Endlich unsers! - Abholung des Womos vom Händler

Sa., 12. Dezember 2015 / 2x 265 Tageskilometer / von Soest nach Gustavsburg bei Mainz und zurück

Beim Händler - man beachte das Schild "VERKAUFT" - an uns!
Beim Händler - man beachte das Schild "VERKAUFT" - an uns!

Vor genau zwei Wochen - am 28. November - sollte eigentlich schon die Übergabe sein, wir waren mit entsprechendem zeitlichen und personellen Aufwand auch vor Ort, doch der Händler schaffte es bis zu diesem Zeitpunkt nicht, noch diverse Umbauten zu unserer Zufriedenheit fristgerecht fertigzustellen und wir zogen ziemlich frustriert und ohne Wohnmobil wieder von dannen.

 

Heute fahren wir also zum dritten Mal inklusive Erstbesichtigung die knapp dreihundert Kilometer in drei Stunden mit den Eltern von Frau Fernschreiberin nach Gustavsburg, dieses Mal noch eine Stunde früher: um sechs Uhr in der Frühe, da der Händler samstags nur bis ein Uhr nachmittags geöffnet hat und wir die Übergabe vernünftig erledigt haben wollen. Wir kommen zügig und „eis-und schneefrei“ über die "Sauerlandlinie" und noch vor Öffnung um neun Uhr stehen wir erneut vor den Toren des Händlers.

Neues Plissee in der Hutze, neue Markise, neues Abdeckteil für die äußere Verkleidung am Heck sind nun montiert und wir haben eine weitere Fahrradschiene auf den vorhandenen Fahrradträger am Heck als Ausgleich für die ganzen Unannehmlichkeiten kostenfrei montiert bekommen; aber auch hier war eigentlich etwas anderes vereinbart: nämlich die Montage von zwei Schienen, da wir ja insgesamt zukünftig vier Fahrräder zu transportieren hätten. So können wir damit praktisch ebenso wenig anfangen wie mit einem Zweier-Träger, oder soll einer von uns immer laufen, während die anderen Fahrrad fahren? Ein Träger für vier Fahrräder müsse völlig neu angebracht werden, was neue Bohrungen in der Heck-Außenwand bedeutet hätte, zudem wäre ein Vierer-Träger nicht auf Lager. Da wir es nicht riskieren möchten, wieder unsachgemäße oder sehr verzögerte Arbeiten geliefert zu bekommen, lassen wir die Träger-Angelegenheit auf sich beruhen und wollen uns diesbezüglich selbst in nächster Zeit mal nach einer adäquaten Lösung umschauen. Schließlich sahen wir ja schon bei der Erstbesichtigung, dass nur ein Zweier-Träger montiert war, was uns letztlich nicht von unserer Kaufentscheidung abgehalten hatte.

 

Es gibt immer noch Probleme...

Eine weitere Angelegenheit kann aber auch heute immer noch nicht aus der Welt geschafft werden: Das Problem mit dem sogenannten "Interface", das immer noch nicht beim Händler eingetroffen ist und das uns nun per Post zugeschickt werden soll, zum Selbsteinbau (wovon wir schon aus Garantiegründen Abstand nehmen werden) oder über Kostenerstattung bei einem heimischen Fiathändler.

Dieses Teil brauchen wir, damit das neue Multimediasystem, der Naviceiver, kompatibel ist mit der eingebauten Rückfahrkamera. Sollte eigentlich kein Problem sein, so wurde uns beim Kauf versichert, wurde es dann aber doch und wird sich bis in den Mai kommenden Jahres hinziehen, mit viel Mailverkehr, Anrufen, Terminvereinbarungen und Zeitaufwand unsererseits. Wenn wir das gewusst hätten, wir hätten einen neuen Naviceiver lieber nachträglich erworben und beim Fachhändler einbauen lassen, und das alles vor Ort und nicht dreihundert Kilometer entfernt bei einem Händler, der in Logistik und Montage wohl nicht in der ersten Liga spielt...

 

O-Ton Händler: „Wir bestellen das sofort Montag. Dienstag haben Sie es.“ Von wegen: Es werden wiederum zehn Tage ins Land gehen, bis wir dieses Interface haben, was auch nicht Origial zu Fiat gehört, sondern zu Alfa Romeo Giulia (??), wie man später beim Puzzlespiel zur Fehlersuche feststellen wird... und selbst der heimische Fiathändler vor Ort kommt mit der sehr "speziellen" Verkabelungstechnik des Mainzer Händlers nicht zurecht. Insgesamt drei verschiedene Fachleute von unterschiedlichen Firmen werden sich bis Mai damit beschäftigen, dass das Multimediasystem und die Rückfahrkamera - auch hier bekommen wir schließlich eine neue eingebaut - endlich aufeinander abgestimmt werden. Die schließlich gefundene Ursache wird gering sein: ein Masseschlussfehler durch irgendeine falsch montierte Schelle beim ersten Einbau des Systems, was aber zur Folge hatte, dass die Steuerungstasten im Lenkrad zur leichteren Bedienung des Naviceivers nicht funktionierten, beständig eine gelbe Warnlampe im Armaturenbrett aufleuchtete, das Bild der Rückfahrkamera erst circa fünfzehn Sekunden nach Einlegen des Rückwärtsganges im Monitor erschien und sich währenddessen das Radio ausschaltete. Sicher, alles Dinge, die weder die Fahrsicherheit beeinträchtigen noch für die Funktionalität des Reisemobils eine unbedingte Notwendigkeit darstellen, doch wenn wir dies schon alles mitkaufen, sollte es auch funktionieren...

Durch harte Verhandlungen von Frau Fernschreiberin mit dem zunächst sehr unnachgiebigen Chef himself werden uns gerade mal 190 € erlassen, da wir erneut mit einem nicht vollständig funktionsfähigen Fahrzeug konfrontiert werden, was durch frühzeitigeres „Sich-Kümmern“ und sorgfältigeres Arbeiten durch den Händler nicht hätte sein müssen.

 

Auf dem Heimweg - zum allerersten Mal mit einem Wohnmobil unterwegs

Um halb elf Uhr machen wir uns nun mit dem Wohnmobil „vom Acker“, wir haben schlichtweg keine Lust mehr, noch länger beim Händler zu verweilen und von „richtiger“ Übergabe kann eigentlich auch keine Rede sein, die ging im Schweinsgalopp, da laut Händler noch andere Übergaben an diesem Tag stattfinden werden.

An der nahegelegenen Tankstelle tanken wir voll und ab geht’s zum allerersten Mal mit einem Wohnmobil auf „große Fahrt“. Die Eltern von Frau Fernschreiberin immer hinterher. Sie blieben ebenfalls bis zum Schluss der Übergabe, um sicherzugehen, dass wir heute tatsächlich mit dem Wohnmobil vom Hof rollen und sich nicht - wie vor zwei Wochen - die Abholung erneut verschiebt und wir ohne fahrbaren Untersatz beim Händler gestanden hätten, hätten sie uns nur hingebracht und wären sofort wieder gen Heimat gefahren.

 

Während der Fahrt stellen wir fest, dass neben der orangenen Warnlampe auch die Kilometerstandsanzeige die ganze Zeit blinkt und die Uhrzeit noch auf Sommerzeit eingestellt ist. Hat wohl auch alles mit diesem fehlenden Interface zu tun...

Aber ansonsten fährt sich das Wohnmobil prima. Es läuft auch bei höherer Geschwindigkeit - phasenweise um die 120 km/h - ruhig und flüssig. Dass es etwas lauter ist als in einem PKW, ist ja klar, immerhin wirkt der ganze Aufbau ja so ein bisschen wie ein "Resonanzkörper". Doch das Fahren macht Spaß, kann man nicht anders sagen, wobei zunächst nur Herr Fernschreiber das Steuer während der Rückfahrt in der Hand hält; Frau Fernschreiberins Stunden werden noch folgen...

 

Nach einer Dreiviertelstunde etwa halten wir alle vier auf einem Autobahnrastplatz an und futtern erst einmal unsere mitgebrachten Vorräte - lecker Frikadellen und Brötchen. Unser erstes Picknick im Wohnmobil!

 

Wieder "auf der Bahn" überholen uns die Eltern von Frau Fernschreiberin bald fröhlich und sausen an uns vorbei nach Hause. Jetzt ist ja "alles in Butter", und mit dem PKW ist man dann doch etwas schneller. Wir hingegen wollen die erste Fahrt mit unserem neuen Gefährt(en) ja genießen, keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen und uns erst einmal "aneinander gewöhnen".

Bei Siegen oder Lüdenscheid, also irgendwo mitten im Sauerland, ist die Fahrbahn kurzzeitig mal leicht schneebedeckt und wir haben nur Sommerreifen aufgezogen, Winterreifen besitzen wir noch gar nicht... doch es geht alles gut. Kurzzeitig hatten wir mal überlegt, Bettzeug und Übernachtungsutensilien zur Abholung mitzunehmen, falls uns die Witterung Mitte Dezember einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte und wir gezwungen gewesen wären, irgendwo auf der Strecke zu übernachten. Doch das Wetter spielt ja glücklicherweise heute einigermaßen mit und so reizvoll eine erste Übernachtung im Womo auch gewesen wäre, sind wir doch froh, als wir nach diesem turbulenten Tag am frühen Nachmittag wohlbehalten wieder in Soest und bei unseren Fernschreiber-Töchtern, die alleine zu Hause geblieben sind, ankommen und nun zu viert das neue Fahrzeug glücklich "gestürmt" wird.

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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