3. Tag London-Sightseeing: "Geburtstags-Show" am London Eye, Regierungsviertel, Westminster und Oxford Street

Mi., 12. April 2017, 6. Reisetag / 0 Tageskilometer (mit Womo) / London

Happy Birthday für die Fernschreiber-Zwillinge!
Happy Birthday für die Fernschreiber-Zwillinge!

Geburtstag mitten in den Ferien! Ist das nicht schön? In diesen Genuss kamen die Fernschreiber-Zwillinge zwar schon ein paar Mal in ihrem bisherigen 15-jährigen Leben, aber noch nie in England und schon gar nicht in dessen Hauptstadt. "Happy Birthday" passt jetzt also besonders gut...

Es war ein wenig kniffelig, die Geschenke bis zum heutigen Tag vor den neugierigen Blicken der beiden im Womo unterzubringen und bei der fast täglichen "Wühlerei" in irgendwelchen Schränken, Schubladen oder Staukästen auf wenigen Quadratmetern weiterhin zu verbergen, aber es gelang halbwegs, war ja auch alles "unkenntlich" eingepackt...

Schon morgens um kurz nach acht Uhr sind wir vier alle aus den Federn. Was? Und das als Langschläfer ausgerechnet heute, am "Ehrentag"?

Der Grund dafür liegt ein paar Stunden zurück: Gestern Abend, beim Tagesrückblick und Gespräch unter anderem über den Buckingham Palace, kam uns der Gedanke, dass wir ja am Geburtstag der Fernschreiber-Töchter den berühmten Wachwechsel der Royal Guards besuchen könnten, das bliebe bestimmt in Erinnerung! Alle waren dafür und eine kurze Recherche im Netz ergab, dass während unseres Urlaubs jeden zweiten Tag der Wachwechsel stattfinden sollte, so auch am 12. April, allerdings nur einmal am Tag, morgens um elf Uhr, regenfreies Wetter vorausgesetzt. Jaaaa, da heißt es mal früher aufstehen!

Und so beginnen wir den Geburtstag für unsere Verhältnisse recht früh, eben um kurz nach acht Uhr, eingedenk eines insgesamt dreiviertelstündigen Weges in die City, eines circa zwanzigminütigen Marsches von der Charing Cross Station bis zum Palast und einer zeitigen Ankunft dort, um noch eine einigermaßen gute Beobachtungsposition zu ergattern. Nach dem Ereignis wollen wir in London irgendwo ein englisches Frühstück einnehmen oder auch ein Brunch oder Lunch, je nachdem. So weit, so gut.

Wachwechsel am Buckingham-Palace... auf YouTube...
Wachwechsel am Buckingham-Palace... auf YouTube...

Nicht gerechnet haben wir aber mit dem länger andauernden Procedere des Glückwunschkartenlesens, des Geschenkeauspackens und mit der Beschäftigung derselben. Irgendwie ist es auch so gemüüütlich und lustig, es vergehen die Minuten und irgendwann verpassen wir den Zeitpunkt, an dem es noch sinnvoll gewesen wäre aufzubrechen.

Als das realisiert ist, schauen wir uns den Wachwechsel eben nur auf YouTube an, ist auch schön und man sieht sehr gut, aber bestimmt kein Vergleich zur Wirklichkeit, die nur gut eine Stunde von uns entfernt stattfindet. Na ja, vielleicht ein nächstes Mal...

So lassen wir es "nun erst recht" langsam angehen, frühstücken in Ruhe und brechen erst gegen zwölf Uhr zum Bahnhof auf. Wir nehmen dieses Mal wieder den Zug zur Cannon Street Station und wollen von dort weiter mit dem Bus grobe Richtung Westminster fahren, da die Bahn zur Charing Cross Station von Abbey Wood aus erst in knapp einer halben Stunde fahren würde.

Um viertel vor eins sind wir an der Cannon Street. Auf der Suche nach einer geeigneten Bushaltestelle laufen wir schließlich so weit, dass wir beschließen, gar keinen Bus mehr zu nehmen, sondern einfach per pedes Richtung Westminster weiterzugehen. Ist aber doch letztlich weiter, als wir dachten...

 

Erst gegen viertel vor zwei Uhr und einigen "Umwegen" später sind wir bei schönstem Wetter im Jubilee Gardens unter'm London Eye und wollen wegen der Aussicht auf das Regierungsviertel von jener Seite der Themse aus in diese Richtung weitergehen.

Doch im Jubilee Gardens ist heute zufällig ein toller Street Artist mit einem Einrad und unterhält auf überaus humorvolle Weise die zahlreichen Zuschauer um sich herum. Gut eine halbe Stunde schauen wir dem Künstler zu, der es schafft, sich balancierend auf einem Höhen-Einrad mit seinem gesamten Körper durch die (nicht bespannte) Fläche eines normalen Tennisschlägers zu schlängeln und dabei das Publikum launig anzusprechen und mit einzubeziehen. Der herzliche Applaus und ein am Schluss mit Geldscheinen und Münzen gut gefüllter Hut sind ihm sicher.

Wir bleiben noch einen Augenblick am Ufer der Themse stehen und genießen die sonnige Aussicht auf die gegenüberliegende Seite und die Royal Horseguards, einem großen 5 Sterne-Hotelkomplex.

 

 

Schließlich gehen wir weiter am südlichen Ufer entlang und um kurz nach halb drei Uhr überqueren wir die Westminster Bridge, um ins Regierungsviertel zu gelangen.

Nun unmittelbar vor dem Westminster Palace (oder Houses of Parliament) und dem Elizabeth Tower mit der berühmten Glocke Big Ben darin zu stehen ist schon eindrucksvoll und zeigt die Größe und Opulenz des Gebäudes, das wir bisher nur aus relativer Entfernung gesehen haben.

Das ist wirklich ein Ehrfurcht einflößendes und imposantes Viertel hier, Westminster. Aber was ist in London schon nicht beeindruckend?

Gegenüber, an der White Hall, sind weitere Regierungsgebäude zu sehen und über allem flattert stolz und stets präsent der Union Jack. 

Genauso allgegenwärtig sind aber auch die zahlreichen massiven Absperrungen rund um den Westminster Palace und die Mengen an schwer bewaffneten Polizisten.

Viele Blumensträuße auf einer Grünfläche gegenüber des Westminster Palace erinnern daran, dass diese Stadt auch verwundbar ist, erinnern an den Terroranschlag mit insgesamt fünf Toten von vor genau drei Wochen, am 22. März 2017, bei dem ein Mann auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge fuhr, anschließend auf das Gelände des Westminster Palace gelangte und dort nochmals einen Polizisten tötete, bevor er selbst erschossen wurde.

Wenn man in Gedenken an die Opfer an all die ganzen unsäglichen Terroranschläge mit islamistischem Hintergrund in der letzten Zeit denkt, oft in vielen europäischen Großstädten wie Paris, Nizza, Berlin begangen, und die Wirren in einer unruhigen Welt sieht, kann einem schon recht mulmig werden. 

 

 

Doch wir schieben diese trüben Gedanken, zumal an einem Tag wie heute, beiseite und wenden uns - von hinten durch den schönen "Kirchhof" kommend - der strahlend weiß leuchtenden Westminster Abbey zu, der berühmten Kirche, in der Könige seit Jahrhunderten gekrönt und beigesetzt werden. So umrunden wir quasi die Kirche, bis wir gegen viertel nach drei Uhr Hunger verspüren und in eine Pizzeria im Westminster-Viertel einkehren.

 

 

Nach dem leckeren Essen wünschen sich die beiden Geburtstagskinder, ihr heute Morgen überreichtes Geburtstagsgeld gleich in nette Gegenwerte umzuwandeln. Das heißt konkret: Die eine Tochter möchte nochmals in den Harry Potter-Laden im Bahnhof King's Cross, da gäbe es noch soooo viele Hogwarts- und Harry Potter-Dinge, von denen es anscheinend wichtig ist, sie zu besitzen. Die andere Tochter denkt eher realistisch-modebewusster und würde gerne in der Oxford Street in den zahlreichen Bekleidungsläden die neueste Sommermode kennenlernen...

So setzen wir uns um kurz vor fünf Uhr abermals in einen der fast minütlich fahrenden und schon liebgewonnenen roten Doppeldeckerbusse und verbinden so erneutes Sightseeing mit der Fahrt zu King's Cross.

 

 

Hier ist es heute noch voller als gestern; nun muss man auch vor dem Eingang zum Laden Schlange stehen und es geht erst weiter, wenn aus einem zweiten Ausgang die entsprechende Anzahl an Kunden herausmarschiert kommt. Unglaublich, was J. K. Rowling mit ihren "phantastischen" Gedanken alles ausgelöst hat... Na, die eine Fernschreiber-Tochter ist schon mal glücklich über ihre neueste Errungenschaft und es geht erneut mit dem Bus in Richtung Oxford Street, die andere Tochter zu ihrem Recht kommen lassend.

Auch in der bekannten "Shopping-Meile" verbringen wir so einiges an Zeit, das Portemonnaie wird dünner, die Taschen dicker und erst um kurz vor acht Uhr abends sind wir wieder am Trafalgar Square, unserem Busziel, um von hier - fast schon "wie gewohnt" - die kurze Strecke zur Charing Cross-Station zu Fuß zurückzulegen.

 

Tschüss London!
Tschüss London!

Bevor es aber mit der Bahn "nach Hause" zu unserem Womo nach Abbey Wood geht, laufen wir ein letztes Mal auf die Golden Jubilee Bridge in "Steinwurfnähe" des Bahnhofs, um die abendliche Stimmung von der Brücke mit dem tollen Panorama rundherum in Erinnerung zu behalten und ebenfalls ein letztes Mal mit der Kamera einzufangen. 

Dreieinhalb Tage London liegen nun hinter uns, viel zu wenig Zeit für diese großartige Stadt. Einiges haben wir gesehen, vieles blieb aber auch (noch) unentdeckt. 

Wir werden bestimmt noch einmal wiederkommen, doch andererseits wollen wir auch noch mehr von England sehen als "nur" seine Hauptstadt.


Um 20:09 Uhr fahren wir schließlich ohne Umsteigen zurück nach Abbey Wood und erreichen den Bahnhof um viertel vor neun Uhr. Die Anzeige an den Fahrkartenautomaten "sagt" uns, dass jeder von uns noch 2 Pfund 40 auf seiner Oyster Card hat. Eigentlich kann man sich Restbeträge auszahlen lassen, doch irgendwie bekommen wir's nicht hin, wir versuchen es bei diesen recht niedrigen Beträgen aber auch nicht allzu lang. 

Ist nicht weiter schlimm, so haben wir gleich ein klein wenig "Startkapital", wenn wir erneut wiederkommen sollten...

Jeder von uns hat ergo knapp 30 Pfund nur für Fahrten mit Bus und Bahn in und um London herum ausgegeben, zu viert also fast 120 Pfund. Ist schon recht viel, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! 

Um Punkt 21:00 Uhr sind wir schließlich am Womo und lassen drei ereignisreiche, beeindruckende, aber auch anstrengende Tage in London Revue passieren, bevor wir müde und zufrieden diesen besonderen Tag beim nigelnagelneuen Film "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" ausklingen lassen.

Schön war's!

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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