Besuch des Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn

So., 2. Oktober 2016 / 2 x 59 Tageskilometer von Soest nach Paderborn (Koordinaten: 51.7314381,8.7335868) und zurück

Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn
Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn

Was machen wir an einem Wochenende, an dem alle Familienmitglieder Zeit haben und das noch dazu mit einem freien Montag im Anschluss - dem "Tag der deutschen Einheit" - aufwartet? Wir schauen uns nach besonders tollen Caches um, von denen wir glauben, dass hier auch unsere vierzehnjährigen Mädels noch Interesse haben könnten, um mal wieder "rauszukommen" und wir gemeinsam etwas unternehmen können.

Die Wahl fällt schnell auf den von uns schon lange beoachteten und in Cacherkreisen hoch gelobten Multi "CIAFO" in Paderborn: "Come in and find out"... angelehnt an den ehemaligen Werbespruch einer großen Parfümeriekette werden wir eingeladen, herauszufinden... ja, was? Dazu später mehr...

 "CIAFO" heißt der Multi in der Cacherwelt, für alle "Muggels", also für die "Unwissenden" (angelehnt an Harry Potter), die sich in dieser Welt nicht auskennen, ist es das Heinz Nixdorf MuseumsForum, das nach eigenen Angaben "weltgrößte Computermuseum".

Auf dem Parkplatz vor dem Museum
Auf dem Parkplatz vor dem Museum

Die Leitung des Technikmuseums fungiert selbst als Geocacher und ermöglicht es Mitcachern sogar, kostenfrei das Museum zu besuchen. Wie das geht, wird gleich zu Beginn auf raffinierte Weise geregelt. Schon hier ahnen wir, dass wir uns auf spannende und informative Stationen freuen können. Wie sollte es auch anders sein, in diesem "Umfeld"?

 

Wir entscheiden uns, mit dem Womo die knappe Dreiviertelstunde bis nach Paderborn zu fahren. Es steht vor der Haustür und dann können wir auch gleich noch Kaffee, Tee und Kuchen mitnehmen und es uns nach dem voraussichtlich stundenlangen Aufenthalt im Museum direkt vor Ort gemütlich machen.

 

Um kurz nach halb zwölf Uhr kommen wir nach einem ausgiebigen Frühstück auf dem großen und daher nicht übermäßig gefüllten Parkplatz vor dem HNF an. Schön für uns, dann brauchen wir nicht so "kompliziert" einzuparken und können uns recht großzügig stellen.

Schon draußen vor dem Eingang beginnt der Multi und ebnet uns somit den Weg zur deponierten Freikarte für Familien. Klasse! Aber ansonsten hätten wir die 14.- € Eintritt für so eine Zeitreise auch gerne bezahlt.

Flyer
Flyer

Ein Plan in Form einer laminierten Karte führt uns im Rahmen des Multis durch das Museum - da hat man auch gleich die Gewissheit, alle interessanten "Ecken" kennenzulernen. Wir bleiben aber - wohl auch wie beabsichtigt - an viel mehr Stationen "hängen" als wir für den Multi brauchen, einfach weil vieles hier so interessant und interaktiv ist. Da heißt es zum Beispiel seinen Namen morsen zu lernen, diese "uralte" Übertragungstechnik, deren Ergebnis - manchmal noch etwas "holprig" mit Lücken dazwischen - in Form eines Laufbandes über unseren Köpfen angezeigt wird. Hier will natürlich jeder mal seinen Namen lesen, obwohl wir das für den Multi eigentlich nicht brauchen...

 

 

Mit den beiden "lauffreudigen" Robotern "Petra" und "Peter" haben wir nette Gesellschafter, die uns mit ihren "hübschen" Gesichtern und mit freundlicher Stimme den Weg zu den Exponaten weisen und vorangehen, wenn wir sie mittels Eingabe in ihr Tastaturfeld vor dem Bauch danach "fragen".

 

"Petra" und ...
"Petra" und ...
... "Peter", die "netten Begleiter durchs HNF
... "Peter", die "netten Begleiter durchs HNF

Wenn man hier ein wenig umprogrammieren würde, ob die beiden dann auch den heimischen Hausputz für einen erledigen könnten?

 

Sind die beiden Roboter ja eigentlich schon höchst "modern", so fasziniert uns Eltern doch andererseits immer wieder die Reise in die Vergangenheit. Wo sonst als im Museum findet man heute noch eine der alten gelben Telefonzellen mit dem klobigen Wählscheibenautomaten und der blankgeriebenen Stelle neben dem Münzeinwurf, wenn das verflixte Geldstück einfach nicht im Schacht bleiben wollte und man (irrtümlicherweise) dachte, durch Reiben des Metalls irgendetwas daran ändern zu können?

Ach ja, das waren noch Zeiten...

Für uns Erinnerungen, für unsere Töchter "Neuland" und Staunen...


Wir schlendern weiter durchs Museum und vergessen vor lauter Schauen, Staunen und Erinnern fast, dass wir ja noch die Aufgaben des Multis absolvieren "müssen", was wir natürlich sehr gerne weiter verfolgen. Doch immer wieder ziehen uns mal mehr, mal weniger ausgefallene Exponate in den Bann, wie der "Schachtürke", an dem wir irgendwann vorbeikommen.

 

Gelbe Telefonzelle
Gelbe Telefonzelle
Der Schachtürke
Der Schachtürke

Der Schachtürke erregte im 19. Jahrhundert sehr viel Aufmerksamkeit, soll damals der berühmteste Automat der Welt gewesen sein und hütete fast siebzig Jahre lang sein Geheimnis. Hier im HNF ist er wieder originalgetreu aufgebaut worden, nachdem er 1854 abgebrannt war.

Faszinierend, was  Menschen sich alles einfallen lassen und welche Reaktionen bei den Mitmenschen dadurch ausgelöst werden...

Auch wir stehen eine Weile vor dem lebensgroßen "Roboter" und hören und sehen ihm zu, wie er die Schachzüge scheinbar  individuell dem Gegner anpasst. Doch es war ganz anders...

 


An einer weiteren Station werden wir regelrecht "unter die Lupe" genommen, zur "Altersbestimmung". Anhand verschiedener Merkmale im Gesicht errechnet der Computer des Fraunhofer Instituts das ungefähre Lebensalter derjenigen Person, die da vor ihm gescannt wird. Sehr schmeichelhaft für Frau Fernschreiberin, dass der Computer sie teilweise für Jahrzehnte jünger hält als sie ist, während die jugendlich pubertierenden Töchter viel älter wirken als es ihrem tatsächlichen Alter entspricht. Bei Herrn Fernschreiber liegt der Computer nicht ganz so "daneben"...

 

An dieser wechselnden interaktiven Station ist nicht unbedingt der Blick in die Vergangenheit das Spannende, sondern eher der Blick in die Kamera über dem Monitor.

Es gibt eben auch durchaus modernere Stationen hier.

 

Altersbestimmung...
Altersbestimmung...
... per Computeranalyse. Spannend!
... per Computeranalyse. Spannend!

Spielekonsole von Sega...
Spielekonsole von Sega...
... und der berühmte Gameboy
... und der berühmte Gameboy

Doch ein wenig später sind wir wieder in der vergangenen Welt von Atari, Sega und dem Gameboy, Nintendos berühmtestem "Kind". Spiele, mit denen heutige Mittvierziger groß geworden sind...

 

Auch der Schultaschenrechner der beiden Fernschreiber-Eltern, "Texas Instruments", der uns durch die Höhen und Tiefen der Mathematik gebracht hat, ist schon "museumsreif", oh Schreck, wir auch bald?

 


Nach stundenlanger Beschäftigung mit der analogen und den Anfängen der digitalen Welt von gestern und heute, mit Enigma und anderen kryptographischen Verschlüsselungsmethoden, die einem Geocacher, der gerne in die Rätselwelt der "Mysterys" eintaucht, auch nicht ganz unbekannt sind, haben wir auch fast "nebenbei" das Final des Multis errechnet.

Doch bevor es dorthin geht, liegt die Kaffeepause dazwischen, die haben wir uns nun redlich verdient, finden wir.

 

Nach Kaffee und Kuchen im Womo machen wir Eltern uns allein auf den kurzen Weg zum gut getarnten Final, die Töchter machen es sich jetzt lieber im Womo bequem. Das Final - wie kann es auch anders sein - wartet nochmals mit Technik und Raffinesse auf, aber auch viele Kugelschreiber und kleine Denkspiele vom Museum liegen bei, wie nett.

Zufrieden tragen wir uns ins Logbuch ein und fahren nach einem überaus informativen, interessanten und kurzweiligen Tag wieder gen Soest.

Schön war's!

Logbuch im riesigen Final mit... wie kann es anders sein? Technik "vom Feinsten"! Aber: pssst!! Nicht spoilern!
Logbuch im riesigen Final mit... wie kann es anders sein? Technik "vom Feinsten"! Aber: pssst!! Nicht spoilern!

supertwinnies found Come In And Find Out - CIAFO

Sunday, 02 October 2016    Nordrhein-Westfalen, Germany      NE 47.9 km from your home location

 

** Log-Time 16.30 Uhr **

 

Eeeeendlich!

Wir wissen schon gar nicht mehr, wie lange dieser tolle Multi auf unserer Watchlist stand 👀 und jedes Mal, wenn wir dadurch wieder eine Mail erhielten, regte sich das schlechte Gewissen ob der langen "Vor-sich-her-Schieberei"... 🙈

 

Aber heute passte alles: langes Wochenende vor der Tür, Wetter nicht sooo schön, als dass man die Zeit lieber draußen verbracht hätte und alle vier Familienmitglieder hatten am heutigen Sonntag Zeit. Also ab zum HNF oder als Cacher besser: ab zu "CIAFO"... ☺

 

Dass man als Geocacher in dieses Computermuseum auch noch auf raffiniert gemachte Weise kostenfrei (und ganz bestimmt nicht umsonst! 😉) hineinkommt, ist das Tüpfelchen auf dem i, doch selbst die 14,- € für die Familienkarte hätten wir für diese Zeitreise gerne bezahlt.

 

Was gab es nicht alles zu entdecken! 📟☎💾🎰📺📼

 

Hauptsächlich auf eigene Faust die Exponate erkundend, ließen wir es uns aber zwischendurch auch nicht nehmen, uns von "Petra" und "Peter" zu ausgewählten Ausstellungsstücken führen zu lassen.

 

Ach ja, und "zwischendurch" musste ja auch der klasse Multi gelöst werden! Wirklich super gemacht! 👍Das Final suchten wir natürlich erst Stunden später auf, erst mal musste das Museum noch weiter erkundet werden!

 

Wir Eltern schwelgten in Erinnerungen ("Guck an, der Gameboy ist jetzt museumsreif") und alle zusammen ließen wir uns am mimikgesteuerten Fotokiosk wahlweise in die Queen, Frau Merkel, Mr. Spock, John Wayne oder andere Personen der Zeitgeschichte "umwandeln", mit visueller Computertechnik unser ungefähres Lebensalter anzeigen (Frau supertwinnies liiiebte diese Station, machte sie sie doch viel jünger als sie tatsächlich war 😃) und mit verblüffender Sprachsteuerung Fotos mit lässiger Mikrofonstimme ausdrucken. 📠

 

Für die jugendlichen Töchter war natürlich auch viel Unbekanntes dabei: Den Finger zaghaft in die "7" des Wählscheibentelefons gesteckt erklang unsicher die Frage: "In welche Richtung muss ich jetzt drehen?" ☎

 

Nicht nur daran sah man in diesem überaus informativen Museum, wie rasant die analoge, technische, digitale Entwicklung voranschritt und noch schreiten wird.

 

Die ganze Familie hatte ihren Spaß im HNF - vor allem an den vielen interaktiven Stationen - und konnte viel Altes, Bekanntes und Wissenswertes entdecken.

 

Das Final war schließlich nicht minder beeindruckend, so dass wir für die Idee des Caches und dessen Umsetzung nur zu gerne ein blaues Schleifchen vergeben wollen.➰

 

Vielen Dank für diesen tollen, kurzweiligen, informativen Multi und viele Grüße aus Soest sagt Familie

 

supertwinnies

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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