Es geht nach Hause: Gemütliche Fährüberfahrt und Mega-Stau in Antwerpen

Fr. 21. April 2017, 15. und letzter Reisetag / 533 Tageskilometer / von Folkestone nach Dover über Ärmelkanal durch Frankreich, Belgien, Niederlande zurück nach Soest

Schon fast auf dem Fährgelände von Dover angelangt
Schon fast auf dem Fährgelände von Dover angelangt

Capel Farm in Folkestone: Um kurz nach acht Uhr stehen wir bei recht bewölktem Himmel auf und bereiten uns allmählich auf das endgültige Urlaubsende in England vor. Wir ver- und entsorgen noch einmal, der Ölstand im Motor wird kontrolliert und ein letztes Mal backen wir leckere Brötchen in unserem "Omnia"-Backofen auf, allerdings ohne zu frühstücken. Dies wollen wir nach dem Einchecken zur Fähre machen, wenn wir noch genügend Zeit und Ruhe haben, bis wir auf das Schiff können.

Um halb zehn Uhr verlassen wir den Stellplatz auf der Farm und legen die paar Kilometer von Folkestone nach Dover zurück. Schon um kurz nach zehn Uhr passieren wir problemlos die Passkontrollen und stehen im noch fast leeren Wartebereich, als drittes Wohnmobil in der Reihe, ganz ähnlich wie auf der Hinfahrt. Dass es so schnell gehen würde, hätten wir nun auch nicht gedacht!

So aber haben wir tatsächlich gut eine Stunde Zeit für ein ausgiebiges Frühstück im Womo. Da sind wir - wie auch schon während der Warterei auf dem Hinweg in Dünkirchen - froh, dass wir es uns so schön gemütlich machen können und nicht auf die öffentlichen Wartezonen oder "Fresstempel" im Hafengelände angewiesen sind.

Die Fähre wird um genau zwölf Uhr ablegen, ab 11:25 Uhr beginnt das Verladen der Fahrzeuge. Schon jetzt sieht man, dass es hier sehr viel voller werden wird als im relativ überschaubaren Hafen von Dünkirchen. Da gibt es viel zu schauen!

 

 

Um zehn Minuten vor zwölf Uhr sind wir schließlich im "Bauch" der Fähre und wenig später an Deck, um die pünktliche Abfahrt von der Insel zu erleben. Heute ist das Wetter nicht so schön wie bei der Ankunft in England, aber die Fotos beispielsweise der White Cliffs haben wir ja eh schon "im Kasten".

 

 

Wir vertreiben uns die zwei Stunden Überfahrt mit Lesen, schlendern über das Schiff und geben im Bordladen mit seinen überschaubaren Souvenirs, seinem Angebot an Spirituosen, Parfüm und Megapackungen Süßigkeiten unser allerletztes Bargeld in britischen Pfund aus. Am anderen Ende des Ärmelkanals erwartet uns wieder der Euro.

Die Uhr wird um eine Stunde nach vorne gestellt - schade, jetzt ist es gleich schon drei Uhr nachmittags, wenn wir in Dünkirchen ankommen - und wir lassen den Urlaub schon mal Revue passieren. Er hat uns großartig gefallen!!

 

 

Um viertel nach drei Uhr Ortszeit verlassen wir die Fähre in Dünkirchen und nehmen Kurs auf Gent und Antwerpen. Und was erwartet uns in der zweitgrößten Stadt Belgiens am späten Freitagnachmittag am Ferienende? Natürlich... Stau! Und was für einer!

Schon einige Kilometer vor der Stadt ist die Autobahn gesperrt und erst nehmen wir es mit Humor, waschen uns im stehenden Womo ein paar frische Träubchen ab, die wir im Kühlschrank gefunden haben und sind (noch) guter Dinge. Doch als es so gar nicht mehr weitergeht, sinkt die Stimmung schon ein wenig. Irgendwann folgen wir der großen Meute an Auto-, LKW- und Busfahrern, die von der Autobahn abfahren und nun quälen sich hunderte von Fahrzeugen durch die Innenstadt von Antwerpen. Wir müssen alle irgendwie auf die andere Fluss-Seite der Schelde, um weiter in die Niederlande zu kommen, was gar nicht so einfach ist, schließlich gibt es nicht alle naselang Tunnel oder Brücken über die Schelde.

Wir "Autobahn-Fernfahrer" verstopfen also die gesamte Innenstadt und fahren letztlich im Schneckentempo und immer wieder nur mit Stop and Go zum großen Teil durch einen Tunnel, der eigentlich für Fahrzeuge über 3,5 t gesperrt ist. Wir schwitzen "Blut und Wasser", doch als auch LKW und Busse sich dort einreihen und im Begriff sind, unter dem Fluss herzufahren, ziehen auch wir einfach hinterher. Ansonsten hätten wir auch irgendwo und irgendwie in der Nähe auf einem Stellplatz übernachten können, doch danach steht uns überhaupt nicht der Sinn. Mittlerweile ist es Abend und wir fahren über Breda und Tilburg Richtung Eindhoven, weil uns auch nach Antwerpen google Maps noch Staus meldet. 

Um viertel vor zehn Uhr abends sind wir in Mühlheim/Ruhr - immerhin, durch das Ruhrgebiet kommen wir um diese Zeit ziemlich gut durch -  und machen erst mal für eine halbe Stunde bei McDonalds an der Autobahn Halt, nach fünfeinhalb Stunden Fahrt, die eigentlich insgesamt, ohne Stau, nur viereinhalb Stunden hätte dauern sollen. Wir futtern das dort üblich erhältliche, sonst eigentlich recht verschmähte "Mäckes"-Essen und setzen unsere Fahrt fort. Ziemlich genau um halb zwölf Uhr nachts erreichen wir unser kleines Heimatstädtchen, tanken hier noch einmal das Womo voll und sind nun endlich zu Hause, spät, aber wohlbehalten, was ja die Hauptsache ist.

 

Ein wirklich schöner, unglaublich abwechslungsreicher Urlaub in Großbritannien mit für April bemerkenswert gutem Wetter ist nun zu Ende. Zwei Wochen waren eigentlich viel zu kurz für die Fülle an Sehenswürdigkeiten, die allein der Südwesten Englands zu bieten hat. Das, was wir gesehen haben, sowohl London als auch die Landschaften Cornwalls und Devons, machen nur Lust auf mehr und wir sind uns alle vier einig, dass das wohl nicht unser letzter Urlaub in Großbritannien gewesen sein soll!

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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