeweils mit ihren Ehepartnern - als Puppen dargestellt - zu sehen.

Hier wird per Bildschirm im Hintergrund Bezug darauf genommen, dass der Hogwarts-Express mit Gleis 9 3/4 eine zentrale Rolle im jeweils ersten und letzten Teil der Filme spielt: der kleine Harry fährt zum ersten Mal nach Hogwarts und als Vater im letzten Teil verabschiedet er dorthin seinen Sohn Albus.

Abschlus-Szene aus dem letzten Teil
Abschlus-Szene aus dem letzten Teil

 

Natürlich ist auch im "Bahnhof" einer der vielen Devotionalienshops, die scheinbar unendlich viel Nachschub an Hogwarts-Dingen an den geneigten Käufer gegen gutes Geld abgeben.

Butterbier - seeehr süß
Butterbier - seeehr süß

Nach dem Besuch von Gleis 9 3/4 geht's erst einmal zu einer kleinen Pause ins sich anschließende Café und Restaurant, das man erst durchqueren muss, bevor man nach draußen zu den Außenkulissen kommt. Raffiniert und geschäftstüchtig angelegt! Netterweise ist es hier erlaubt, sich an einem der vielen Sitzgelegenheiten aus seinem eigenen mitgebrachten Proviant zu bedienen, denn natürlich sind die Preise hier "gesalzen", wie zum Beispiel die beiden "Butterbiere" im kleinen Plastikbecher, die wir für je 3,95 £ trotzdem mal probieren müssen.

 

Dabei bleibt der Inhalt mysteriös, irgendetwas mit Karamell, unheimlich süß und natürlich hier ohne Alkohol. Nicht gerade ein Durstlöscher... Wie gut, dass wir unsere eigenen Picknicksachen dabei haben, um diesem großen Kommerz rund um Harry Potter nicht noch mehr Vorschub zu leisten, Erfolg hin oder her.

 

Kulissen unter freiem Himmel: Der "Rasende Ritter", das Haus der Dursleys und die alte Hogwarts-Brücke

 

Nach dieser kleinen Unterbrechung der Tour geht's nun nach draußen. Hier, unter freiem Himmel, an dem sich sogar ab und zu die Sonne blicken lässt, ist die Außenkulisse des Hauses Nr. 4, Privet Drive, bekanntermaßen Wohnsitz der Dursleys, aufgebaut. Während der Produktion war dieser Hinterhof der Studios die Heimat der äußeren Kulissen des Harry-Potter-Films. Haus Nr. 4 ist tatsächlich räumlich dargestellt und man kann hinein; das Nachbarhaus ist nur eine "halbe Kulisse", die aber allesamt sehr aufwändig hergestellt wurden, wie man auf der Rückseite der Häuser sehen kann.

Die wirkliche Häuserzeile existiert auch, sie ist in Bracknell, Berkshire zu finden. Hier wurde zum ersten Buch, Harry Potter und der Stein der Weisen, gedreht. Später entschieden die Filmemacher, die Kulisse auf dem Gelände der Studios nachzubauen, wohl, um nicht jedesmal fahren zu müssen.

 

Auf dem Außengelände befindet sich auch der "rasende Ritter", der Bus mit dem wahnsinnigen Fahrstil und dem "anpassbaren" Chassis, der "gestrandete" Zauberer einsammelt und sie an ihren Wunschort bringt.
Der eindrucksvolle 6,7 m hohe Bus wurde aus Stücken von drei alten Londoner Doppeldeckern gebaut. Es gab zwei Versionen des Busses: eine, die motorisiert war und gefahren werden konnte und eine "Stunt-Version", die sich auf einer Drehscheibe drehte.
Und die Betten innendrin sehen sehr gemütlich aus...

Der "Rasende Ritter"
Der "Rasende Ritter"
Innenansicht des "Rasenden Ritters"
Innenansicht des "Rasenden Ritters"

 

Draußen befindet sich neben dem alten, verfallenen Geburtshaus von Harry auch die Hogwarts-Brücke, sie ist etwa 30 m lang und das einzige Teil, was jemals wirklich gebaut wurde, alle Szenen, die die Brücke in voller Länge zeigen, sind computeranimiert. Aber auch dieses "echte" Teilstück ist schon eine "Augenweide", was man durchschreiten kann.

 

Das Cottage der Potters

 

Auf der Tafel vor dem Haus ist zu lesen:

"Das Haus von Harrys Eltern war seit der Nacht, in der Voldemort das Paar ermordete und Harry mit seiner charakteristischen Angst vor Blitzschlägen zurückließ, unberührt geblieben. Stuart Craig wurde vom Dorf Lavenham in Suffolk inspiriert, als es darum ging, das Cottage von Potters in Godric's Hollow nachzubauen."

 

Beschriftung am Haus
Beschriftung am Haus
Harry Potters Elternhaus
Harry Potters Elternhaus

Maskenbildner in den Harry Potter-Filmen: ein "Knochenjob" mit viel Kreativität und Akribie

 

Nun führt die Tour wieder ins Innere und der Besucher bekommt einen umfangreichen Einblick in die Künste der Maskenbildner, die Spitzenarbeit leisten bezüglich der Herstellung unzähliger Zauberwesen, Werwölfe, Elfen, Riesen, Todesser und anderer zauberhaften Kreaturen. Hier wird mit Plaste, Gips, Gummi, Farben und Prothesen gearbeitet, was das Zeug hält, ist also eine mindestens ebenso wichtige Disziplin wie die digitalen und computeranimierten Spezialeffekte, um "zauberhafte" und faszinierende Welten zu schaffen.

 

 

Die "Modellier- und Plastinier-Abteilung" scheint kein Ende nehmen zu wollen...

Kaum vorstellbar, wie viel Arbeit in diesen Filmen stecken!

 

 

Die Winkelgasse und ein riesiges Modell von Hogwarts

 

Noch zwei Highlights erwarten uns auf unserer Tour, die für uns nun schon knapp drei Stunden dauert. Wir kommen in die Winkelgasse, die im Maßstab 1:1 aufgebaut ist. Wie die Menschen im Film laufen also auch wir durch die Häuserzeilen, die für Muggel unerreichbar sind, und sehen den Zauberladen der Weasley-Zwillinge mit ihren Süßigkeiten, die zum Beispiel zum Schuleschwänzen einladen, wie die Kotzpastillen oder andere recht fragwürdige Leckereien...
Ollivanders Zauberstabladen ist natürlich auch da, durch diesen Laden kann man auch wirklich gehen und tausende von Zauberstäben bewundern.

Das Aussehen der Winkelgasse wechselte während der gesamten Filmreihe ständig. Wände und Ladenfronten wurden verschoben, ganze Gebäude wurden sorgfältig und leicht geneigt angepasst, um die Straße zu schaffen, die in den Filmen zu sehen ist.

 

 

Bevor es in die letzte Halle mit dem Modell des Hogwarts-Schlosses geht, werden wir noch in die Geheimnisse der Konzeptkünstler eingeweiht: Dutzende von Künstlern, Illustratoren und Art Directors erstellen jede Umgebung, jede Requisite und jeden Charakter der Harry Potter-Filme mit Skizzen und weißen Kartenmodellen. Diese Modelle helfen dem Regisseur und Produktionsdesigner, Größe und Maßstab einzuschätzen und Kameraeinstellungen vorzunehmen. Um Aufnahmen und Kamerabewegungen zu planen, setzen die Filmemacher eine kleine Kamera (Lippenstiftkamera genannt) in die Modelle, um einen perfekten Blickwinkel zu erhalten.

 

 

Zum krönenden Abschluss erwartet uns das überaus detailreiche, handgearbeitete Modell von Hogwarts im Maßstab 1:24 in einer riesigen weiteren Halle, bestimmt fünfzehn bis zwanzig Meter im Durchmesser. Erbaut wurde es für die Verfilmung des ersten Buches. Alle Innenhöfe und Türme des Modells wurden gefilmt und dienten so als unnachahmliche Kulisse. Mit digitalen Effekten wurde anschließend eine perfekte Illusion der Realität des Schlosses in der Landschaft der schottischen Highlands abgebildet.

Seine Vorbilder hat Hogwarts im Alnwick Castle in Alnwick, Northumberland und der Durham Cathedral im Nordosten Englands.

Das Licht in der Halle wechselt beständig langsam von Tag zu Nachtzeiten und im Schloss sind daher folgerichtig am Abend die Fenster von innen mit über dreihundert kleinen Lampen beleuchtet. Man kann ganz um das Modell, das über zwei Etagen aufgebaut ist, herumgehen.

 

Modell von Hogwarts über zwei Etagen im Maßstab 1:24
Modell von Hogwarts über zwei Etagen im Maßstab 1:24

 

Ein letztes Mal läuft der Fotoapparat angesichts dieses Motives heiß, bevor wir nach etwa dreieinhalb Stunden durch die Studios diese schließlich durch einen Laden mit unzähligen Zauberstabkartons verlassen.

 

 

Gut zwanzig Minuten halten wir uns noch im Shop auf und dann liegen großartige Stunden voller Informationen und Illusionen hinter uns, auch für einen "Halb-Muggel" wie Frau Fernschreiberin sehr, sehr interessant, muss man ja sagen.
Da fällt es ja fast schwer, sich aus dieser Welt zu verabschieden und wieder den schnöden, knapp zweistündigen Heimweg anzutreten. Mittlerweile ist es kurz vor halb sechs Uhr und die Füße "qualmen".

 

Zurück in die Realität - der Heimweg ruft

 

Wiederum ohne Wartezeit "erwischen" wir passend einen der Shuttle-Busse draußen vor dem Eingang und werden zum Bahnhof Watford Junction zurückgebracht. Um 17:38 Uhr sind wir dort, zehn Minuten später sitzen wir im Zug nach Euston, dieses Mal mit der Midland Northwestern Railway, die uns eine Viertelstunde schneller als auf der Hinfahrt mit der Overground nach Euston bringt. Von dort aus geht es "Schlag auf Schlag" weiter. Über schlechte oder unpünktliche Zugverbindungen in London darf man sich wirklich nicht beklagen: 18:10 Uhr Ankunft Euston, fünf Minuten später mit der Northern Line Tube nach Charing Cross, wo wir 18:22 Uhr ankommen. Hier laden wir eine Oyster-Karte mit 5 £ auf, da nur noch 5,70 £ gespeichert sind (warum auch immer...!?), die anderen drei Karten haben noch 9,70 £ auf dem Konto. Um 18:34 Uhr geht's schließlich wieder mit unserer "Hausbahn", der southeastern Railway, von Charing Cross nach Abbey Wood. Natürlich sind wir mal wieder mitten in den Feierabendverkehr geraten, die Bahnen sind alle sehr voll, aber was soll's, dafür brauchen wir nicht selbst zu fahren.
Um viertel nach sieben Uhr sind wir in Abbey Wood, kurz vor halb acht Uhr am Womo. Jetzt noch schnell ein Abendessen brutzeln, es gibt Curryhähnchen mit Reis, und nach dem Essen und Spülen (schade, dass wir nicht über die selbst spülende Pfanne der Weasleys verfügen...) ist gegen halb zehn Uhr endlich "Feierabend", nach wiederum knapp zehn Stunden auf Achse heute. Aber es hat sich gelohnt! Ein wirklich toller, um nicht zu sagen "zauberhafter" Tag neigt sich seinem Ende zu.

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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