Und wieder in die Berge: Nach Valldemossa und Sóller

Do., 28. März 2024 / 4. Reisetag / 124 Tageskilometer / von Port d'Andratx nach Valldemossa, weiter nach Sóller und wieder zurück

 

Altstadt von Valldemossa im Tramuntana-Gebirge
Altstadt von Valldemossa im Tramuntana-Gebirge

Hey, laut Wetterbericht soll heute mal fast den ganzen Tag über die Sonne scheinen! Zwar wieder nur so um 17° Celsius "warm" und der blöde Wind ist auch wieder mit dabei, aber immerhin Sonne, wenn auch mit ein paar Wolken dazwischen. Aber die stören ja nicht...😅

Also was anfangen mit Tag 4 unseres Urlaubs?

Am Morgen nach dem Frühstück genießen wir erstmal eine Zeitlang die Sonne in einer windgeschützten Ecke am Pool unserer Hotelanlage. Das ist so schön hier und bisher haben wir das noch gar nicht richtig "gewürdigt". Der Lifeguard des Pools (oder mit der schnöden, weniger dramatisch klingenden deutschen Bezeichnung "Bademeister") bringt uns sogar eigenhändig die Auflagen für die Pool-Liegen. Na ja, ein wenig Abwechslung für ihn, denn auch heute ist bisher kein einziger Hotelgast im ungeheizten Pool. Nur der Wind kräuselt die Wasseroberfläche...

Valldemossa zum Zweiten - dieses Mal mit Sonnenschein, aber dafür gleich voller

 

Am frühen Nachmittag (genauer: kurz vor zwei Uhr): Valldemossa - zweiter Anlauf nach der Regenpleite von vor zwei Tagen.

Eines der schönsten Bergdörfer der Insel, mit gerade mal 2000 Einwohnern, liegt auf ca. 420 m Höhe mitten im Tramuntana-Gebirge und da regnet es übers Jahr häufiger als im restlichen Teil Mallorcas. Aber doch bestimmt nicht heute?! Wir versuchen's einfach...

Valldemossa ist ebenso ein Muss für den geneigten Mallorca-Touristen wie der Besuch Palmas. Aber nicht nur uns schnöde Allerweltstouristen zieht es dahin, sondern auch Berühmtheiten wie Frédéric Chopin und seine Geliebte, die Schriftstellerin George Sand, die 1838/39 hier die Wintermonate im Kartäuserkloster verbrachten. Die beiden unterschätzten jedoch die Winterkälte im Gebirge (und die wahrscheinlich ziemlich schlecht geheizten Kammern des Klosters), was der Tuberkulose Chopins nicht gerade zuträglich war.

Da geht's uns heute doch schon viel besser als anno dazumal Chopin, als wir bei mittlerweile sonnig-bewölkten 20° Celsius (wow!), aber immer noch Wind (ächz!) nach einer gut halbstündigen Autofahrt in Valldemossa ankommen. Die Laune sinkt allerdings wieder etwas bei der nervigen Suche nach einem Parkplatz. Halb Mallorca hat sich heute anscheinend den Besuch des beliebten Bergdorfs vorgenommen, in dessen Nähe auch Michael Douglas (als eine weitere Berühmtheit des Ortes) ein millionenschweres Anwesen besitzt.

 

Valldemossa - wirklich eine Perle unter den mallorquinischen Bergdörfern

 

Nach einigem Gekurve zwecks Parkplatzsuche geht's um Viertel vor drei in die Erkundung des wirklich malerischen Örtchens. Rund um den zentralen Platz "Plaça de Cartuja", der zum Kartäuserkloster Santa Maria gehört, ist ebenso wie in der zuführenden Fußgängerzone mit zahlreichen Souvenirläden und Restaurants noch ziemlich viel Trubel. Doch - zu unserem Erstaunen - sind wir nahezu alleine in der sich direkt anschließenden Altstadt Valldemossas. Ähnlich wie vor zwei Tagen in Estellencs, nur mit Sonne 🌞... Vielleicht spielt uns ja heute die Uhrzeit in die Karten: jetzt am Nachmittag hat so mancher Tourist sein Besichtigungsprogramm bestimmt schon abgespult und gönnt sich auf dem zentralen Platz vor'm Kloster ein Bierchen oder Eis. Hier stecken also alle! Wir hingegen können am heutigen Gründonnerstag die Vorbereitungen der morgigen Karfreitagsprozession ungestört wahrnehmen: die überall liebevoll und scheint's frisch eingetopften Blumen vor den Häusern, die blitzsauberen, pittoresken Gassen und die eigens für die morgige Veranstaltung eingestielten Feuerkörbe entlang des Prozessionsweges. Auch hier wieder, wie in Estellencs, eine fast feierliche Atmosphäre, so fast alleine, als wir kreuz und quer durch die kleinen Gassen schlendern.

Am Karfreitag die Prozession mitzuerleben, wäre sicherlich auch interessant gewesen. Aber ein drittes Mal kommen wir jetzt nicht, dazu gibt es noch zu viele andere schöne Ecken auf Mallorca zu erleben.

Obwohl man hier in Valldemossa noch viele weitere Mußestunden verbringen könnte, beschließen wir gegen halb fünf dennoch, "ein Örtchen weiter" zu fahren. Nach Sóller, einem nicht minder bekannten Bergdorf. Auch wenn uns dazu nicht mehr allzu viel Zeit bleibt am heutigen Tag.

 

Weiterfahrt nach Sóller, bekannt durch die historische Eisenbahn

 

Auch Sóller liegt im Tramuntana-Gebirge. Jetzt zieht es sich wolkentechnisch allerdings etwas zu, hoffentlich fängt's nicht an zu regnen.

Der Weg nach Sóller führt uns auch durch einen drei Kilometer langen Tunnel und eine halbe Stunde später sind wir schon da. Hinter dem Tunnel scheint tatsächlich wieder die Sonne, schön!

Sóller ist ebenfalls, wie Valldemossa auch, einer der Anziehungspunkte Mallorcas, zumindest, wenn man etwas für idyllische Gebirgsstädtchen und auch für historische Eisenbahnen übrig hat. Denn hier fährt der "rote Blitz", von Palma nach Sóller und umgekehrt. Wobei "Blitz" natürlich liebevoll ironisch gemeint ist. Gemächlich legt der nostalgische Zug die 28 Kilometer lange Strecke in einer Stunde zurück, überwindet dabei mehr als 400 Höhenmeter, passiert 13 Tunnel, viele Brücken, einen Viadukt und zahlreiche enge Kurven. Ist sicherlich ein Erlebnis, doch wir schaffen's heute zeitlich nicht mehr.

Dafür schauen wir uns in Sóller selbst ein wenig um, auf dem zentralen Plaza de Constitució vor der Kirche St. Bartomeu (so hieß die Kirche in Valldemossa ja auch schon... 🤔, entweder war St. Bartholomäus ein überaus bedeutender Heiliger oder die Mallorquiner sind etwas einfallslos in der Namensfindung ihrer Kirchen 😅).

Wie dem auch sei, Sóller ist zwar auch schön und die mitten über den Hauptplatz fahrende historische Bahn hat was, aber uns gefiel Valldemossa vorhin besser. Hatte mehr Flair, finden wir. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass wir hier (aus Unwissenheit) kein "weltbestes Orangeneis" (O-Ton Schwägerin) geschleckt haben....

Während unseres zugegebenermaßen relativ kurzen Aufenthalts in Sóller kommt jedoch der historische Zug angezockelt und überquert den Hauptplatz im Schneckentempo. Das ist ganz sicher auch notwendig, denn es gibt keinerlei Abgrenzung zu den Schienen. In unmittelbarer Nähe der Gleise reihen sich Tische und Stühle der vielen Cafés und Restaurants. Quasi ähnlich wie bei einer Straßenbahn. Schon ein wenig kurios, aber der Anblick des Zuges an sich ist schon sehenswert.

Wir schlendern noch ein wenig durch die kleinen Gassen des Örtchens und fahren um kurz vor halb sieben wieder gen Hotel, mit einem kleinen Umweg über Paguera, um dort noch ein wenig einzukaufen.

Gegen halb acht sind wir wieder am Hotel.