Wissembourg - Das "Tor zum Elsass" ... und ein Blackout am Abend

Mo., 17. Oktober 2016, 3. Reisetag / ca. 55 Tageskilometer / von Flemlingen (Rheinland-Pfalz) über Wissembourg (Frankreich, Elsass) nach Hatten (Elsass), Stellplatz am Musée de l'Abri de Hatten (Koordinaten: 48.899502,7.9679326)

Weingut Eichhorn
Weingut Eichhorn

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück schauen wir uns erst mal wieder um, was uns die unmittelbare (Wein-) Gegend so zu bieten hat. Irgendwie schade, dass es im Herbst schon so früh am Abend dunkel wird. So kommen wir nach unseren Tagestouren und einer längeren Fahrt häufig erst in der Dämmerung am neuen  Ort an, vor allem dann, wenn man sich erst noch einen Stellplatz suchen muss. Vielleicht sollten wir uns für das Frühjahr und den Herbst einen etwas anderen Tagesrhythmus zulegen...

Heute Morgen sind wir bis auf einen Wohnwagen, der hier länger zu stehen scheint, allein auf der Wiese; die zwei, drei anderen Womos, die gestern Abend hier noch standen, sind schon wieder weitergereist.

Wir erkunden also die Gegend um uns herum, schlendern bei recht angenehmen Temperaturen, aber Hochnebel in den Weinfeldern hinterm Womo herum und naschen ein wenig an den Trauben, die noch (für Eiswein? Oder für die Stare?) hängengeblieben sind. Lecker! Und unheimlich süß, da jetzt schon fast überreif.

 

Gegen halb zwölf Uhr verlassen wir dann Flemlingen und konzentrieren uns auf unser nächstes Ziel: Wissembourg in Frankreich / Elsass (oder zu deutsch: Weißenburg): Das "Tor zum Elsass", eine Stadt, die immer wieder wechselnden deutschen oder französischen Gebietsansprüchen unterworfen war - wie im Grunde das gesamte Elsass.

 

Unser papierner Reiseführer preist dieses pittoreske Mittelalter-Städtchen mit knapp 7800 Einwohnern, unmittelbar hinter der Grenze im Elsass liegend, als unbedingt sehenswert an. Also auf dahin!

 

Die Strecke ist nicht weit: ungefähr eine Stunde nach Abfahrt, um genau 12:31 Uhr, erreichen wir die deutsch-französische Grenze und nur Sekunden später die Ortseinfahrt von Wissembourg.

 

Nach ein wenig Hin- und Hergekurve und Suche nach einem geeigneten Parkplatz für unser Womo, fußläufig zum Zentrum gelegen, werden wir auf einem recht großen Parkplatz am Freibad fündig (Koordinaten: 49.0374514,7.9361414). Hier steht schon ein Womo, hier ist an diesem Montagmittag noch viel Platz, also stellen wir uns auch dorthin. Eine erste Orientierung auf der Handykarte zeigt uns den Weg und schon geht's Richtung Stadtmitte, ins mittelalterliche Zentrum. Natürlich lassen wir uns auch ein wenig von Caches leiten, die an besonderen Stellen der Stadt liegen und so erreichen wir nach einem schönen Spaziergang an der Stadtmauer, Wallanlage und dem Flüsschen Lauter entlang einen malerischen Platz mit Wassermühle. Sehr schön hier!

 

An der eindrucksvollen Kirche St. Peter und Paul, die neben dem Straßburger Münster die größte gotische Kirche im Elsass ist, finden wir dann unseren ersten Cache in Frankreich, Länderpunkt gesichert!

 

 

supertwinnies found  [RRA] WISSEMBOURG, Eglise Saints Pierre & Paul

Monday, 17 October 2016    Alsace, France      S 280.4 km from your home location

 

** Log-Time 13.30 Uhr **

 

Alsace - nous venons! 🚙

 

In unseren diesjährigen Herbstferien zog es uns mit unserem Wohnmobil 🚙 von Soest, Allemagne, Richtung Elsass und unsere erste Station in Frankreich war Wissembourg, das malerische "Tor zum Elsass", wie im Reiseführer zu lesen stand. 🏰

Das ist ja ein wirklich schönes Städtchen! Nur schade, dass montags die meisten Restaurants und Bäckereien geschlossen hatten (wie im Museum... 😄), aber schließlich entdeckten wir doch noch eine Boulangerie, um Baguettes für den kleinen Hunger für zwischendurch zu kaufen und später am Nachmittag besuchten wir ein doch noch geöffnetes Restaurant, um (natürlich) den berühmten Elsässer Flammkuchen, La tarte flambée alsacienne, genießen zu können. Und das bei angenehmen 15° Celsius sogar draußen!

Aber zunächst war Stadtbesichtigung angesagt.👀 Vom Parkplatz ausgehend folgten wir zunächst ein Stück der Stadtmauer und Wallanlage, bevor es zur Kirche Saints Pierre et Paul ging.

Diese ist wirklich eindrucksvoll und dank des Hints war unsere erste Dose in Frankreich auch schnell gefunden.😊

 

Merci pour le cache et beaucoup de salutations de Soest, Allemagne, disent

supertwinnies

 

 

Nach diesem ersten Cachefund in Frankreich schlendern wir weiter Richtung Herzzstück der Stadt und landen schließlich in einer äußerst gepflegten kleinen Parkanlage mit dem sehenswerten Maison du Sel - dem Salzhaus von 1450 - mit seinem wahrhaftig windschiefen mehrgeschossigen Dach. Hier rasten wir ein wenig im Park und lassen die schöne Umgebung auf uns wirken, bevor wir kreuz und quer weiterziehen durch verwinkelte Gassen und an Unmengen von Fachwerkhäusern vorbei. Wir Soester sind ja schon einiges an Fachwerk gewohnt, aber was uns hier im Elsass noch erwarten wird an derartigen Bauwerken, da kann auch unser Städtchen kaum mithalten...

Leider haben hier im mittelalterlichen Ortskern viele Geschäfte und Lokalitäten an diesem Montag "museumslike" geschlossen, so dass wir unseren sich allmählich entwickelnden Hunger noch ein wenig ignorieren müssen, weiter an der Stadtmauer entlang die Stadt umrunden und um 14:20 Uhr zu unserem zweiten Cache an diesem Tag kommen, der direkt in einem Teil der Mauer zu finden ist.

 

 

Der Hunger treibt uns nun wieder in die Innenstadt zurück und ganz in der Nähe des Rathauses finden wir dann doch noch eine geöffnete Boulangerie, bei der wir uns mit Baguette versorgen und während unseres weiteren Zuges durch Wissembourg vor uns hinmümmeln.

 

Wieder am Maison du Sel angekommen, sehen wir ganz "in der Ecke des Platzes" ein - man höre und staune! - geöffnetes Restaurant, was sogar recht gut besucht ist (angesichts der vielen geschlossenen Konkurrenz ja auch kein Wunder...) und hier endlich kommen wir zu unserem ersten elsässischen Flammkuchen: La tarte flambée alsacienne, den wir uns mit Genuss, sogar wegen der recht angenehmen Temperaturen im lauschigen Biergarten sitzend, einverleiben. Mittlerweile ist es ja auch schon viertel vor vier Uhr.

 

Danach geht's langsam wieder zurück zum Womo, aber nicht auf geradem Weg, sondern - natürlich wegen eines Caches - durch das moderne Wissembourg, also außerhalb der Stadtmauern. Was ein Unterschied! Hier sind wir in einem "ganz normalen", gepflegten, "neuzeitlichen" Wohnviertel mit teilweise schönen Einfamilienhäusern. An einem solchen hängt auch der Briefkasten, der gar keiner ist, sondern nur ein gut getarnter Cache. Schön gemacht!

 

Um kurz vor fünf Uhr sind wir dann wieder am Parkplatz, auf dem mittlerweile noch zwei andere Womos stehen. Ja, ja... wenn erst mal eines dort steht...

 

Die Fernschreiber-Töchter wollen im Womo bleiben, während wir Eltern in 90 m Entfernung Luftlinie, in Sichtweite zum Mobil, noch einen vierten Cache am heutigen Tage in Wissembourg machen. Der liegt wieder sehr schön idyllisch in der Nähe einer weiteren Wassermühle an der Lauter.

 

 

Nun aber müssen wir uns endlich mal nach einem Stellplatz für die Nacht umsehen. Hier in der Umgebung wird die Promobil-App nicht recht fündig, so dass wir es mit der anderen App "Womo Stellplatz. eu" versuchen. Diese zeigt uns an, dass circa zwanzig Kilometer weiter, in Hatten, ein kostenfreier Stellplatz zu finden ist. So sind wir um kurz vor sechs Uhr abends am Ortsrand von Hatten ganz alleine auf diesem Platz neben einem Wohnviertel, ohne Strom, aber mit einer guten Ver- und Entsorgung per Säule und Bodeneinlass und merkwürdigerweise ein recht gut in Schuss gehaltenes Freiluft-Basketballfeld, das wir nun ganz für uns haben und uns auch erst mal hier "austoben". Ist schon ein bisschen komisch, so ganz einsam hier.

 

Die geschotterte Fläche ist eigentlich der Parkplatz zum zugehörigen "Musée de l'abri", einem Museum mit großem Freigelände, auf dem Bunkeranlagen, Flugzeuge und Panzer aus dem zweiten Weltkrieg zu sehen sind, denn hier verlief die bekannte Maginot-Linie, einer nach dem französischen Verteidigungsminister benannten Verteidigungslinie um Frankreich herum zu den Nachbarländern Belgien, Luxemburg, Deutschland und Italien, die von 1930 bis 1940 gebaut wurde.

Während der von Hitler gestarteten sogenannten "Nordwind-Offensive" standen sich vom 9. bis 21. Januar 1945 deutsche und amerikanische Kämpfer im Dorf und darum herum feindlich gegenüber. Dabei wurden Hatten und das Nachbardorf Rittershoffen zum Schauplatz einer der blutigsten Panzerschlachten Frankreichs. Beide Dörfer wurden dabei zu 85% zerstört.

 

Und hier sind nun auch wir "gelandet". Das Museum hat leider in der touristenarmen Zeit wie jetzt an drei Tagen die Woche geschlossen, so dass wir es nicht besuchen können. Zum Gedenken an diese Schlacht gibt es aber in unmittelbarer Umgebung, keine 50 m entfernt von unserem Womo, auf dem Parkplatz einen passenden Cache, den wir natürlich heben:

 

supertwinnies found Musée de l'Abri de Hatten

Monday, 17 October 2016   Alsace, France   S 295.7 km from your home location

 

** Log-Time 18.00 Uhr **

 

Alsace - nous venons! 🚙

 

In unseren diesjährigen Herbstferien zog es uns mit unserem Wohnmobil 🚙 von Soest, Allemagne, Richtung Elsass.

Nachdem wir das "Tor zum Elsass", das malerische Städchen Wissembourg besucht und ausgiebig ausgekundschaftet hatten 🏰, galt es, ein Plätzchen mit unserem Wohnmobil für die Nacht zu finden.

Nur circa zwanzig Kilometer entfernt wurden wir fündig, in dem kleinen Ort Hatten, auf einem Stellplatz, der vollkommen leer war. 😮

Dafür hatten wir Ver- und Entsorgung und ein schönes Basketballfeld, was wir erst mal "bespielten", genau gegenüber ganz für uns alleine... 😄

Vor allem war aber direkt am Platz das Musée de l'Abri mit zugehörigem Cache. 😊

Leider hat nun, in den "Wintermonaten", das Museum montags bis mittwochs geschlossen. Die Gedenken an die Schrecken des zweiten Weltkrieges und an den Verlauf der Maginot-Linie, die hier genau durch Hatten verlief und dieses praktisch ganz zerstört hatte, wären sicherlich erinnerungswürdig gewesen. Aber heute ist erst Montag, und bis Donnerstag wollten wir deswegen hier nun auch nicht bleiben... im Elsass gibt's ja noch so vieles zu entdecken... 😄

Der Cache jedoch war so schön hergerichtet, dass er ein wenig für das geschlossene Museum entschädigte. ☺

 

Merci pour le bon cache et beaucoup de salutations de Soest, Allemagne, disent

supertwinnies

 

in: TB-Stamp

 

Danach geht's zum kleinen Spielchen auf das Basketballfeld, bevor uns die Dunkelheit an diesem praktisch unbeleuchteten Platz ins Womo "zwingt" und wir nun zum Essen und anschließendem DVD-Film übergehen. Was es zu sehen gibt? Harry Potter... zum -zigsten Male eine der sechs DVD's, die wir im Sammelschuber mitgenommen haben...

 

 

Um kurz vor elf Uhr abends hat dann auch der Titelheld erst einmal genug gezaubert und wir machen uns bettfertig, dazu gehört auch der Gang ins Bad, da auf dem Platz ja nichts dergleichen angeboten wird und für uns ja auch nicht weiter schlimm ist. Warum ich das im Einzelnen schildere? Weil ein Toilettengang des Herrn Fernschreibers ausreichte, genauer gesagt die Bedienung der Spülung, dass wir mit einem leisen "Klack" im dunklen Womo stehen... Batterie tiefentladen? Sicherung rausgesprungen? Kurzschluss? Was ist geschehen?

Da es auch draußen stockdunkel ist, stehen wir nun wirklich im Finsteren und tasten zunächst nach den griffbereiten Handys, um die Taschenlampen-App zu ihrem Recht kommen zu lassen, bevor wir dann die irgendwo im Womo verstauten richtigen Taschenlampen hervorkramen.

Die Batterieanzeige zeigt so gut wie nichts mehr an Stromversorgung an und wir überlegen: Jooo, auch gestern standen wir auf dem Weingut schon ohne Landstrom und heute sind wir nicht viel gefahren, haben dafür aber zweimal Fernsehen geschaut, vier Handys und ein paar E-Books geladen, natürlich seit circa sieben Uhr abends jeweils auch Licht angehabt, da es draußen im Oktober ja früh dunkel wird. Hätten wir mal zwischendurch öfter auf die Ladestandsanzeige geschaut! Da war nun die Spülung der Toilette eben wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, oder besser gesagt, die Batterie zur Neige hat gehen lassen.

Blöd nur, dass neben der stillgelegten Toilettenpumpe auch die Pumpen der Wasserhähne nicht mehr funktionieren, wir kommen also nicht ans Wasser im Tank... Glücklicherweise haben wir auf dem Stellplatz hier wenigstens eine gute Ver- und Entsorgung, so dass Herr Fernschreiber, ausgerüstet mit diversen Behältern aus der Küche, im Schein der Taschenlampe zum Wasserhahn der Versorgungsanlage stapft und von dort Wasser holt. Morgen, im Hellen, wollen wir mal schauen, was die Sicherungen so machen. Jetzt gehen wir erst mal im Dunkeln ins Bett, was man ja gemeinhin sowieso macht. "Gut, dass wir wenigstens noch Harry Potter zu Ende schauen konnten", so Fernschreiberin-Junior. Kaum Wasser zu haben wird erst mal als nicht so tragisch empfunden...

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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