Und leider wieder nach Hause...

Mi., 9. August 2017, 18. und letzter Reisetag / 1022 Tageskilometer / von “Camping Tiglio”, Sirmione, Gardasee, Italien nach Soest, NRW, Deutschland

Auf der Brennerautobahn Richtung Heimat
Auf der Brennerautobahn Richtung Heimat

Der Abfahrtstag vom Gardasee endet für unsere Verhältnisse früh: Wir stehen gegen acht Uhr auf und frühstücken “schon” um viertel vor neun dieses letzte Mal im Womo und nicht draußen, da wir gestern Abend außen schon alles eingepackt haben. Es sah nach Regen aus, der in der Nacht auch tatsächlich fiel, wenn auch nur als kurzer, aber recht heftiger Schauer. Da war es gut, alles schon verstaut und vor allem die Markise trocken eingerollt bekommen zu haben.

Um neun Uhr heute Morgen sind es aber schon wieder 27° Celsius.

Wir treffen unsere letzten Vorbereitungen zur Abfahrt  und zahlen nochmals 172,20 € für die drei Nächte (3x55 € plus 0,60 € Kurtaxe pro Nacht und Person). Danach heißt es Abschied nehmen vom schönen Gardasee und wir verlassen den “Camping Tiglio” um fünf vor halb zehn Uhr.

Noch geht es nicht direkt gen Heimat, sondern wir “springen” noch schnell in den nahe gelegenen Lidl, um frisches Gebäck, Brötchen und Brezel als Reiseproviant zu kaufen. Um genau viertel vor zehn Uhr ist auch das erledigt und eigentlich gehen wir nun davon aus, dass wir in Peschiera auf die Schnellstraße nach Affi kommen, wo es von dort auf die Brennerautobahn geht. Aber irgendwie leitet uns unser Navi wieder zurück Richtung Sirmione, von dort auf die Autobahn Richtung Verona/Venedig. Wir verlassen uns nun nicht mehr aufs Navi, das des Öfteren den GPS-Empfang verliert (warum auch immer), sondern verlassen lieber die Autobahn und folgen den Schildern, hätten wir auch gleich machen sollen...  Für diesen Umweg zahlen wir noch 0,70 € Maut, vor allem aber stehen wir über eine halbe Stunde an der Autobahnabfahrt vor der Mautstelle im Stau… ärgerlich… insgesamt brauchen wir für diese “Aktion” über eine Dreiviertelstunde, die wir um Peschiera und Sirmione herum verbringen, anstatt Richtung Heimat zu kommen, aber was soll’s, wir haben ja keinen Zeitdruck bei unserer Heimfahrt. Die Klimaanlage im Womo läuft, da machen uns die 32° Celsius um halb elf Uhr herum auch nicht viel aus. Wir tanken noch einmal acht Kilometer vor Affi voll, bevor wir um Punkt elf Uhr auf die Brennerautobahn auffahren.

Wie erwartet ist die Autobahn natürlich voller an einem Mittwochmorgen im Vergleich zum Sonntagabend, als wir anreisten, es gibt mehrmals Stauwarnungen bis Neumarkt in Südtirol und danach noch knapp zwanzig Kilometer weiter bis Bozen, angezeigt an den großen Infotafeln über der Autobahn, aber insgesamt kommen wir doch noch einigermaßen “flüssig” durch die Dolomiten. Unser Navi “Here” meint, wir seien um 20:54 Uhr zu Hause in Soest… das kommt uns ziemlich unwahrscheinlich vor, allerdings haben wir es auch offline gestellt und haben somit keine Stau-Anzeigen (die wir auch kaum umfahren würden).

 

 

Kurz nach ein Uhr mittags sind wir an der Mautstelle, fünfzehn Kilometer sind es noch bis zum Brenner, also der italienisch-österreichichen Grenze. Wir zahlen nochmals 15,70 € Maut für die Strecke von Affi bis hierher (am “Preisschild” vor der Mautstelle steht noch 15,40 €, da ist die Mautgebühr wohl mal erhöht worden…). Um zwanzig nach eins passieren wir die Grenze beim Brenner; wir sind in Österreich und schon tuckern wir hier mit den erlaubten nur 80 km/h und dem ständigen Piepen der Go-Box für Fahrzeuge über 3,5 t bei Erfassung der elektronischen Maut alle paar Kilometer die Brennerautobahn entlang.

Die Strecke durch die Dolomiten ist landschaftlich ja wirklich sehr reizvoll, sogar von der Autobahn aus. Dieses Mal regnet es auch nicht wie bei der Hinfahrt, als wir uns so gerne Neumarkt - wo wir übernachtet haben - angeschaut hätten, aber kübelweise Regen und Gewitter uns da leider einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.

 

 

Drei Kilometer vor der österreichisch-deutschen Grenze ist nochmal Stau, wahrscheinlich wegen der Grenzkontrollen, die seit den Flüchtlingsströmen 2015 wieder eingeführt wurden, doch wir werden an der Grenze durchgewunken. So sind wir nach gut eineinhalb Stunden “Österreich-Transit” und nochmals 45,54 € Mautgebühren um fünf vor drei Uhr nachmittags wieder in Deutschland. Kein einziges Mal sind wir auf unser Gesamtgewicht beim Womo kontrolliert worden - weder in Österreich noch in Italien, und es wird auch nicht in Deutschland auf dieser Fahrt sein - und wir haben so viel Zeit und Arbeit in die ganze “Wiegerei” vor dem Urlaub gesteckt… aber: “der Teufel ist ein Eichhörnchen”, wer weiß…, wenn wir es nicht gemacht hätten und womöglich mit Überladung gefahren wären, vielleicht wären wir gerade dann kontrolliert worden…

 

 

Deutschland empfängt uns mit bewölktem Himmel und ungewohnt “kühlen” 24° Celsius, was uns aber nicht davon abhält, unweit hinter der Grenze um kurz nach drei Uhr bei Rosenheim eine erste (und einzige) längere Pause zu machen; außerdem entdeckt Herr Fernschreiber beim Blick auf die Geocaching-Karte hier einen Cache, der natürlich noch gefunden und geloggt werden muss. 

Um halb vier Uhr geht's weiter, ab jetzt (und bis nach Soest) übernimmt Frau Fernschreiberin das Steuer. Um halb fünf Uhr geraten wir um München herum nochmals in einen dicken Stau - kein Wunder, es ist Feierabendverkehr - , danach wiederum Stau bei Nürnberg gegen sechs Uhr abends, um viertel vor sieben vor Würzburg / Geiselwind. Man könnte sagen, man lernt auf diese Weise auch die bayerischen Großstädte kennen, unter dem Motto “da ist immer Stau…”.

In der Rhön tanken wir erneut, erleben ein wenig Regen, aber auch einen herrlichen Sonnenuntergang. Auf Geheiß von Frau Fernschreiberin, die ja als momentane Fahrerin nicht wie sonst üblich den Finger an den Auslöser der Kamera legen kann, "muss" der Göttergatte nun just diesen Sonnenuntergang im Bild festhalten und knipst übermütig bei dieser Gelegenheit auch gleich mal seine Schuhe, das Armaturenbrett oder den vorbeirauschenden Busch an der Autobahn mit.

Sonnenuntergang in der Rhön
Sonnenuntergang in der Rhön
In zwei Stunden sind wir zu Hause!
In zwei Stunden sind wir zu Hause!

Wahrhaft fleißige Motivsuche! Die Töchter kringeln sich vor Lachen...

Es rollt nun gut und wir beschließen, keine Zwischenübernachtung einzulegen, sondern “durchzufahren”. Punkt elf Uhr am Abend kommen wir nach etwas über tausend Tageskilometern und dreizehneinviertel Stunden Fahrt wohlbehalten zu Hause in Soest an. Eine ziemlich lange Tagesstrecke, zugegeben, aber mit Fahrerwechsel zwischendurch und Töchtern, die sich “auf den hinteren Plätzen” - umgebaut zur “Liegelandschaft” - äußerst wohlfühlen, auch ganz gut zu schaffen.

Ein sehr schöner Urlaub ist leider nun zu Ende, aber die Erinnerungen - nicht zuletzt dank dieser Webseite - leben weiter...

 

Fazit Mautgebühren:

- Für die jeweils rund eineinhalb Stunden "Transit" durch Österreich haben wir insgesamt happige 91,08 € an Mautgebühren bezahlt (für Fahrzeuge über 3,5 t zGG mit der "Go Box", direkter Weg, nur die "Brennerautobahn")

- In Italien haben wir insgesamt 50,40 € an Mautgebühren bezahlt (bis zum Gardasee, nach Venedig, zurück zum Gardasee und wieder bis zur Grenze; keine Unterscheidung zwischen Fahrzeuge unter oder über 3,5 t zGG)

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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