Vorbereitungen... und wieder geht's nach London!

Sa., 24. März 2018, 1. Reisetag / 516 Tageskilometer von Soest über die Niederlande und Belgien nach Dünkirchen (Frankreich), Fährhafen DFDS, Koordinaten: 51.020544, 2.193376

 

Übernachtungsplatz in der Wartespur zur Fähre in Dünkirchen
Übernachtungsplatz in der Wartespur zur Fähre in Dünkirchen

Vor knapp einem Jahr zog es uns das erste Mal zu den Briten, zu unseren westlichen Nachbarn "auf die Insel". Da gefiel es uns so gut, dass wir nun ein zweites Mal dahin aufbrechen, allerdings nur eine Woche und dieses Mal "nur" nach London. So schön es letztes Jahr in Großbritannien auch war, sich beides anzuschauen - die Hauptstadt und die Südküste, und das bei zeitlicher Begrenzung auf maximal zwei Wochen - war auch ganz schön anstrengend...

So entscheiden wir uns dieses Mal für ein wenig mehr "Standhaftigkeit" und werden die Zeit mit unserem Womo auf dem Campingplatz "Abbey Wood", auf dem wir letztes Jahr während unseres London-Aufenthaltes schon weilten, stehenbleiben, um von dort aus mit dem ÖPNV die englische Weltmetropole erneut zu erkunden. Da die Zeit im Jahr noch recht früh ist, erscheint uns eine Stadtbesichtigung "wettertechnisch" sicherer als die Südküste, die wir aber auf jeden Fall auch noch einmal besichtigen wollen.

Buchung auf Campingplatz "Abbey Wood" mit kleinen Hindernissen...

 

Ähnlich wie letztes Jahr buchen wir Fähre (dieses Mal für insgesamt 191,- €, wieder Flexi-Tarif, letztes Jahr: 193,86 € bei DFDS) und Campingplatz schon Mitte Dezember letzten Jahres, und das sind dann auch schon alle Vorbereitungen zum diesjährigen Frühjahrsurlaub, abgesehen natürlich von der Beschäftigung mit diversen London-Reiseführern.

Doch ein Faux Pas unterläuft uns bei der Buchung des Platzes auf dem Campingplatz Abbey Wood: Im Dezember waren wir noch Mitglieder im Caravan and Motorhome Club und es war somit kein Problem, zum gewünschten Zeitraum zu buchen. Die Mitgliedschaft endete allerdings zum 31. Januar 2018 und wir haben nicht verlängert... Folgerichtig bekommen wir Mitte März - genau zehn Tage vor Urlaubsantritt - vom Caravan and Motorhome Club per Mail die Stornierung unseres gebuchten Aufenthaltes in Abbey Wood. Uuups!! Was nun, was tun? Auf dem Campingplatz sind zwar auch Nicht-Mitglieder willkommen, die dann mehr zahlen müssen und man kann nicht im Voraus buchen, nur "auf gut Glück" dahin fahren. Aber das erscheint uns angesichts der Tatsache, dass man rings um London mit seinem Wohnmobil nur eine eingeschränkte Campingplatzauswahl hat und es sich um eine beliebte Ferienzeit handelt, zu riskant. Eine E-Mail-Anfrage an den Club, ob die Buchung auch ohne Mitgliedschaft aufrechterhalten bleiben kann, verläuft (eigentlich verständlicherweise) ins Leere. Hektisch überprüfen wir daraufhin die Verfügbarkeit der freien Plätze auf "Abbey Wood" zum gewünschten Zeitraum per Internet und stellen fest, dass ab Gründonnerstag, 29. März, bis Ostersonntag, 1. April, wohl alles belegt ist. Oh nein! So hätten wir nur die ersten vier Tage unseres Urlaubs dort "sicher" und das auch nur, wenn wir schnellstmöglich wieder Mitglieder im Caravan and Motorhome Club werden.

Die Mitgliedskarten sind da!
Die Mitgliedskarten sind da!

Also machen wir das zwei Tage nach Erhalt der Stornierung erneut. Schnell übers Internet die neue Mitgliedschaft für 61 £ (2 £ mehr als im letzten Jahr...) beantragt und sofort im Anschluss die verfügbaren vier Nächte für insgesamt 121,20 £ (138,87 €) gebucht und bestätigt bekommen. Letztes Jahr im April direkt über Ostern, also Hochsaison, zahlten wir 151,60 £ für vier Nächte!

Erstaunlicherweise ist nun die jeweilige Übernachtung um circa 1 £ pro Übernachtung billiger als bei der ursprünglichen, stornierten Buchung im Dezember letzten Jahres: jetzt zahlen wir pro Nacht 30,30 £, zuvor hätten wir 31,32 £ bezahlt?! Hat wahrscheinlich mit den Ostertagen zu tun, von denen wir jetzt ja noch nicht wissen, wo wir unterkommen werden. Aber zumindest werden uns die Mitgliedskarten nur wenige Tage später zugesendet. Das dicke Stellplatz-Buch mit den CL's und Campingplätzen und der zugehörigen großen Übersichtskarte dazu ist noch nicht angekommen... wird wohl noch passieren.

Und ein ganz klein wenig preiswerter wird es dank Brexit vielleicht sowieso: das britische Pfund ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um umgerechnet knapp 3 Cent gefallen: im April 2017 stand das brit. Pfund bei 1,17 €, jetzt im März 2018 bei 1,14 €, marginal zwar... aber immerhin... "Auch Kleinvieh macht Mist"...

 

Aber zurück zum Campingplatz und seiner Buchung: Wir hoffen nun, dass wir vor Ort irgendwie und irgendwo auf dem Platz die restlichen drei Übernachtungen ab Gründonnerstag bis Ostersonntag auch ohne Buchung stehen bleiben können, und sei es auf dem Übernachtungsplatz vor der Schranke des Campingplatzes, das wäre uns dann auch recht. Oder wir fahren schon Gründonnerstag aus London weg und erkunden die Gegend und die CL's (die Certificated Locations der kleinen Bauernhöfe) in der Umgebung bis Ostersonntag spontan, ähnlich wie letztes Jahr an der Küste Englands. Mal schauen, was sich ergibt...  

 

Ansonsten wäre zu wünschen, dass in London selbst alles wieder so prima klappt wie letztes Jahr. Unser Womo ist ja schon in der LEZ - der Umweltzone Londons - registriert, die Oyster-Cards haben wir auch noch vom letzten Jahr (und auf denen sind sogar noch ein paar wenige Pfund pro Karte gespeichert). Richtig, eines haben wir doch noch von Deutschland aus organisiert: Den Umtausch von so einigen Euros in britische Pfund...

4 Eintrittskarten und Karten für Audio-Guides und Handbuch
4 Eintrittskarten und Karten für Audio-Guides und Handbuch

The Making Of Harry Potter - Warner Bros. Studios Nähe London

 

Und noch ein Programmpunkt steht schon Monate vorher fest: zu Weihnachten 2017 schenkten wir uns (oder vor allem den Töchtern) Eintrittskarten für eine Harry Potter Warner Bros. Studio Tour in London. Schon letztes Jahr wollten wir in die Studios, die knapp zwei Stunden Bahnfahrt nordwestlich von London / Abbey Wood entfernt liegen, doch wir haben nicht damit gerechnet, dass zu unserer letztjährigen Reisezeit schon Monate vorher alles ausgebucht sein würde. Dieses Mal kümmerten wir uns deswegen schon knapp ein halbes Jahr vorher rechtzeitig um die begehrten - und sündhaft teuren - Eintrittskarten. Aber wenn's halt sooo gewünscht wurde... Mutter Fernschreiberin interessiert sich ehrlich gesagt gar nicht so sehr für den Hype um Harry Potter und ihr genügte schon der zweimalige Besuch des Bahnhofs King's Cross im letzten Jahr in London, um dort den berühmten halben Gepäckwagen in der Wand zum Bahnsteig 9 3/4 zu sehen. Aber was soll's: Wenn der Rest der Familie die Dialoge in Büchern und Filmen praktisch schon mitsprechen kann, wie sollte man dann dagegen ankommen? Ein schöner Familienausflug wird es sicher allemal (und wie lange wird das noch sein mit fast sechzehnjährigen Teenager-Töchtern?).

 

Letzte Vorbereitungen

 

Aber ich schweife ab... Wir sind noch nicht einmal von zu Hause losgefahren und ich schreibe schon von den Studios, in die es erst nächsten Dienstag gehen wird. Heute stehen erst einmal die ganz praktischen Urlaubsvorbereitungen wie das Packen und Proviantzusammensuchen an erster Stelle. Morgen früh um sechs Uhr Ortszeit (bewusst so früh am Tag gebucht, damit wir noch den ganzen Sonntag in Abbey Wood / London vor uns haben) legt unsere Fähre von Dünkirchen nach Dover ab und bis dahin liegen wieder die circa 500 Kilometer durch die vier Staaten Deutschland, Niederlande, Belgien und Frankreich vor uns. Immer streng nach Westen. Das mit den ganzen Tageszeiten ist ausgerechnet an diesem Wochenende gar nicht so einfach zu durchblicken: Heute Nacht um zwei Uhr werden die Uhren um eine Stunde nach vorne gestellt, es beginnt die (eigentlich höchst überflüssig gewordene) Sommerzeit.

Die Sommerzeit beginnt heute Nacht!
Die Sommerzeit beginnt heute Nacht!

Also fehlt uns heute Nacht eine Stunde, was wir bei unserer Fahrt durch die Nacht einkalkulieren müssen. Ungefähr eine Stunde vor Abfahrt der Fähre müssen wir am Anleger sein, also circa um  fünf Uhr morgens. Ziehen wir eine Stunde Zeitverlust durch die Sommerzeit ab und rechnen ungefähr fünfeinhalb Stunden Fahrzeit ein (so lange brauchten wir zumindest letztes Jahr), so müssen wir spätestens gegen halb elf Uhr am Abend losdüsen. Auf der Fähre Richtung England wird dann die Uhr wieder um eine Stunde zurückgestellt...

Los geht's!

 

Aber da wir im Laufe des Samstags nach einem gemütlichen Frühstück mit dem Packen fertig werden, fahren wir nun schon gegen Nachmittag los und wollen versuchen, so nah wie möglich an den  Fährhafen zu kommen, um doch noch ein paar Stündchen zu schlafen, bevor wir nach einer "geklauten" Stunde durch die Sommerzeitumstellung um sechs Uhr auf die Fähre müssen.
Wir schließen also um genau 14:37 Uhr die Haustür hinter uns zu und ab geht's Richtung Ärmelkanal. Es ist sonnig bis bewölkt und 11° Celsius "warm".

Die blaue Strecke - das ist unsere geplante!
Die blaue Strecke - das ist unsere geplante!

Die Staunachrichten berichten uns von Stau bei Dortmund und Bochum, also fahren wir den Umweg über die A2, der uns allerdings "Kilometer kostet". Ohne Probleme kommen wir vorwärts und um 16:22 Uhr passieren wir die niederländische Grenze bei Venlo, um schon eine knappe Dreiviertelstunde später, um 17:04 Uhr, in Belgien zu sein... und zack, wird die Autobahnbeschaffenheit gleich schlechter... Aber knapp vierzig Kilometer vor Antwerpen haben die Belgier doch mal eine ordentliche Portion Asphalt in die Autobahn investiert, muss man ja auch sagen... So geht es auch munter weiter über die Ringautobahn um Antwerpen herum und wir lassen diese Stadt um viertel vor sechs Uhr ohne Stau hinter uns. Doch dann erwischt er uns doch noch, der gemeine Stau: in Gent. Circa sieben Kilometer lang, kostet er uns ungefähr eine halbe Stunde Fahrzeit. Aber wir haben ja keine Eile... und viel Proviant an Bord...
Schließlich rollt es wieder, doch bis Frankreich, das wir um ziemlich genau viertel vor acht Uhr am Abend erreichen, ist recht viel Verkehr auf den Straßen. Von der französischen Grenze bis Dünkirchen ist es ja nur ein "Katzensprung" von wenigen Kilometern (und gleich nebenan liegt Bergues, wo die Sch'tis wohnen, nach dem bekannten Film...).

 

Übernachtung in der DFDS-Wartespur


Wir versuchen, direkt am Fähranleger zu übernachten, der von uns aus gesehen circa zehn Kilometer hinter Dünkirchen liegt, halten aber während der letzten paar Kilometer bis zum Anleger auch Ausschau nach anderen Übernachtungsplätzen, falls das nicht klappen sollte. Doch wir sind erstaunt: wir können jetzt schon ohne Probleme einchecken! Der französische Grenzbeamte weist darauf hin, dass die nächste Überfahrt morgen früh um sechs Uhr sein wird, was wir bestätigen und nach einer kurzen Pass- und Gesichtskontrolle sind wir schon eingecheckt und erhalten die Papiere für die Wartespur Nr. 27, auf der wir dann, als zweite in der Reihe, übernachten werden, also quasi direkt vor der Fähre...

Aber zuvor ereilt uns noch die englische Grenzkontrolle, die - wie letztes Jahr auch - ein wenig strenger abläuft als bei den Franzosen: Wiederum Passkontrolle mit Gesichtsvergleich aller vier Insassen am ersten Grenzposten (der Beamte dort hatte nach eigenen, humorigen Worten den Computer schon heruntergefahren, da er glaubte, es käme niemand mehr) und am zweiten englischen Kontrollpunkt Kontrolle des Wohnmobils; Heckgarage, Bad und die beiden größeren Kleiderschränke inbegriffen. Freundlich und anerkennend nickend (bestimmt, weil wir so ein schönes Womo haben...) verlässt der Grenzbeamte unser Campingmobil und einem entspannten Abend in der Wartespur steht nun nichts mehr im Wege. Um 20:35 Uhr stehen wir dort, vor uns ein Kastenwagen, hinter uns ein Wohnwagengespann. Wir sind also nicht die einzigen Camping-Übernachtungsgäste hier. LKW-Fahrer sind sowieso schon en masse hier. Ziemlich genau sechs Stunden waren wir also unterwegs, ohne Pause.

 

 

Wir futtern unseren reichlich mitgebrachten Reiseproviant auf, stellen unsere Wecker und die Uhren eine Stunde nach vorne, damit wir morgen früh um viertel vor fünf Uhr auch ja rechtzeitig wach sind und machen uns gegen zehn Uhr Ortszeit schon mal bettfertig. Die Nacht wird kurz...

Das sind wir:

Die Fernschreiber.

 

Gerne unterwegs in unserem Knaus Sky Wave 650 MF.

 

In unserem Wohnmobil sind wir zu Hause, in einem Hotel nur Gast.

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