Malcesine - tolle Altstadt und wunderbares Wasser!

Di., 1. August 2017, 10. Reisetag / 19 Tageskilometer / von Camping “Spiaggia D’Oro”, 3 km nördlich von Torri del Benaco nach Malcesine, Stellplatz am Wasser (Koordinaten: 45.7754938, 10.8143318)

Der einmalige (teure) Stellplatz in Malcesine
Der einmalige (teure) Stellplatz in Malcesine

© www.die-fernschreiber.de

 

Nach einer sehr lauten Nacht auf dem Campingplatz “Spiaggia D’Oro” zwischen Garda und Malcesine direkt an der Uferstraße (circa zweieinhalb Meter von der nächtlichen “Rennstrecke” Via Gardesana entfernt, nur getrennt von einer Buschreihe, die wie das Womo auch wackelte, wenn die Autos vorbei sausten, trotz 50 km/h an dieser Stelle) fahren wir gegen viertel vor zwölf Uhr los - natürlich die Uferstraße entlang - und sind eine halbe Stunde später schon in Malcesine, unserem heutigen Zwischenziel (und Endpunkt, wie wir später entscheiden...). Unsere Befürchtung, dass wir, wie in Lazise, keinen Womo-Parkplatz finden, bestätigt sich hier in Malcesine nicht. Busse und Wohnmobile werden zwar ein wenig nach außerhalb geleitet, dafür ist der Platz unmittelbar am See.

Wir stehen nur circa zwanzig Meter vom Wasser entfernt und haben einen herrlichen Blick auf den See und schräg gegenüber nach Limone, wo eine kleine Autofähre zwischen dort und Malcesine hin und her fährt!

 

Doch bevor wir im wunderschönen Malcesine ankommen, sind die Ausblicke, die die Uferstraße zu bieten hat, auch schon herrlich, sogar aus dem fahrenden Womo heraus.

 

 

Und waren schon die Uferabschnitte bei diesem heutigen heißen Wetter bis hierher streckenweise eine Augenweide, so steht die Durchfahrt durch den Ort bis zum großen, geschotterten und teilweise durch Bäume beschatteten Parkplatz - der von südlicher Richtung aus kommend etwas hinter Malcesine liegt - dem in nichts nach.

 

 

Auf diesem Parkplatz kann man auch rund um die Uhr stehen - Wohnmobilfahrer zahlen allerdings teure 2,00 € die Stunde tagsüber und von 21 bis 8 Uhr, also nachts, kostet es 2,50 €, (Strom, Ver- und Entsorgung gibt es hier jedoch nicht). Man zahlt eben den Namen des Ortes und die Top-Lage am See mit...

 

Auf dass auch jeder richtig bezahle!
Auf dass auch jeder richtig bezahle!
Ausblick aus dem Womo
Ausblick aus dem Womo

So halten wir ein wenig Abstand vom nächsten Wohnmobil - das machen andere Womofahrer hier auch - und drehen die Markise raus, denn die Lage des Platzes ist so schön, dass wir überlegen, heute Nacht hier stehen zu bleiben. Das würde uns allerdings so viel Geld kosten wie sonst auf einem Campingplatz, und das ohne jeglichen Service... Mal sehen, es ist ja schon klasse hier und Strom, Ver- und Entsorgung brauchen wir eigentlich nicht. 


 

Jetzt aber halten wir in der Mittagsglut mit 35° Celsius zunächst “Siesta” und die sieht bei uns so aus, dass wir uns erst mal wieder in das kristallklare Wasser stürzen. Aber hier ist der See noch ein wenig kälter als gestern kurz hinter Garda; je weiter nördlich, desto tiefer und kühler ist der See. Aber das hält uns nicht vom Schwimmen ab. Hier sieht man jetzt auch die vielen Wassersportler, die den See bevölkern: von Opti-Booten über Kite- und Windsurfer, Para-Glider, Stand-Up-Paddler bis hin zu großen (Segel-) Yachten ist alles in bunter und lebendiger Mischung zu sehen, und wir auf unseren Luftmatratzen mittendrin oder im Überblick vom Womo aus. Klasse! Erst später am Nachmittag oder am frühen Abend, wenn es nicht mehr ganz so heiß sein sollte, wollen wir ins Zentrum von Malcesine laufen.

 

 

Irgendwann am Nachmittag schrabbelt eine laute Musik aus Lautsprechern über den Parkplatz, wir schauen uns erstaunt um und entdecken "Antoine", den Eisverkäufer, in seinem lustigen Eiswagen.

"Antoine", der Eisverkäufer
"Antoine", der Eisverkäufer

Aber da wir selbst ganz gut mit verschiedenen Eissorten bestückt sind, kann "Antoine" leider an uns nichts verdienen.

Um viertel nach vier Uhr läuft erst mal unsere Parkzeit ab, für die wir seit unserer Ankunft schon acht Euro bezahlt haben. Da wir gewöhnlich keine drei Kilo Münzgeld mit uns herumtragen, versucht Herr Fernschreiber, mittels eines am Parkautomaten angebrachten QR-Codes, der auf eine italienische “Parkgebühren-Internetseite” führt, das Entgelt bis morgen Mittag um halb zwölf Uhr per paypal zu bezahlen. Das hat hoffentlich auch geklappt (einen Beleg darüber haben wir natürlich nicht, aber 43,32 € sind minutengenau schon mal abgerechnet und wenigstens per Screenshot im Handy festgehalten).

Wir springen zur Abkühlung noch mal ins Wasser, bevor wir uns um kurz vor sechs Uhr abends, als es nicht mehr ganz so heiß ist und die Schatten länger werden, in die Altstadt von Malcesine aufmachen. Ungefähr ein Kilometer geht es immer an einer Promenade am Wasser entlang und linkerhand sehen wir auch die Seilbahn, die zum Gipfel des Monte Baldo hinauffährt.

 

 

Doch wir bleiben lieber "am Boden" und haben die Scaliger-Burg (noch eine, wie in Sirmione auch schon) im Blick, an deren Fuß sich die wirklich pittoreske Altstadt schmiegt. Enge, verwinkelte Gassen mit allerlei Restaurants und kleinen, feinen Geschäften, aber auch noch wirklich alte, vom Touristenstrom eher unberührte Gässchen finden sich hier und es geht bergauf und bergab am Fuße des Monte Baldo. Wir wandern hoch zur Burg, doch das kleine Museum dort hat schon geschlossen. Schade, es wäre unter anderem ein Earthcache dort zu lösen gewesen.

Und so eng wie die Gassen, so dichtgedrängt sind die Fotos, die eine bunte Mischung der Altstadt ergeben:

 

 

Oben an der Burg ist es immer noch sehr warm, nach dem kühleren Schatten in den Gassen am frühen Abend scheint hier noch kräftig die Sonne.

 

 

Nachdem wir uns oben eine Weile umgesehen haben, gehen wir langsam wieder hinunter in die Altstadt und lassen uns erneut einfangen von dem Flair dieser Stadt.

 

 

Wir beobachten nebenbei noch eine Hochzeitsgesellschaft und suchen uns in Ruhe ein Restaurant, um hier zu Abend zu essen. Die Qual der Wahl hat man hier, was die Lokale angeht. Nach dem Studium verschiedener Speisekarten und Preise entscheiden wir uns für ein kleines Restaurant und werden nicht enttäuscht. Vorspeisen, Hauptspeisen, alles sehr, sehr lecker und prompte, nette Bedienung. Zu unserer Überraschung bekommen wir zum Schluss noch eine Flasche Rotwein geschenkt, was nicht jeder hier bekam, wie wir an den Nachbartischen sehen konnten. Wahrscheinlich haben wir besonders viel Geld hiergelassen…

 

 

Nach dem Essen schlendern wir noch ein wenig weiter bis zum recht imposanten Rathaus ("Municipio"), das im hellen Licht der sinkenden Sonne mit seiner gelben Fassade eindrucksvoll wirkt und etwas außerhalb der Altstadt liegt und wenden uns danach wieder zurück Richtung Hafen.

 

 

Wir entdecken den öffentlichen Gang durch ein eindrucksvolles Haus, gehen in dessen schönen Innenhof, der sich nach vorne mit tollem Blick auf den See öffnet und flanieren schließlich durch die dunkler werdenden Gassen, in denen allmählich die Lichter angehen und genießen die mediterrane Atmosphäre. Wirklich schön ist Malcesine, es gefällt uns fast noch besser als Bardolino oder Sirmione. Aber das ist ja bekanntlich immer Geschmackssache…

 

 

Um kurz vor neun Uhr treten wir langsam den Rückweg am Wasser entlang an und sind um viertel nach neun Uhr wieder am Womo.

 

 

Hier ist am Wasser in der Dämmerung noch einiges los und auch wir holen wieder die Stühle heraus und lassen den Abend am Wasser mit Blick auf die Lichter Limones am gegenüber liegenden Ufer ausklingen. Es ist wieder eine extrem warme Nacht, draußen sind es um zehn Uhr immer noch 32°, im Womo noch über 33° Celsius. Das wird wieder eine “spannende” Nacht, zumal wir hier auf dem öffentlich zugänglichen Stellplatz sicherheitshalber die Fenster werden schließen müssen.

Gegen elf Uhr abends hören und sehen wir noch ein farbenprächtiges Feuerwerk aus der Richtung von Garda, tolle Sicht über den See! Ein würdiger Abschluss eines weiteren tollen, heißen Urlaubstages!

 

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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