Von Kindheitsspuren in Süddeutschland in die Gegenwart nach Soest

Fr. 10. August 2018, 16. und letzter Reisetag / 550 Tageskilometer / vom "Stellplatz am Eschholzpark" (Freiburg, Breisgau, Baden-Württemberg) über Keltern-Dietlingen (Koordinaten: 48.8960532,8.5953149), Nähe Pforzheim, nach Soest, NRW

Ehemaliges Wohngebiet von Frau Fernschreiberin
Ehemaliges Wohngebiet von Frau Fernschreiberin

Heute Nacht hat es stellenweise ganz schön geregnet, kein Wunder, es zogen ja auch einige Unwetter über Deutschland hinweg, wie wir gegen Morgen aus dem Radio erfahren. Da wurde in der Nacht sogar eine zusätzliche Wolldecke bei Frau Fernschreiberin fällig, wegen der Kühle, die wir gar nicht mehr gewohnt sind...

Morgens um neun Uhr haben wir hier 19,7° Celsius am Stellplatz, die Wetter-App sagt sogar nur 15,2° Celsius. Aber es herrscht immerhin blauer, fast wolkenloser Himmel.
Wir frühstücken drinnen, die Stellplätze sind ziemlich eng, außerdem haben wir Schatten vor'm Womo und es ist ja auch recht kühl.

Der Stellplatz beherbergt eine bunte, internationale Mischung hier, viele Italiener, Niederländer, auch Spanier, Belgier geben sich ein Stelldichein. Da sieht man mal, wie beliebt Freiburg auch bei ausländischen Touristen ist!

"Ausflug" nach Dietlingen, Kreis Pforzheim, Baden-Württemberg

 

Da wir uns gestern für die weiter westlich verlaufende Route durch den Gotthardtunnel entschieden haben und wir nun in Freiburg stehen, wird aus unserer letzten Etappe der Heimreise auch eine kleine Spurensuche in die Vergangenheit von Frau Fernschreiberin. Als Kind wohnte sie nämlich für knapp zehn Jahre mit ihrer Familie in der Nähe von Pforzheim in Baden-Württemberg, genauer in Dietlingen. Dieser Ort liegt nur "einen Katzensprung" von der A 5 entfernt, der wir nach der Abreise vom Stellplatz folgen. Da liegt doch ein Besuch im wahrsten Sinne des Wortes nahe! Frau Fernschreiberin kennt dort zwar nach über fünfunddreißig Jahren "Abwesenheit" niemanden mehr, doch die Gegend und ihre Veränderung zu sehen ist auf jeden Fall interessant. Ganz zu schweigen vom Haus an sich. Herr Fernschreiber hat auch nichts gegen diesen kleinen Abstecher einzuwenden, obwohl er ja zu diesem Ort überhaupt keinen Bezug hat. Aber das macht nichts. Landschaftlich schön ist die Gegend allemal.

Gesagt - getan. Kurz vor Karlsruhe biegen wir ab auf die A 8, folgen ihr nur ein kleines Stück, dann noch ein paar Kilometer Landstraße und nach einer halben Stunde "Abstecher-Zeit" kommen wir um viertel nach eins in Dietlingen an. Wir parken an der Schule unterhalb des Wohngebietes. Hier ist genug Platz für unser Womo, in der Sackgasse der ehemaligen Wohnstraße von Frau Fernschreiberin wüssten wir nicht so genau, wo und wie wir dort zu stehen kommen. Nur wenige hundert Meter müssen wir laufen, bis wir vor dem ehemaligen Haus der Fernschreiberin-Eltern stehen.

 

 

Kindheitserinnerungen...

 

Eine Stunde lang schwelgt Frau Fernschreiberin in Kindheitserinnerungen, sieht das Haus ihrer Eltern und wie gepflegt es heute immer noch ist. Damals, Anfang der achtziger Jahre, war dies ein ganz neu erschlossenes Baugebiet in Hanglage am Ortsrand von Dietlingen, es gab so gut wie noch keine Häuser hier, Baustraßen und allenfalls Rohbauten bestimmten das Bild. Die Fernschreiberin-Eltern waren eine der ersten, die dort gebaut hatten. Und wie sieht es heute in Dietlingen aus?! Ein schönes Wohngebiet ist entstanden, mit vielen, gepflegten Einfamilienhäusern, hier könnte man sich auch heute noch sehr wohl fühlen.

 

 

Zum schönen Gesamteindruck trägt sicherlich auch das strahlende Wetter bei, das heute wieder herrscht. Am gegenüberliegenden Hang wachsen Weinreben in Reih und Glied, auch das trägt irgendwie zum "Urlaubsfeeling" bei.

 

 

Wir gehen auch zur "Dorfstraße" hinunter, Westliche Friedrichstraße, und folgen ihr ein Stück weit.

Auch die Gaststätte "Landgasthaus Löwen", in der die Fernschreiberin-Familie so häufig essen war, gibt es noch! Genau wie damals mit angeschlossener Metzgerei und Gästezimmern. Jetzt heißt es "Britsch's Löwen". Wie schön, dass dies alles noch so unverändert über die vielen Jahre erhalten werden konnte! Die Gaststätte / Metzgerei hat gerade Betriebsferien, wie wir einem Schild entnehmen können. Schade, da hätten wir sicherlich sonst fündig werden können...

 

 

Auf dem Rückweg vom "Löwen" zu unserem Womo decken wir uns bei dem recht großen und damals noch nicht existierenden Nahversorger "Nahkauf Markt" erstmal mit frischen Brezeln für die weitere Heimfahrt ein. Allein den schwäbischen Dialekt wieder zu hören, ist schon einen Besuch wert...

 

 

Die letzte Etappe der Heimfahrt steht an

 

Um viertel nach zwei Uhr verlassen wir die Schauplätze der Kindheitserinnerungen von Frau Fernschreiberin und nehmen das letzte Stück der Heimfahrt in ihre heutige Heimat Soest in NRW in Angriff. Ein paar hundert Kilometer liegen noch vor uns, die nun von Frau Fernschreiberin bis nach Hause bewältigt werden.

Dabei sehen wir auf der A 5 kurz vor Frankfurt/Main in Höhe der Raststätte Gräfenhausen auch die "eHighway Teststrecke". Auf dem 5 km langen Abschnitt wird seit März 2018 die erste deutsche Teststrecke für Lastwagen mit Stromabnehmern gebaut. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Januar 2019 geplant. Das Projekt nennt sich Elisa, eine Abkürzung von "Elektrifizierter, innovativer Schwerlastverkehr auf Autobahnen" ist. Auch mal interessant zu wissen und zu sehen, wie an einer Zukunft mit weniger Verbrennungsmotoren gearbeitet wird.

 

Auf allen Autobahnen, die wir bis nach Hause heute befahren werden, erwartet uns an diesem Freitagnachmittag noch sehr viel Verkehr. Oft haben wir mehr Stau vor uns als fließenden Verkehr, und vor allem die A 45, die "Sauerlandlinie" glänzt mit Baustellen gefühlt alle zwei Kilometer.

Um viertel vor acht Uhr am Abend sehen wir nach der Autobahnabfahrt Soest die Kirchtürme unserer schönen Stadt und wissen, jetzt ist auch dieser schöne Urlaub leider vorbei.

 

 

Viele tolle Eindrücke und Erlebnisse hatten wir in den vergangenen zwei Wochen, und eines, was weniger schön war: der Fahrraddiebstahl in Florenz... Aber es gibt auch Schlimmeres, wenn man's mal recht überlegt...

 

Ein Ereignis haben wir noch vor uns, dem wir mit gewisser Spannung und Freude entgegenblicken: Ungefähr drei Stunden haben wir jetzt noch Zeit, um die ersten Sachen aus dem Womo herauszuladen, bevor gegen elf Uhr heute Abend unsere beiden Fernschreiber-Töchter aus Korsika kommend auch wieder in Soest eintrudeln und wir sie abholen werden. Mal sehen, was es da alles zu berichten gibt! Zwischenzeitlich hatten wir während unserer beider Heimfahrten die letzten zwei Tage vermehrt WhatsApp-Kontakt und wir stellten fest, dass zwischen unserem Womo-Standort und deren Bus-Standort manchmal nur ein "Vorsprung" von circa drei Stunden bestand... "Wettfahrt" nach Hause...

 

Und tatsächlich: Um elf Uhr am Abend des heutigen Tages sind wir alle vier wieder glücklich vereint, wohlbehalten und mit wundervollen Erlebnissen bestückt in der Heimat angekommen. Was will man mehr?